Brauchst Du Walzen, geh' zu Kysper! DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER Der jjWenclerlcati", eine neue patenlierte BureaudrucKmasdiine 26 XXX (gegen 6 Millionen bes Vorjahres), 925 Werke sehen in ben nachsten Monaten ihrer Vollenbung entgegen. Gegen 60 GroBbruckereien arbeiten fur ben Staats- verlag, auBerbem werben eine Anzahl Werke noch in Deutsdilanb hergestellt. In eigenen Notenbruckereien wirb audi ber Musikverlag eifrig geforbert. Die hier beigefiigten Zifferntafeln bieten einige Erlauterungen iiber Leistungsfahigkeit unb Entwicklung bes Staatsverlags, ber burdi seine Probuktion etwa 75 Prozent aller im russisdien Staat hergestellten Biicher herausgibt. Ein vollstanbiger Katalog (etwa 12000 Titel) ist im Druck unb steht in nachster Zeit alien Interessenten zur Verfiigung. Aus ben vorliegenben kurzen Ausfiihrungen wirb ber Leser sidi annahernb ein Bilb bariiber machen konnen, in welcher Weise ber Staatsverlag seinen Aufgaben nachgeht unb welche Resultate er bisher erzielte. Wir konnen nicht umhin, hierbei barauf hinzuweisen, wie burch bie Kulturarbeit bes Staats- verlages bie vielfach verbreitete Ansicht wiberlegt wirb, baB im russisdien Staat in allgemeiner Tatenlosigkeit alle Bilbung ihrem Zerfall entgegengehe. Wer ben intensiven Eifer mit angesehen hat, mit welchem alle Mitarbeiter bieses ungeheuren Apparates ihrer Auf- gabe nachgehen, unb, wir mochten sagen, ben Hunger nach Bilbung in ben breitesten Volksmassen kennen- gelernt hat, ber wirb sich keinem Pessimismus hin- geben unb uberzeugt sein, baB ber Staatsverlag seine Kulturaufgaben voll unb ganz erfiillt. Das Auslanb hat ben Staatsverlag zum erstenmal auf ber Buchausstellung in Florenz kennengelernt unb seithervielfachesInteresseanseinerEntwicklunggezeigt. Wahrenb ber Herbstmesse bieses Jahres in Leipzig war ber Staatsverlag im BugrameBhaus vertreten. In Kiirze eroffnet er ein Verkaufslager in Berlin. Zu biesem Zwecke weilt ber Bevollmachtigte fiir bas Auslanb, Herr Breitigam, zurzeit in Berlin. Seine Abresse ist: „Kniga", Buch. unb Lehrmittelgesellschaft m. b. H., Berlin W 62, KurfiirstenstraBe 79. E|s unterliegt keinem Zweifel, baB von alien Ver- vielfaltigungsmasdiinen fiir bas Bureau bie Zu- kunft ben Typenbruckmaschinen vorbehalten sein wirb. Diese Maschinen, unb es gibt bereits eine ganze Anzahl brauchbarer Konstruktionen, haben all- zuviel voraus. Die einzige Schwierigkeit besteht in ber Herstellung bes Satzes, bie ja auch ber Setzer- lehrling vier lange ]ahre lernen muB. Fiir bas Bureau muB aber bie Arbeit so erleichtert sein, baB sie von einem aufgeweckten Lehrling ohne Vorkenntnisse leicht unb schnell ausgefiihrt werben kann. An Versuchen, biese Schwierigkeit zu beseitigen, hat es nidit gefehlt. Es sei erinnert an bie „Kurztype". Der Amerikaner Lincoln hat sogar eine Setzmaschine fiir Bureaubruck- maschinen konstruiert, bie kiirzlich burch bie beutsche Presse ging. Das neue Verfahren von Dr. Reuther, Patent „Wenberich", geht von vollig neuem Gesidits- punkt aus, unb man kann wohl sagen, baB bie Frage bes Satzes fiir Bureaumaschinen so gut wie gelost ist. Wahrenb friiher von links nach rechts gesetzt wurbe, unb zwar in Spiegelschrift, setzt man mit bem „Wenberich" ebenfalls von links nadi rechts, genau so wie man sdireibt. Man kann aber jeben Buch- staben, jebes Wort unb jeben Satz ohne weiteres lesen. Er arbeitet mit Sichtschrift, was bisher beim Satz nicht ber Fall war. Korrekturabziige sinb uber- flussig. Klar unb beutlich, wie auf einer guten Schreib- maschine geschrieben, steht ber Satz ba. Um Abziige zu machen, mufi man ben ganzen Satz mit bem Rahmen wenben, baher ber Name Wenberich. Die Satzseite ist also jetzt unten, unb bie Drudcseite ist oben. Nun geht es weiter wie bei jebem anbern Verfahren. Es ist bies eine originelle Losung einer an sich schwierigen Aufgabe, unb bie Sadie erinnert sehr an bas Ei bes Kolumbus. Der „Wenberich" eignet sich besonbers fiir glatten Satz, wie ihn Behorben unb groBe Bureaus oft benotigen. Auf biesem Gebiete scheint audi bie Zukunft ber Erfinbung zu liegen. Aus der PatentschriftDie Erfinbung betrifft eine Drucktype, welche an ber ber Druckseite gegeniiber- liegenben Satzseite bas natiirlicheTypenbilb aufweist.— Die Typenschafte sinb an ber Satzseite mit hammer- artigen Kopfen versehen, welche ben Raum fiber ben bekannten Zwisdienleisten vollstanbig ausfiillen. Das bie ganze Hohe bes Hammerkopfes ausfiillenbe natiir- liche Typenbilb erscheint baher gegeniiber bem Spiegel- bilbe in bebeutenb vergroBertem MaBstabe, woburdi seine Lesbarkeit noch gesteigert wirb. Als besonberer Vorteil ergibt sich hieraus, baB bie SdiriftgroBe weiter verkleinert werben kann, woraus sidi Papier- unb Arbeitsersparnis ergibt. PatentanspruchDrucktype, welche auf einer Seite mit bem Spiegelbilb unb auf ber anbern Seite mit bem natiirlidien Typenbilb versehen ist, baburch ge- kennzeidinet, bafi ber Typenschaft (c) an ber Satzseite mit einem hammerartigen Kopfe (d) von soldier GroBe versehen ist, baB bei einem Satze ber Raum iiber ben bekannten Zwisdienleisten (b) vollstanbig von ben Hammerkopfchen (d), welche bie iiber ihre ganze Hohe reichenben natiirlichen Typenbilber aufweisen, aus- gefiillt wirb. Das hierauf erteilte Patent ist zu verkaufen.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 36