KMENDER DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx Die DriidKgescDxuziiicl ;Keil beim TiefdrucB: s im lahre 1924 sogar lur 366 Tage. 102 um den Druckzylinder Ziehen. Diese Drucktrager werden in flachem Zustande prapariert und konnen von jeder chemigraphischen Anstalt zu niedrigerem Preise geliefert werden, als was bislang das Atzen eines Kupferzylinders kostete. Weiter aber ist es Mr. Gamble hatte in seinem aufsehenerregenden Vortrag fiber die Fortschritte in den Drucktechniken audi dieses Thema gestreift und darauf hingewiesen, daB fur erstklassige Arbeiten von Tiefdruckmaschinen mit Bogenanlage wohl 4000 bis 5000 Drucke in der Stunde erzielt werden konnen. Tatsachlich versieht man jetzt audi in Deutschland und England ver- sdiiedene Systeme der Tiefdruckmaschinen mit Anlege- apparaten, die den Druck einer hoheren Auflagezahl gewahrleisten. Nadi den Ausffihrungen sollen auf Rotationsmaschinen ffir Zeitungsbeilagen bei der Cape Times Geschwindigkeiten von 24 000 bis 32000 die Stunde erreicht worden sein. Diese Zahl ist niehr- mals in Fadikreisen angezweifelt worden. Hierzu nimmt nun Mr. Bettyson von der Cape Times in Process Work and The Printer das Wort, und zwar so interessant, daB wir hier einen Auszug bringen. Es handelt sich um eine Tiefdruckmasdiine, die als Supplementmaschine an eine Buchdruckrotations- maschine angebaut ist. Diese Zeitungsdruckmaschine ist eine Vierrollen-Doppeldeckmaschine, wovon sich zwei Druckzylinder auf dem oberen Deck, die andern zwei unten befinden. jeder Satz hat zwei Druck zylinder ffir Stereos, um zwei Seiten, Vorder- und Rfickseite, zu drucken, also folglich ein Duplikat, vier komplette Seiten. Bei vollstandiger Ausnutzung ist die Maschine imstande, eine 16seitige Zeitung in 32 000 Exemplaren in einer Stunde zu drucken. Die Tief- druckmaschine ist gegenfiber der Mitte der Rotations- maschine aufgestellt. Das Papier lauft rechtwinklig zu der ersteren. Eine Papierrolle von doppelter Breite wird in die Tiefdruckmaschine eingehangt, und nadidem eine oder zwei Seiten, je nach Bedarf, ge- druckt sind, lauft der Druck fiber eine Dampftrommel in die Hauptmaschine. Mit Hilfe einer Wendevorrichtung gelangt dann das Papier auf seinen richtigen Weg durch die Maschine. Das Papier lauft zuerst fiber die oberen Zylinder und passiert dann die unteren Druck zylinder, somit werden beide Seiten fertiggestellt und gelangen dann in den Falzapparat. Es werden zwei Seiten Buchbruck gedrudct und nur eine Seite Tief- druck. Wenn also die Druckzylinder der Rotations- maschine 200 Umdrehungen in der Minute machen, so betragt die Produktion in dieser in der Stunde 24000 Exemplare. Weil auf die Buchdruckmaschine bei jeder Umdrehung der Druckzylinder zwei Tiefdruck- vordrucke vorliegen mfissen, muBte der Tiefdruck- zylinder die doppelte Geschwindigkeit der Buchdruck- zylinder besitzen, um die Bilder ffir 24000 Exemplare die Stunde hervorzubringen. Die Idee, Duplikat- tiefdruckzylinder an unserer Presse anzubringen, muBte ganzlich ausscheiden; wir haben dies nie gemacht, denn sie sind an der Maschine nicht anzubringen. Der eine geatzte Zylinder reicht aus, um beide Satze der Buchdruckzylinder zu versorgen. Es wurde an der Tiefdruckmaschine durch Verbesse- rungen ein Maximum von 24000 Druck die Stunde erreicht. Mit noch einiger Verbesserung an der Trocken- trommel und einer Anderung der Rakelbewegung lieBe sich wohl auch eine Geschwindigkeit von 30000 gelungen, Offset- und Tiefdruck in soldier Weise zu kombinieren, daB sich eine bessere Qualitat ergibt, als wenn nur eines dieser Druckverfahren fur sich allein gebraucht ware. Darfiber wird in allernachster Zeit mehr zu sagen sein. erreichen. Zeitweise muBten wir aber, infolge der minderen Qualitat der verwendeten Wasserfarbe, unsere Geschwindigkeiten auf 18000 die Stunde herab- setzen, da bei den hohen Geschwindigkeiten die Farbe formlich schaumte. Wir mfissen solche Sachen hier in Kauf nehmen, da wir mit unserm Bezug von Farben und Materialien etwas weit vom Weg der fibrigen Welt abliegen. Mit Olfarben haben wir nicht die gleichen hohen Geschwindigkeiten erreicht. Wir konnen hierbei auf etwa 20000 die Stunde rechnen. Dafur ist mit Olfarbe leichter umzugehen, diese gibt auch bessere Druckresultate. Besondere Beilagen, auf beiden Seiten gedruckt, stellen wir in der Art her, dafi die Tiefdrucke direkt in den Falzapparat der groBen Maschine laufen und von dort unmittelbar in die Zeitungen gelangen. Wir sparen dann einen besondern Druckgang und das Ein- stecken der Beilagen. Wir gingen dabei folgender- maBen vor: Die Papierrolle hatte nur einfache Breite, und nach dem ersten Abdruck wurde die Papierbahn zurfickgeleitet, gewendet und lief wieder fiber den Zylinder und nahm den Druck der andern Seite auf; dann lief sie direkt in den Falzapparat. Natfirlich waren die Bilder von beiden Seiten der Beilagen auf einen Zylinder Seite an Seite geatzt. Wir setzen in diesem Falle die Geschwindigkeit auf 15000 die Stunde herab, haben dabei gar keine Schwierigkeiten betreffs des Registerhaltens ffir beide Seiten. Hier macht die Tiefdruckmasdiine 15000 Umdrehungen im Gegensatz zur Hauptmaschine mit 7500 Touren. Die Beilagen fallen dann bestimmt und sicher an ihren richtigen Platz. Der wichtigste Punkt dabei ist allerdings, das ReiBen der Papierbahn moglichst zu vermeiden. Bei uns ist es nichts AuBergewohnliches, daB die Auf- nahmen ffir die Bilder nachmittags gemacht werden und am folgenden Tage frfih schon auf diesem Wege in der Zeitung als Tiefdruckbeilage erscheinen. Die Maschine leistet mehr, als deren Hersteller annehmen. Erfahrungen sind immer die Hauptsache dabei; denn wir verrichten Dinge, die wir bei der Aufnahine unserer Tiefdruckaniagen nicht ffir moglich hielten. Zum SchluB weist Mr. Bettyson darauf hin, daB er bereit ist, seine Angaben von Fachleuten nachprufen zu lassen. In der Tat erhielt er auch schon den Besuch eines der groBten Verleger aus Chikago, der diese Feststellung bestatigte. Auch in England erreicht der Southend Standard auf seiner Tiefdruckmaschine eine regelmaBige Ge schwindigkeit von 16000 bis 18000 die Stunde und kann diese auch bis 20000 steigern. Kerst. g* <io->—<s> «sc> <a> <s> <js i halten immer noch ihren Platz als gutes Werbemittel, I Wenn an einer Besprechung im „D. B.- u. St." J gelegen ist, so empfiehlt sich Einsendung des Ge- schfiftskalenders an die Schriftleitung. o o:> o <s> o-cs

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 38