Okt. 1923 DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER Eine neue „Win<lst>rau±" S;eit einer Reihe von Jahren trelen auf Bern Druck- maschinenmarkte mehr unB mehr kleine vollauto- I matische, also mil An- unB Ablegevorrichlung versehene Druckpressen, fast ausschlieBlich als TiegelBruckpressen kon- struiert, hervor. Das Verlangen vieler BuchBruckereien, in ihrem Betriebe solche Maschinen arbeiten zu lassen, hat einige Masdiinen- fabriken veranlaBt, Maschinen zu sdiaffen, Bie, von vorn- hinein als TiegelBruckpressen konstruiert, nunmehr mil einer An- unB Ablegevorriditung ausgeriistet, zu sogenannten voll- automatisdien Druckmasdiinen umgestellt wurBen. Bietet Both eine solche Maschine Bern Besitzer allerlei Vorteile, wenigstens bei hohen Auflagen einfadier Drucksachen, Bie ihm vor allem eine Ersparnis an Lohnen bringen, Ba ein Maschinenmeister mehrere soldie Pressen einriditen unB be- obaditen kann. Feinere unB mehrfarbig ausgestattete Druck sachen herzustellen, gestatten allerBings Biese Automaten nidit. Auch hat Bie Konstruktion Bieser Maschinen einen weiteren Nachteil, Ba an sich Bie TiegelBruckpresse, soil nicht ihr ganzer Bau einer allzu raschen Abnutzung entgegengehen, ein zu WinBsbrautpressen an Baher fiihrt sie auch Bie Typen- bezeichnung „WinBsbraut SO 3" unB ist fur ein aufierstes Papierformat 47X60 cm bei einer SchlieBrahmenweite von 50X60 cm eingerichtet. Dieses MaB entspricht etwa Bern Ber groBten von Bieser Firma gebauten TiegelBruckpresse PhBnix (PapiergroBe 40X60 cm), so BaB Biese neue kleinste ZylinBerschnellpresse hinsichtlich Bes Formats an Bie groBte TiegelBruckpresse sich unmittelbar anschlieBt unB somit innerhalb Ber geschlossenen Reihe Ber BuchBruckschnellpressen Ber Firma ein wichtiges BinBeglieB Barstellt. Bei Ber EntscheiBung Ber Frage, ob es richtiger sei, eine TiegelBruckpresse groBten Formats als Vollautomat mit Bern Strebennadi Hochstleistunghinsiditlich Qiite unB GeschwinBig- keit oBer eine ZylinBerschnellpresse kleinen Formats eben- falls als Vollautomat zu bauen, wurBe Bie ZylinBerschnell presse nach Bern Zweitourenprinzip gewahlt, weil allein eine solche fiir Bie hohere Leistungs- sowie Lebensfahigkeit Ge- wahr leisten kann, wie langjahrige Erfahrung Bie Erbauer Ber Druckpressen Bes Hauses Schelter 6c Giesecke gelehrt hat. -i+j? r.-~ J'G'SCHt&tS i GIESECKE LEIPZIG rasches Tempo, Bas ist iiber 1800 Druckgange in Ber StunBe, nicht erlaubt. Aus Biesem GrunBe haben einige Firmen, Bie Druck masdiinen bauen, Savon abgesehen, ihre TiegelBruckpressen mit An- unB Ablegevorriditung zu versehen, ihre eigenen Versudie haben sie gendtigt, Bavon AbstanB zu nehmen. AnBerseits haben audi viele DuchBrudcereibesitzer sich er- redinet, BaB sie bei Anschaffung einer ZylinBerschnellpresse besser fahren, als wenn sie eine vollautomafisdieTiegelBruck presse, Beren Preis nidit viel unter Bern einer ZylinBerschnell presse steht, kaufen- wurBen. Des weiteren ist audi zu er- wagen, BaB Bas AusmaB Ber TiegelBruckpresse nadi oben hin Burdi Bie GroBe Bes praktisch nodi geraBe auf ihr arbeiten&en Formats begrenzt ist. Es gibt Beshalb ein Grenzgebiet, innerhalb Bessen es nicht mehr rentabel ist, eine TiegelBruckpresse zu bauen, an&erseits aber auch Bie Konstruktion einer ZylinBerschnell presse aus verschieBenen Griin&en sidi nicht mehr empfiehlt. Die sowohl auf Bern Gebiete Bes TiegelBruckpressenbaues als audi auf Bern Bes Sdinellpressenbaues bekannte Masdiinen- fabrik J. G. Schelter Giesecke zu Leipzig hat sich zur Auf- gabe gestellt, um ein praktisches Be&iirfnis zu befrieBigen, eine auf Bern Grenzgebiet von groBter TiegelBruckpresse unB kleinster ZylinBerschnellpresse liegenBe Presse zu bauen, unB sie hat sich bei Ber Losung Bieser Aufgabe fiir Bie Aus- fiihrung Ber Presse als ZylinBerschnellpresse, unB zwar nach nach Bern Zweitourenprinzip, entsdiieBen. Wie Bie beistehenBe AbbilBung erkennen laBt, sdilieBt sich Bie Masdiine in ihrem Aufbau an Ben Ber bekannten Die Erfahrungen unB GeBanken iiber Bie Zweitouren- sdinellpresse sinB Bes oftern in SonBerschriften, Bie bei ge- nannter Firma erhaltlidi sinB, sowie in Aufsatzen innerhalb ber Fachpresse ausfiihrlidi klargelegt worBen, so BaB auf ein Eingehen Barauf hier verziditet werBen kann. Uber Bie Vor- ziige Ber neuen kleinen Zweitourenschnellpresse miissen jeBodi nodi folgenBe Einzelheiten mitgeteilt werBen. Der sidier gelagerte, stanBig umlaufen&e Druckzylin&er, Bas zwanglaufig hin unB her bewegte, auf Rollen laufenBe Satzbett, Bessen Umkehrbewegungen Burdi Luftpuffer aus- gleichenB unterstiitzt werBen, Bas an seiner Stelle ver- bleibenBe Farbwerk enBlidi ergibt einen gleidimaBigeren Gang Ber ganzen Masdiine unB ermoglidit somit eine hohere GeschwinBigkeit, als Bie in Bieser Deziehung weniger giinstige Dewegung Bes sdiweren Drudctiegels unB Bes auf unB ab sdiwingenBen Auftragfarbwerkes. Diese Burch Bie Dauart einer jeBenTiegelBruckpresse gegebene naturlidie Grenze Ber Arbeitsgesdi winBigkeit kann auch Burch selbsttalige An- unB Ab- legevorridifungen nidit oBer nur unwesentlich erhoht werBen, sofern es sich nidit etwa um eine ausgesprodiene Spezial- masdiine hanBelt. Eine wesentlidie Erhohung Ber Leistungs- fahigkeit einer TiegelBruckpresse gewohnlidier Bauart kann Burdi Ben Anbau einer selbsttatigen Bogenanlegevorriditung schon Beshalb nicht erwartet wer&en, weil ja mit einer solchen audi Bie selbsttatige Ablegevorriditung verbun&en sein muB, unB insofern liegen Bie Dinge bei einer ZylinBerschnell presse wesentlich anBers, weil Biese ja von Haus aus auf selbsttatigen Bogenausgang eingestellt ist. Hier wirB Burdi einen sidier arbeitenBen, selbsttatigen Bogenanleger eine

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 9