DEUTSCHER BUCH- UNO STEINDRUCKER XXX Jubilaen. 52 100 Jahre Derger Wirth. Jubilaen sinb in ber Leipziger graphischen Inbustrie keine Seltenheit; ja man kann sogar behaupten, bafi keine anbere Stabt sich einer solch langen ehrenvollen Trabition, wie sie sich in ber Geschichte alter Druckhauser verkorpert, riihmen barf, wie gerabe Leipzig. Untrennbar ver- kniipft mit bem Leipziger Buchgewerbe ist ber Name Berger Wirth, eine ber bebeutenbsten Farben- fabriken bes In- unb Auslanbes, bie am 1. Oktober 1923 auf ihr hunbertjahriges Bestehen zuriickblicken konnte. In bieser langen Zeit ist es ber Firma gelungen, burch Anpassung an bie jeweiligen Errungenschaften auf bem Gebiete rationeller Technik unb Wirtschaftsweise sich eine fiihrenbe Stellung zu erringen. Die groBen Anlagen bes Unternehmens in bem Leipziger Vorort Schonefelb umfassen unter anberm in mustergiiltiger Weise Laboratorium, Raume fur Buntfabrikation, Trockenraume, Buntreibsale, Lagerraume, Versuchs- bruckerei, Walzenmassefabrikation, WalzengieBanstalt, Firnissieberei unb Werkstatten. Diese Einrichtungen gelten ber Herstellung von Druckfarben. Der Ruf ber Firma hat sich uber bie ganze Welt verbreitet. Die Bebeutung bes Unternehmens ergibt sich auch baraus, baB sie in einer ganzen Reihe groBer Platze, wie in Berlin, Barmen, Hamburg, Amsterbam unb Bubapest Filialen unterhalt. Neben ber Sorge um bie auBere Ausgestaltung bes Unternehmens hat es bie Geschafts- leitung auch an ber Fiirsorge fur bie Angestellten unb Arbeiter nicht fehlen lassen. Dem Ernst ber Zeit ent- sprechenb wurbe bas Jubilaum in aller Stille begangen. Auf ein fiinfzigjahriges Bestehen konnte am 1. Oktober bie bekannte graphische Kunstanstalt Emit Pinkau Co., Leipzig, zuriickblicken. Auch bies Unternehmen hat sich aus kleinen Anfangen zu seiner heutigen achtunggebietenben GroBe entwickelt. Ein aus AnlaB bes Jubilaums erschienenes Biichlein legt Zeugnis von einer rastlosen, erfolgreichen Tatig- keit in ber graphischen Branche ab. Jubilaen bei ber Buchbruckerei unb Verlagsbuch- hanblung Strecker St Schroder in Stuttgart: Am 1. Januar 1923 waren es 25 Jahre, baB Herr August Schroder als Teilhaber in bie Firma eintrat unb mit Stolz zuriickblicken konnte auf bie in bieser Zeit ge- leistete Arbeit fur ben Verlag, ber aus bescheibenen Anfangen zu seiner heutigen beachtlichen Hohe sich empor entwickelt hat. Ihm zur Seite arbeitete un- ermiiblich Herr Prokurist Karl Kiihne, ber am 1. August ben Tag seines Eintrilts vor 25 Jahren feierte. Als technische Mitarbeiter am Aufstieg ber Firma wahrenb 25 Jahren hatten teil: Herr Obermaschinenmeister Joseph Plocher am 2. Mai unb Herr Faktor Wilhelm Baur am 16. Oktober. In eine Zeit schwerster Bebrangnis bes Buchbruck- gewerbes fiel fur bie bekannte Firma E&. Roether Buchbruckerei, G. m. b. H., Darmstadt, Bleich- strafie 24, am 1. Oktober bieses Jahres ber sonst so festliche Tag bes Fiindundzwanzigjahrigen Bestehens 1898 1923) unter ben jetzigen Inhabern; nach Uber- nahme ber angesehenen ehemals L. Brillschen Offizin hatte Herr Ebuarb Roether, ber nach fiinfzehnjahrigem Wirken hier noch vor bem Kriege in friihen Jahren starb, burch zeitgemaBe Weiterfiihrung unb fach- mannischen FleiB seine Firma zu neuer Bliite gebracht, bie nun seit mehreren Jahren von seinem heran- gewachsenen Sohn unb Nachfolger gefiihrt wirb; auch in ber Kriegszeit unb ben folgenben schweren Jahren ist trotz aller wibrigen Zeitlaufte zunachst von ber Witwe Ebuarb Roether, banach von ihrem Sohne, Herrn Gerhard Roether, brudctechnisch weitergearbeitet worben. Von einer Jubilaumsfeier ist Abstanb ge- nommen, boch brachte bas Personal, von bem unter anbern bie Herren Uochstatter, Dingeldein, Mager, Aldick teils bis fiinfzig Jahre mitarbeiten, ben Inhabern in freubiger Anteilnahme seine Gliickwunsche zum Jubilaumstage bar. Moge bie Firma Roetherdruck als angesehenes Mitglieb bes Deutschen Buchbrucker- Vereins im Darmstabter Buchbruck ehrenvoll unb er- folgreich weiterbestehen. s. Einer von ber alien Garbe ber Berliner Stein- brucker, Carl Schultze, vollenbet am 20. Oktober sein 70. Lebensjahr. Als Schultze vor sechs Jahren bas Jubilaum seiner fiinfzigjahrigen Tatigkeit im Berufe beging, konnte mit Recht barauf hingewiesen werben, baB er als einer ber erfahrensten Fachmanner geschatzt wirb. Insbesonbere hat sich Schultze in Berlin ein Verbienst burch bie Einfiihrung bes Aluminiumbrucks unb burch bie Ausbilbung ber photolilhographischen Verfahren erworben. Nachbem er als Oberbrucker bei verschiebenen lithographischen Anstalten gearbeitet hatte, betreibt er jetzt seit einer Reihe von Jahren in Schoneberg eine eigene Steinbrudcerei unb Lichtpaus- anstalt. Nicht nur im Kreise ber engeren Berufs- kollegen bes Steinbruckgewerbes, sonbern bariiber hinaus bei alien Graphikern Berlins erfreut sich Call Schultze burch seinen gesunben Berliner Witz unb sein stets hilfsbereites kollegiales Wesen ber groBten Be- liebtheit. Das kam insbesonbere zum Ausbruck, als bie Vereinigung befreunbeter Kollegen ber graphischen Kiinste, beren Begriinber Carl Schultze ist, an Stelle bes kiirzlich verstorbenen Paul Grasnick ihn zum ersten Vorsitzenben wahlte. Wenn Carl Schultze am 20. Ok tober seinen 70. Geburtstag feiert, so kann er sicher sein, baB seiner bie Berliner Graphiker gebenken unb ihm ebenso wie wir bie herzlichsten Gliickwunsche barbringen. f.h. Die Firma Richard Labisch G. m. b. H., Berlin, feierte am 29. September bas 25jahrige Bestehen bes Hauses. Bei einer Ansprache wurbe ben Chefs, Herrn Richard Labisch unb Herrn Walter Metzenberg, ein kiinstlerisch ausgefiihrtes Gebenkblatt iiberreicht. Am folgenben Tage gab eine intime Feier im Hause bes Seniorchefs ben erschienenen alteren Angestellten Gelegenheit, ihre bauernbe Zugehorigkeit zum Hause zu betonen. Am 26. September war es ber Firma Max Orlin, Gravieranstalt, Leipzig, EilenburgerStratte 11ver- gonnt, bas 25jahrige Geschaftsjubilaum zu feiern. Es war ein mehrfaches Jubilaum, bas ber alleinige Inhaber unb Griinber Max Orlin in voller Frische zu feiern in ber Lage war. Zahlen boch bie groBten graphischen Betriebe ebenfalls seit 25 Jahren zu ben regelmafligen Kunben. Den besten Beweis, in welchem angenehmen Geschaftsverhaltnis bie Firma Orlin zu ihren Kunben steht, lieferte ber Blumenwalb, ber bie Geschaftsraume schmuckte. Die herrlichsten Arbeiten ber Hanbbinbekunst stellten bie Gratulationsabressen ber hiesigen GroBbuchbinbereien bar. In Fachkreisen sinb bie Platten, Gravuren fur bas gesamte graphische Gewerbe, sowie bie Schriften fur Presse unb Hanb- vergolberei hinreichenb bekannt. Moge es ber Firma, bem Griinber, sowie bem riihrigen Junior vergonnt sein, recht lange noch bie Friichte ber segensreichen Arbeit ber vergangenen 25 Jahre zu geniefien.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 66