DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER AufRupferun^sanla^en. Nov. 1923 107 wesentlich erleichlert, immerhin mogliche MiBgriffe waren ausgeschaltet, wenn ber Unsicherheitsfaktor: Papierempfinblichkeit, fortfiele. Dies zu erreichen, ist bas folgenbe, im In- unb Auslanb patentierte Trockenverfahren geeignet. Das Tiefbrucksynbikat bringt eigens fur biesen Zweck mil bestimmten Chemikalien impragnierte Trockenpappen auf ben Markt. Man chromiert bas Pigmentpapier wie gewohnlich unb quetscht es auf HoliptoWe Pigmentpapier- Pigmentpapier- -TroiKenpappe -TrocKenpapp* Spiegelglas auf. Mit einem trocknen Lappen ober sauberem saugfahigen Papier wirb sorgfaltig Glas unb Papierruckseite von iiberschiissiger Feuchtigkeit befreit. Darauf legt man Glasseite unten, Papier oben, bie erste Spiegelscheibe auf einen starken ebenen Tisch, auf bas Papier legt man eine etwas groBere Trockenpappe, barauf bie zweite Spiegelglas- scheibe, wieberum Papier nach oben, es folgt eine Pappe unb so fort. Der ganze StoB wirb mit einer Glas- ober Holzpappe unb Gewichten beschwert sich selbst iiberlassen. Vergleithe Figur. Nach 45 Minuten breht man samtliche Pappen urn, so baB bie unbenutzte Seite auf bas Papier zu liegen kommt, nach einer weiteren Stunbe kann bas Pigmentpapier nach Aus- einanbernehmen bes ganzen StoBes abgezogen werben. Nunmehr miissen bie Pappen getrocknet werben. Dies geschieht, inbem man sie in einen auf 50 bis 60° heiz- baren Raum etwa 1 bis 2 Stunben einhangt unb sie, wenn ber Raum gut gegen bas Einbringen von Feuchtig keit verschlieBbar ist, einfach bis zur nachsten Be- nutzung hangen laBt ober sie in nodi warmem Zu- stanb aufeinanber stapelt unb, mit einem schweren Brett bebeckt, an einem moglichst trockenen Ort liegen laBt. Die Vorziige bes geschilberten Verfahrens sinb nach bem oben Gesagten unmittelbar einleuchtenb. Da ber ganze Trocknungsvorgang stets unabhangig von ber Witterung in zwei Stunben beenbet ist, braucht man niemals Papier auf Lager zu chromieren. Vielmehr hat man stets trisches Papier zur Verfiigung, ins- besonbere wenn man sich einige trockene Pappen immer auf Lager halt. Da bie Saugkraft ber Pappen stets gleich ist, wenn man sie vollig austrocknet unb ihnen keine Gelegenheit gibt, vor Benutzung aus ber Luft Feuchtigkeit aufzunehmen, erhalt man auch Pigmentpapier von immer gleichem Feuchtigkeitsgehalt unb baher gleidimaBiger Empfinblichkeit, bie zubem, ba sie frisch verbraucht werben konnen, bie burchaus besten mit ihnen erzielbaren Resultate ergeben. In zweiter Linie stehen bie Vorteile bes neuen Verfahrens beziiglich seiner Wirtschaftlichkeit. Neuein- zurichtenbe Betriebe konnen auf Aufstellung eines Trockenschrankes ganz verzichten, sonst wirb Eis, elektrischer Strom gespart, abgesehen bavon, baB man keine unniitzen Ausgaben fiir uberfliissig chromiertes Papier hat. Es sei noch gesagt, baB bie Trocken pappen jahrelang unveranbert brauchbar sinb, unb baB sich bas Verfahren seit einigen Monaten im prak- tischen Betriebe bestens bewahrt hat. Seit vielen ]ahren baut bie Firma K. Walter, Elektro- chemisch-mechanische Fabrik, Miinchen SIP, Plinganser StraBe 22, Aufkupferungsanlagen, bie bazu geeignet sinb, Tiefbruckzylinber fiir jebes Maschinensystem mit einer fiir bieses Verfahren bestens geeigneten Kupfer- schicht zu iiberziehen. Da in biesem Betrieb auch bas Aufkupfern unb Fertigbearbeiten ber Kupferwalzen fiir Kunstanstalten ausgefiihrt wirb, konnte man reiche Erfahrungen sammeln unb samtliche heraus- gefunbene Verbesserungen bei ber Konstruktion ber Aufkupferungsanlagen anwenben. Diese sinb berart gebaut, baB ein Anwachsen an ber Apparatur im Bab selbst wahrenb bes Prozesses unmoglich ist. Daburch ist ber unnotige Verbrauch von Kupfer auf bas minbeste beschrankt. Ferner ist Wert barauf gelegt, bie Anlagen so zu halten, baB eine Hilfskraft bamit nur sehr kurze Zeit beschaftigt ist. Bei einem AufkupferungsprozeB von zehn Stunben ist bie Beschaftigungsbauer fur einen Tagelohner etwa eine halbe Stunbe. AuBerbem ist noch bafiir gesorgt, mit moglichst wenig Stromverbrauch burchzukommen. Die Anlage selbst ist in ben AusmaBen so klein wie moglich gehalten; bie Wannen sinb aus Steingut unb samtliche Teile, bie mit bem Bab in Beruhrung kommen, ent- weber aus Hartgummi ober aus RotguB, ber ebenfalls wieber mit Hartgummi geschiitzt ist, hergestellt. Samt liche stromfiihrenben Teile sinb vollstanbig isoliert an- gebracht, so baB also ein ErbschluB ober eine sonstige Abwanberung von Strom nicht moglich ist. Durdi eine entsprechenbe sicher arbeitenbe Glatt- vorrichtung wirb ber Nieberschlag schon wahrenb bes Prozesses egalisiert, so baB ber fertig aufgekupferte Zylinber nur ganz kurze Zeit in ber Schleifmaschine laufen muB, bamit er vollstanbig plan wirb. Wie schon eingangs erwahnt, arbeitet bie Anlage vollstanbig automatisch, unb es ist nur notig, bie Vor- bereitungsarbeiten wie bas Entfetten usw. von einer Hilfskraft ausfiihren zu lassen. Ist bas Bab einmal im Gang, so ist eine Beaufsichtigung unb Wartung nicht mehr notig, ba alle Apparate so kon- struiert sinb, baB ein Versagen ober Aussetzen nicht zu fiirchten ist. In einem galvanischen Aufkupferungsbab wirb 1 qm groBer unb 1 mm starker Kupfernieberschlag bas sinb 8 Kilo Kupfer in etwa zwolf Stunben erzeugt. Das Kupfer ist hart, es ist aber ohne weiteres moglich, bie Festigkeit nach Belieben zu regulieren. Eine groBere Anzahl bieser Anlagen ist bereits ins In- unb Auslanb geliefert. 14*

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