DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx Das TrocKnen unci die Veriiiitun^ des Abziehens besserer DrucKsachen lafit ftd) 6er ftrenge 25et»ets fuljren, unb tPtr toerben tf)tt ju fctiter 3ctt fuljrett, 6a§ fctrt ITienid) utt6 fern (J5ott mt5 femes pott alien tm Bereic^e 5er iltoQUcfyfeit Itegenfeen jEretgntffcn uns f>elfett farm, fon&ent allettt wtr felber uns l)elfen muffen, falls uns gel)olfen tuerben foil. 32 line ber groBten Sorgen bereitet bem Drucker sehroftbie Unterbringung besserer Drucksachen, um bas Abziehen zu verhiiten unb basTrocknen berselben zu beschleunigen. Man finbet nun in ben meisten Drucksalen wohl fest angebrachte Trockenregale mit festen Abteilungen ober auch ausziehbaren Brettern ober Horben, in welchen man bie frischen Drucke unterbringt. Hat ein Geschaft off Farben- unb Bilber- bruik, so finbet man auch bie mobilen Trockenhorben, welche man mittels ber gekerbten Seitenleisten in beliebiger Anzahl aufeinanber aufstapeln kann. So vorteilhaft biese Horben sinb, so besteht ihr groBer Nachteil barin, baB bie Aufstapelung stets dieselbe GroBe erforbert, bie versdiiebenen Formate ber Maschinen aber stets ein ziemlich anpassenbes Format verlangen, also verschiedene GroBen. Diese Horben aus Hartholz sinb sehr kostspielig, babei aber bie bas Papier tragenben Stabe, welche nur 8 bis 10 mm stark sinb, sehr leicht zerbrechlich bei starker ober ungleichmaBiger Belastung. Sinb bie Horben nicht in Gebrauch, so beanspruchen sie benselben Platz unb angebrachten krempenartigen Fortsatze d versehen ist. (Fig. 2.) Die Anwenbung ist folgenbe: Man setzt ein Ballenbrett auf ben Auslegetisch, unb wenn es mit ber gewiinschten Anzahl von Bogen belegt unb an seinen Bestimmungsort gebracht ist, wirb ber Winkel paarweise (Fig. 3) zu beiben Seiten ein- geschoben, so baB bie Flache b unter bas Papier zu liegen kommt. Das nachste Brett wirb auf ben Schenkela gesetzt, unb zwar berart, baB es zwischen bie Krempen zu liegen kommt, beziehungsweise von biesen um- faBt wirb. Die Verwenbung von Brettern in versdiiebenen GroBen bilbet kein Hinbernis, benn man hat es in ber Hanb, bie Winkel in beliebigen Abstanben an- zuorbnen, sofern ein kleineres Brett bem groBeren folgt. Folgt ein groBeres Brett bem kleineren, so wirb ber „Regal-Winkel" umgekehrt, also mit nach unten zeigenber Krempe angebracht, unb man kann in biesem Fall ein beliebig groBes Brett barauflegen. (Fig. 4.) Es konnen in solchen Fallen bie Bretter auch mit versdiiebenen PapiergroBen belegt sein. Fig. 5 Fig.1. sollten eigentlich Spezialraume zur Aufbewahrung haben wegen ber Gefahr ber Beschabigung. Die Verwenbung ber gewohnlichen Ballenbretter ist in jeber Beziehung bie praktischste in bezug auf Verwenbbarkeit unb Anschaffungswert. Diese miissen aber stets 8 bis 12 cm langer sein als bas barauf zu liegen kommenbe Papier, bamit eine geniigenb breite Stutzleiste auf ben beiben Seiten angebracht werben kann, benn sinb bie Leisten zu schmal, so besteht bie Gefahr bes Kippens, sobalb eine gewisse Anzahl Bretter aufgestapelt ist, unb sie erhohen bamit bie Gefahr bes Abziehens noch. Eine sehr praktische Neuheit unter ber Bezeichnung ,,Regal-Winkel" hat sich ber Buchbrucker Joh. Toellmer in Uber (Eichsfelb) sdiiitzen lassen, welche bazu an- getan sein biirfte, bie feststehenben Trockenregale besser auszunutzen ober gar entbehrlich zu machen, auf jeben Fall aber bie kostspieligen Trockenhorben mit ben eingekerbten Seitenleisten unb schwachen Tragstaben aus Hartholz burch ausschlieBlich gewohn- liche Ballenbretter ober gar Rahmen zu ersetzen. Wie einfach, praktisch unb bauerhaft in Art unb Anwenbung bie ,,Regal-Winkel" sinb, zeigen bie bei- stehenben Abbilbungen. Fig. 1 unb 2 zeigen ben Winkel, welcher hier aus etwa 2 mm starkem unb 5 bis 6 cm breitem Flach- eisen hergestellt ist. Fig. 3, 4 unb 5 zeigen bie An wenbung. Der ,,Regal-Winkel" hat etwa bie Form eines U, welches von ben Schenkeln a unb b unb bem Mittelsteg c gebilbet wirb unb mit einem einseitig zeigt bie praktische Anwenbung, es ist bie Wieber- gabe einer im Maschinensaal gemachten Photographie. Jebes Brett ist mit einem Ries, etwa 15 bis 16 kg schwer, belastet. Das Papier war hier sogar etwa 3 cm langer als bie Bretter, iiberragte also bas Brelt auf jeber Seite um etwa l'/2 cm. Ein Kippen eines noch so hohen StoBes ist absolut unmoglich. Fur Farbenbruck biirften biese Winkel noch ben Vorteil bieten, baB von alien Seiten bie Temperatur zutreten kann, was bei Einschiebung in feststehenben, an ber Wanb angebrachten Regalen nicht ber Fall ist unb auch nicht, wenn Seitenleisten vorhanben sinb. Nicht nur im Maschinensaal, sonbern auch im Packraum unb Magazin biirfte sich biese Neuheit vorteilhaft bewahren. Std;te.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 42