t PREISAUFGABE DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx SudameriKa t „Die Geschichte des Buchdruckes in j Munchen von den Anfangen bis zur Mitte des XVII. Jahrhunderts (30jahriger Krieg)" 50 F:jiir die beutsche graphische Exportinbustrie kommt I Subamerika im hohen Mafle in Betracht. Der beutsche Kaufmann unb bie beutsche Ware haben bort seit langem einen guten Klang. Selbst bie Aussperrung bes beutschen Exports wahrenb bes Weltkrieges unb alle Oegenpropaganba hat bie Er- innerung nicht verwischen konnen. Im Gegenteil, ber Rut nach beutschen Waren, ber gleich nach Friebens- schluB einsetzte, schallte in alien beutschen Werkstatten wiber. Leiber wurben auch von beutscher Seite viele Fehler gemacht. Nachbem man zur Zeit bes groBen Ausverkaufes seine Waren verschleubert hatte, stiegen spater infolge von Exportzuschlagen, Berechnung in frember Wahrung unb in bem Bestreben nach viel zu hohen Verbiensten bie Preise so hoch, baB sie sogar stellenweise bie norbamerikanischen ubertrafen unb bie beutschen Waren nicht mehr konkurrenzfahig waren. Schlimmer aber war es noch, als bie beutschen Liefe- ranten keine bestimmten Lieferfristen mehr einhalten konnten ober wollten, baB sie bie Preise gleichfalls freibleibenb lieBen. Mit ber Zeit wurbe aber bieser Fehler revibiert, ehe bie Folgen noch allzu verhangnis- voll werben konnten. In bezug aut graphische Artikel herrscht im Gegen- satz zu anbern in Subamerika immer noch ein groBer Warenmangel. Die in ben.letzten Jahren allgemein giinstige politische unb wirtschaftliche Entwicklung in Amerika bringt eine immer groBere Entstehung von Druckereibetrieben mit sich. Die Regierungen sorgen fur Verbesserung bes Schulwesens, neue Bucher unb neue Zeitungen werben gebruckt, also entstehen neue Druckereien, bie ben hohen Anforberungen gerecht werben sollen. Wenige Jahre vor Kriegsausbrudi brachte bie Times mit gewaltiger Anstrengung eine Siibamerika-Nummer heraus in ber Absicht, ben englischen Hanbel zu festigen. „Siibamerika", so schreibt sie, „ist ein neuer Kon- tinent, ber eben erst bie Herrschaft iiber seine eigenen Reichtiimer unb Hanbelsquellen angetreten hat. Seine fuhrenben Staaten sinb, so schnell ber Fortschritt in ben letzten Jahren war, barauf bebacht, bie Entwicklung noch zu forbern." Fiir bas graphische Gewerbe hatte sie bieses zu spat entbeckt, benn bereits seit Anfang bieses Jahrhunberts bereitet bas spanische Exportheft bes D. B.- u. St. ben beutschen Erzeugnissen in zweck- maBigster unb nachhaltigster Weise ben Weg unb sichert ihnen ben bortigen Markt so, baB ber beutsche bruck- unb papiergewerbliche Export fast monopol- artige Stellung in einigen Staaten einnimmt. Der D. B.- u. St. hat also biese Entwicklung schon seit Jahr unb Tag verfolgt. Der Krieg hatte seine Tatigkeit unterbrochen, aber in ben jahren 1919 unb 1920 hat er es nicht versaumt, bie Kriegsjahre nach- zuholen unb bie alten Verbinbungen wieber aufzu- nehmen unb sein in jahrelanger Arbeit zusammen- getragenes Abressenmaterial nach bem neuesten Stanbe zu orbnen unb zu erweitern. Bereits im Oktober 1921 konnte bie erste spanische Exportausgabe nach bem Kriege wieber in einer Auflage von 4500 Exemplaren nach Spanien, Portugal, Mittel- unb Subamerika ge- langen. Hunberte barauf eingehenbe Zuschriften be- wiesen, baB biese Ausgabe willkommen war, ja in ben bortigen Zeitschriften erschienen spaltenlange Artikel uber „bas wunberbare Wiebererscheinen bes Tipografo y Litdgrafo Aleman." Nach bem Erscheinen bieser ersten Ausgabe nach bem Kriege wurben weitere Erfahrungen gesammelt, unb im Jahre 1922 im Dezember erschien bie zweite spanische Nachkriegs-Exportausgabe. Wie ber Leser aus bem biesem Heft beigefugten Prospekt ersieht, soli nun im Dezember bieses Jahres bie britte spanische Exportausgabe nach bem Kriege erscheinen. Moge biese Ausgabe weiter bazu beitragen, bie bereits be- stehenben Beziehungen fester zu knupfen unb neue zu erobern. Der beutschen graphischen Inbustrie gibt bieses im spanischen Sprachgebiet nun seit Jahrzehnten bekannte Exportheft bie beste Gelegenheit, fur ihre Erzeugnisse zu werben. tx i Philosophische Fakuliat d.Unfversiiat Munchen I. Sektion FUr die beste Arbeit Uber ist von einer Seite, die nicht genannt zu werden t wOnscht, ein Preis von 200000 M. zur VerfOgung 1 gestellt worden. Bei zunehmender Geldentwertung kann der Betrag erhUhi werden. Die Arbeiten sind in deutsdier Spradie abzufassen f und bis zum 1. April 1924 abzuliefern. i Jeder Arbeit ist ein Zettel mit dem Namen und der Adresse des Verfassers in einem versiegelten t Briefumsdilag beizulegen; dieser Briefumschlag und i die Arbeit haben einen gleidilautenden Wahlspruch zu tragen. i MUnchen, den 12. Mai 1923. §ez-: Becher Dekan. Pensionierung. Herr Carl Herrmann, technischer Direktor unb verantwortlicher Leiter ber Druckerei ber Neuen Freien Presse in Wien, wurbe auf Ansuchen nach fiinfunbzwanzigjahriger Tatigkeit auf ben Pensions- stanb ubernommen. Herr Herrmann ist weiteren Fachkreisen als Verfasser mehrerer fachlicher Werke unb als fruherer Leiter bes osterreidiisdien Faktoren- Bunbes bekannt. Das Preisausschreiben ber SchriftgieBerei Poppelbaum zur Erlangung von Entwiirfen einer Frakturschrift. Diejury besPreisausschreibens ber SchriftgieBerei Poppelbaum fiir eine Frakturschrift hat von 56 eingelangten Entwiirfen bie Preise folgenben Arbeiten zuerkannt: I. Preis 5000000 K: Herta Rams- auer, Wien I., Fichtegasse 4, Kennwort: RhythmusII; II. Preis 3000000 K: Marianne Rath, Wien I., Stuben- ring 4, Kennwort: Kristall; III. Preis 2000000 K: Maxim. Schultes, Breslau 10, SchleiermacherstraBe 27, Kennwort: Wiener Volksschrift. Ferner erhielten lobenbe Anerkennung bie brei Entwiirfe mit bem Kenn wort: Doris, Saturn, Dachstein. Die nicht pramiierten Entwiirfe stehen gegen Legitimation ben Eigentiimern zur Verfiigung. Die vollenbete kiinstlerische Aus- fiihrung ber preisgekronten Entwiirfe wirb bie in naher Zeit erscheinenbe Schrift in bie erste Reihe unserer mobernen Frakturschriften stellen.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 64