DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER Zur Einfuhrun^. 1 Fur Wcrtic- unfl Propaitaiiclaabtcilunttcn Die Beilagen zum Tiefdruclilieft. 74 Mit hieser Nummer behandelt her D. B.- u. St., das alteste deutsche Buchbruckerfachblatt, wenn wir ben Beginn auf bas Journal fur Buchdruckerkunst zuriickfuhren, wieberum bas Gebiet bes Tiefbrucks, veranlaGt bazu burch ben auBerorbentlichen Erfolg ber ersten Monographie bes Tiefbrucks im Vorjahre. Herr Professor O.Mente von berTechnischen Hoch- schule, Charlottenburg, hat es in liebenswurbiger Weise ubernommen, bas Heft zu iiberarbeiten, unb wir verfehlen nicht, ihm bafiir auch an bieser Stelle ben verbinblichsten Dank von Verlag unb Schriftleitung auszusprechen. Der Inhalt beweist, baB wir auch heute wieber bie Entwicklung bieser interessanten Drucktechnik treulich verfolgt haben, inbem wir bie besten Krafte bes Stanbes zur Mitarbeit herangezogen haben. Die Beilagen bemonstrieren bie Erfolge in tech- nischer Hinsicht besser als viele Worte unb be- weisen, baB biese moberne Reprobuktionsmethobe sich ben ihr gebuhrenben Platz zu erringen gewuBt hat. Vom groBten Wanbbilb bis zur kleinen illustrierten Postkarte finben wir bas Verfahren angewanbt; Lanbschaft, Portrat, Genre- bilb unb Skulptur werben alle gleich gut wieber- gegeben. Die Art bes Originals: ob Gemalbe, Zeichnung, Pastell ober Naturaufnahme, sie bieten heute fur ben Tiefbruck keine Schwierigkeit mehr. Moge bas Heft bem Verfahren in Zukunft noch mehr Freunbe unb Abnehmer bringen, bamit bie beteiligten Kunstanstalten, Maschinen-, Papier- unb Farbenfabriken zufrieben sein burfen. Zum SchluB banken wir alien benen, beren Mitarbeit, sei es burch Beitrage, sei es burch Lieferung von Beilagen, sei es burch Inserate, bie Herausgabe bes vorliegen- ben Heftes ermoglicht hat. Die Schriftleitung. Zur BeacTitund,- Das Tiefbruck-Sonberheft enlhalt im Inseratenteil bie Firmen, bie burch ihre Insertion wesentlich zum Zustanbekommen bes Tiefbruckheftes in biesem Um- fange beigetragen haben. Wenn jemanb von ben Lesern Bebarf an Materialien unb Maschinen hat, bitten wir, unter Bezugnahme auf uns biese Firmen in erster Linie zu beriicksichtigen. Auf biese Weise zahlen auch bie Sucher nach Bezugsquellen ben Teil ber Schulb ab, ben man biesen Firmen fur bie Unterstiitzung ber Fachzeitschrift in kritischer Zeit abzutragen verpflichtet ist. Nicht zuletzt banken auch wir fiir bie Mitarbeit in biesem Sinne, benn nur biese gegenseitige Hilfe erlaubt uns, ohne Doppelnummern Schritt zu halten unb solche Arbeitsgebiete, wie ben Tiefbruck, um- fassenb zu behanbeln. uii 111111111 mi 1 lm vorliegenden Heft befindet sich, anschliehend an den ersten Bogen. eine in sdiwarz und grfln aus- gefuhrte Beilage. Diese stellt ein Programm der im lahre 1924 erscheinenden fremdsprachigen Exportaus- - gaben des Deutschen Buch- und Steindruckers dar. Es ist mit der Absidit verbffentlicht, den Werbe- und Propagandaabteilungen bereits heute eine Unterlage fiir die Festsetzung ihres Anzeigenbudgets zu geben. PiniiMiimiIIIIIIIIinnmilmill"" Der Umschlag stellt etwas Besonberes bar: Die Drucklegung hatten wir ber bekannten Berliner GroB- bruckerei Otto Eisner iibertragen. In gliicklicher Weise hat sie bas Problem gelost, einen wiirbigen Umschlags- entwurf zu schaffen. Jeber, ber bas Heft in bie Hanb nimmt, wirb sich Zeit nehmen, Vorber- unb Ruckseite, bie ein Ganzes bilben, eingehenb zu betrachten. Die wirklich reichhaltigen unb anziehenben Bei lagen im vorliegenben Tiefbruckheft unserer Zeitschrift sprechen fiir sich selbst; sie sinb samtlich gute Druck- beispiele bieser interessanten Technik. Wir wollen keinen Versuch machen, eine Einzel- besprechung aller vorzunehmen, sonbern verlassen uns lieber auf unsere Leser, bie bie Kunstblatter schon sorgfaltig unb kritisch betrachten werben. Sie konnen babei in jebem Falle jebem Blatt bie verbiente An- erkennung zollen, ganz entsprechenb ihrer personlichen Auffassung. ]ebenfalls beweisen bie Einlagen, baB bie Tiefbruck- anstalten Deutschlanbs, ber Schweiz unb berTschecho- slowakei es wohl verstehen, interessante unb kunst- lerisdie Tiefbruckillustrationen herzustellen. F. Bruckmann A.-G., Munchen, steuern einen stim- mungsvollen Mezzotint bei, einen stillen bayrischen Kirdi- winkel barstellenb, wie ihn besser kein Liebhaberphotograph wiebergeben kann. Die Spiegelung bes Tores unb bes Zaunes im Wasser verleihen bem Bilbe einen ganz eigen- tiimlidien Reiz, bas verbient, unter Glas unb Rahmen ge- bracht zu werben. Die Firma Albert Frisch, Berlin W 35, Lutzow- straBe 66, uberrasdit uns mit einem Mehrfarbentiefbruck, ausgefuhrt im „Frescotint"-Verfahren bes Hauses. Gestutzt auf reidie Erfahrungen in ber Reprobuktionstedinik, bie in fast 50 lahren auf bem Gebiete bes Farbenlichtbrucks unb ber Chemigraphie gesammelt wurben, hat biese Firma ben Tiefbruck in verhaltnismaBig kurzer Zeit zu auBerorbent- lidier Leistungsfahigkeit entwickelt. Die ersten Versudie im farbigen Kupfertiefbrudc wurben 1913 1914 gemacht. Wahrenb bes Krieges wurben bie Versudie nidit qefuhrt. Erst vor zwei ]ahren wurbe ber Farbentiefbrudc erneut aufgenommen. Seit bieser Zeit hat sich bas Verfahren stanbig verbessert, unb eine ganze Reihe von Kunstblattern bis zu einem Bilbformat von 55/75 cm wurben in ber Folge- zeit hergestellt. Neuerbings sinb Probeblatter nach Zeidi- nungen alter Meister mit auBerorbentlich gutem Erfolge herausgekommen, ein sehr sdiwieriges Unterfangen, wie jeber Sachkenner weiB. Unsern Lesern wirb soldi ein alter Hollanber als Beilage geboten, unb wir mussen sagen: In Leyben wirb man klagen. Die groBe Reinheit unb Leudit- kraft ber Farben unb bie vollen, satten Tiefen, bie selbst in ben vollsten Tonen noch ihre Zeichnung behalten, zeidinen bas Verfahren besonbers aus. Der farbige Offsetbruck ist bisher noch nicht in ber Lage gewesen, berarlige Leistungen hervorzubringen. Die graphische Kunstanstalt A. Haase, Prag I, Anna hot, auf beren 125jahriges Bestehen wir nebenbei hinweisen, liefert einen praditvollen Tiefbruck „Die St. Niklaskirche zu Prag". Gewaltig ragen bie TQrme aus bem Blau heraus unb vermitteln eine malerisdie Ansicht aus bem alien PraS- Der Zeichner" von Chardin, ein Troitzsdi-Tiefbruck ber Vereinigten Kunstinstitute A.-G., vorm. Otto Troitzsch, Berlin - Schoneberg, ist ein mus^rhafter Kunstbruck, ber genau so anziehenb wirkt wie bas Or'Sma Der „Ulk", gestiftet vom Verlag Rubolf Mosse, Berlin. ]eber weiB, baB bas B. T. im Zeitungstiefbrudc ber Reidishauptstabt bie fuhrenbe Stelle einnimmt, bank ber Voraussidit bes Herrn Anselm Hartog vom Hause Mosse, ber audi zum Heft einen Aufsatz beisteuert. Seit einiger Zeit wirb audi ber Ulk im Tiefbruck hergestellt, unb wir bieten unsern Lesern hiermit eine Probe fur kurzweilige Minuten zur Lektiire. „Der Schafhirt", ein Kupferbruck ber Gebr. r'etz A.-G., zarich, ist auf Seite 77 nodi besonbers erwahnt.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 2