DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx Die Kombinalion -xron TlefdrucK: und OffsetdrudK 108 In Offsetkreisen sinB sdion lange Bemiihungen im Gange, Bie Vorteile Bes TiefBrucks mit seinem ton- reichen samtartigen Charakter Bes BilBes auch in VerbinBung mit Bern OffsetBruck zu bringen. Der naheliegenBe einfathere Weg ist nun Bieser: Bie Hauptfarbe mit allem Reiditum unB ihren Ab- tonungen in TiefBruck herzustellen. UnB zwar kommt hier Bann ein weicheres Braun fiir Bie Farbe Bes Tief Brucks meistens in Frage. Die anBern Farben werBen mehr lasierenB im Offset hineingeBruckt. Es geniigen fiir Bie fast alle als GenrebilBer ge&aditen Sujets Bann Brei bis vier leichte Farben; zu Ben Grun&farben ein zweites Rot o&er Blau, urn hiibsche Effekte zu erzielen. Auch noch zu einem anBern Zweck be&iente sich Ber Offset Ber TiefBrucktechnik, unB zwar zur Platten- herstellung selbst. Die Auflagezahl, Bie von einer Offsetplatte hergestellt werBen kann, ist eine be- schrankte. Hier spricht sehr Bie BehanBlung mit, Bie Bie Platte von seiten Bes Druckers in Ber Maschine erfahrt. Ein Tonen Ber FlachBruckform unB sonstige Fehlerquellen konnen sich leicht einstellen, wenn Bern Wischen unB Ben Feuchtwalzen nicht Bie notige Auf- merksamkeit geschenkt wir&. Um sich Bavon unab- hangiger zu machen, kam man schon lange auf Ben GeBanken, Bie Zeichnung als Farbtrager etwas vertieft in Bie Platte hineinzulegen, also eine Art Tief&rudc- form an Stelle Ber FlachBruckform zu haben. Nach Bieser Metho&e arbeitet wohl ein t) bertragungsverfahren einer Stuttgarter Firma, aber audi von Leipzig kamen FIG.5. FIG.i Kombinierte Tiefbruck- unb Offsetpresse Mitteilungen, BaB von tiefgelegten Platten Dauer- auflagen erzielt worBen waren. Bei Biesen letzteren Platten hanBelt es sich mehr um Ben Druck mit mehr linearen Zeichnungen oBer Sdiriften; Benn bei HalbtonbilBern entstehen wohl beson&ere Schwierigkeiten. Uberhaupt erforBert Bie Herstellung einer solchen Offsetform groBe Aufmerk- samkeit; Benn nurein wenig Zuviel Ber verlangtenTiefe, un& man hat eine Pragung auf Bern Gummitudi, was erst recht ein glattes Arbeiten in Ber Maschine erschwert. Neuer&ings tritt nun Ber englische Offsetfachmann J. Goodman fur eine Kombinalion zwischen Offset- unB TiefBruck ein. Nadi seiner Meinung ware es wohl moglich, Biesen beiBen Verfahren bei zweckmaBiger AnwenBung grofiere AnwenBungsmoglichkeiten zu geben. Es liefie sich gewiB eine fur TiefBrucktechnik hergestellte Form auf Bie Offsetplatte iibertragen un& auf Biese Platte Bann noch eine audi fur Offsetzwecke hergestellte Zeichnung hineinbringen. UnB es gebe auf Biesem Gebiete vielerlei Kombinationsanwen&ungen. Wir sinB nicht in Ber Lage, alle Biese jetzt in Ver- bin&ungen mit Offset- un& Tief&ruck erscheinen&en Neuerungen nachzuprufen, betonen mochten wir aber audi an Bieser Stelle, Bafi besonBers fiir Ben TiefBruck in EnglanB unB Amerika seit einigen Jahren ein reges Interesse besteht unB es gar nidif ausgeschlossen ist, BaB Bort nodi mancherlei ausgearbeitet wirB, woran wir jetzt in DeutsdilanB mit unsern prekaren Wirt- schaftsverhaltnissen nicht Bjsnken konnen. Eine einschlagige Patentbesdireibung finBen wir in einem englischen Fachblatte: Der British and Colonial Printer vom4. Oktober 1923 bringt Bie Zeichnung un& Bie Erklarung einer kom- binierten Druckmaschine fiir alle Druckarten, HochBruck, TiefBruck sowie OffsetBruck. Es soil sich hier um eine Erfin&ung Ber Soc. d'Exploitation des Persedes d'Impression Sardou hanBeln. Die Maschine ist so konstruiert, BaB audi verschieBene Farben in einem Druckgang zu erleBigen sinB. Zu Biesem Zweck sinB um Ben DruckzylinBer A eine Serie BilBtrager H an- geor&net, welche Bie versdiie&enen Teilformen tragen. Es kann auch ein GegenBruck von Bern nach unten gelagerten sdiwingbaren BilBtrager Ml stattfinBen, unB ist Bies fiir TiefBruckformen geBadit. Die Farbe wur&e von erhohtenTeilen BerW/-ZylinBer abgegeben, wahrenB aus einer beigegebenen Skizze ersichtlidi ist, in welcher Weise eine Rakelbewegung unB Ber Druck vor sich gehen soli. Die geBachte Maschine beBarf sicher nodi einer groBen Durcharbeitung unB Ver- besserung, ehe eine wirkliche Einfiihrung in Bie Druckersale moglich ist.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 46