BAD HOMBUR6 RHEINGOLD ROMEO UND JULIA NEULAND OPERNHAUt HAMBURG I DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx Aus den Schriftgiefiereien nad)3euf)nun0oonKudo(ffio<f>,gerd)nittenundl>erau0* gegeben oon <Bebr.Rlin0fpor,<Dfj(tnbad) om ttlam. DER RATTENFAN6ER VON HAMELN SAAEN UND MARCHEN 9 e - S d) m u ck ift ber jeitgemage fur 30 Unter bem Namen Neuland bietet bie Schrift- giefierei Gebr. Klingspor, Offenbach a. M., eine neue Werbeschrift an, bievom bekanntenSchriftkiinstler Rudolf Koch geschaffen ist. Die eigenartig gezeichnete urwiichsige Reklameschrift wirkt burch ihre personlichen Buchstabenformen attraktiv unb zeigt eine schone Punfte 12 Punfte 16 Punfte 20 Punfte 28 Punfte 48 Punfte WESER Wirkung. Leiber ist im vorliegenben Musterheft ber Firma alles Material (Einfassungen unb Begleitschriften) ungewohnlich fett gehalten. Wir hatten es lieber ge- sehen, bie neue Schrift neben ober fiber leichteren unb lichteren Zeilen zu finben. Die Schrift ist ohne Zweifel geeignet, jebe Drucksache zu beleben unb wirkungsvoll auszustatten. Unsere Leser finben ben Titel bieses Heftes aus ber „NeuIanb" gesetzt, ber ihnen ein besseres Bilb ber Neuschopfung gibt, als es bie hier abgebruckte Grabiibersicht vermag. Die SchriftgieBerei Genzsch Heyse A.-G., Hamburg, eine alte angesehene konservative Firma, iiberrascht uns mit ber Herausgabe eines Musterheftes, Ege-Schmuck und Ege-Schrift, mit bem sie bas alte gewohnte Geleise verlaBt unb bem mobernen Zeit- geschmack starker Konzession macht, als es seiner- zeit mit ber Glati-Antiqua, ber Czeschka-Antiqua unb ber Steiner-Prag-Schrift geschah. Der Ege-Schmuck, von bem wir hier einige Stticke zeigen, wurbe von bem bekannten Graphiker Eduard Ege, Miinchen, ent- worfen. Die kernigen, an ben Holzschnitt erinnernben Formen unb ber frische Ausbruck sinb besonbers gute Eigenschaften bieses burchaus zeitgemaBen Schmudces, ber in ber Anwenbung keine bestimmte Schriftart be- bingt, wie auch bas Heft beweist. Jebe charaktervolle Type laBt eine gliickliche Verbinbung mit biesem ge- schmackvollen Ziermaterial zu. Der Ege-Schmuck ist aufierorbentlich vielseitig anwenbbar. Die Zierstiicke bieten in ihrem satten Schwarz einen wirkungsvollen Gegensatz zu mageren Schriften unb ergeben bei Verwenbung fetter Schriften einheitliche, kontrastreiche Schwarz-WeiB-Wirkungen. Das ganze Material ist barauf berechnet, mannigfaltigen Satz mit Ranber-, Untergrunb- unb Vorsatzmustern ohne zeitraubenbe Kfinstelei herzustellen. Dazu kommt, bafi bie Ege- schrift bie Drucksache belebt. Die aus ihr gesetzten Schlagworte geben bem Satzbilbe personlichen Ge- schmack unb wirken wie Zeilenbilber, bie besonbers geschaffen wurben. Vorteil fur ben anschaffenben Buchbruckereibesitzer ist bie Tats'ache, baB sich bie kleineren Grabe auch fur Kartenschrift vorziiglich eignen. Etwas von ben Privatschriften. Wie Dr. Karl Klingspor bem ..Sammlerkabinett" mitteilt, wirb an ber neuen Gotisch von Walter Tiemann noch in Offen bach gearbeitet. Der Inselverlag will bie Tiemann- Antiqua seiner Januspresse wie auch bie englische Gotisch ber Inselpresse in Zukunft nicht weiter ver- wenben, sonbern in seinem Schriftenarchiv bepo- nieren. Das ist recht so, benn burch bie zu haufige Anwenbung ein unb berselben Type wirb eine gewisse Monotonie bebingt, bie nicht nur ermubet, sonbern auch ben Wert ber Publikalionen herabbriickt. Ein kurioses Schriftgiefierpatent. Das Patent Nr. 7738 ber Vereinigten Staaten, erteilt 1850 an Bartho- lomaus Benjowski in Lonbon, gab biesem bas aus- schlieBliche Recht,Typen mit Schriftbilbern an jebem Enbe zu giefien. Das Reliefbilb ber einen Seite erschien im selben Charakter vertieft auf ber anbern Seite. Der Boben einer gesetzten Form bilbete eine Matrize, von ber Stereotypplatten gegossen werben konnten. Ein weiterer Patentanspruch betraf ben AusschluB unb liest sich wie folgt: „Ich beanspruche bas Verfahren unb ben Apparat, ber hier gezeigt unb betrieben wirb, urn bas Ablegen zu beschleunigen. Der AusschluB ist zum Teil aus Eisen, zum Teil aus Holz gefertigt. Die Trennung erfolgt burch Wasser, ber holzerne AusschluB steigt an bie Oberflache, wahrenb ber eiserne Aus schluB burch Magnete gesammelt wirb." Wir fanben neulich bie Ibee bes Buchstabenbilbes unter ber Type bei einer Bureaumaschine wieber aufgegriffen unb als neueste Errungenschaft bargestellt. Die ersten Spielkarten wurben 1384 in Niirnberg mittels Holzstocken gebruckt. Druckfadjen en3fcf) Sepfe Sd)riftgie^erei'Jtktiengefellfcl)Qft Hamburg unb 3Runcl)en

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 40