DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER Eme Stimme aus Indien. Ein Mns±eralt>um. 78 XXX Man sdireibt uns aus Britisch-lnBien Sen folgenflen inter- essanten Brief, Sen wir im Auszug wieBergeben, naturlich unter Weglassung von Ort unO Namen, Damit Bern AbsenBer keine Unannehmlichkeiten entstehen. Wir sinB aber gem bereit, ver- trauenswur&igen Firmen, Bie uns auf ihrem Geschaftsbriefbogen schreiben, nahere Mitteilungen zu machen. Die Schriftteitung Sehr geehrter Herr! Ich bin durch den leitenden Direktor aufgefordert worden, Ihnen zu schreiben und den Dank fiir die Ubersendung des German Printer" an unsere Druckerei abzustatten. Ich habe das Buch persdnlich durchgearbeitet und denke, dad es kein zweites Fachblatt gibt, von denen, die ich zu sehen bekam, das einen Vergleidi mit der Aufmachung Ihres Heftes und dessen Lesestoff aus- halt. Ich wiinsche Ihnen alien Erfolg, und wo ich Ihnen von Hilfe sein kann, stehe ich gem zu Diensten. Ich bin dabei, unsere ganze Maschineneinrichtung, die englischen Ursprungs ist, gegen deutsche Fabri- kate einzutauschen. Tatsachlich ziehe ich deutsche Er- zeugnisse vor, denn wir wissen, dad sie niemals versagen, im Gegensatz zu den englischen Maschinen, wo das haufiger vorkommt. Ich wiirde mich sehr gem damit befassen, den Vertrieb deutscher Maschinen hier zu fordern. In Verbindung hiermit will ich er- wahnen, dad der Indische National-Kongred kiirzlich den Beschlud gefadt hat, den absoluten Boykott alter englischen Waren, insbesondere auch von Automobilen, Maschinen usw. usw., durchzufiihren. Ich denke, hier bietet sich eine gute Gelegenheit fiir deutsche Fabri- kanten, den indischen Markt zu erobern. Jedoch miissen sie Obacht geben, ihn nicht zu iiberschwemmen, wie einige amerikanische Firmen es kiirzlich getan haben. Ich ware Ihnen dankbar, wenn Sie mich mit einigen deutschen Fabrikanten bekanntmachen wiirden, die widens sind, Maschinen fiir das graphische Gewerbe und auch fiir die Schriftgiederei nach kurzem Abruf zu liefern. Ich kann Ihnen so viel Referenzen von bekannten indischen Geschaftsleitern und Politikern geben, wie Sie haben wollen, und konnte auch eine persdnliche Sicherheit in Form einer ansehnlichen Summe leisten. Weiter denke ich persdnlich, dad Deutschland versuchen sollte, in seinen Week en einige junge Inder zu schulen, die nach ihrer Ausbildung imstande sind, hierzulande als Vertreter zu fungieren. Ich sage Inder, weil es nahezu unmoglich fiir deutsche Herren sein wird, irgendwelche Geschafte in Indien abzuschlieden, und zwar infolge der direkten Feindseligkeit der britischen Behdrden gegeniiber Ihren Landsleuten. Dagegen liede sich jede Anzahl indischer junger Leute finden, die geneigt waren, nach Deutschland zu kommen, um ein Fach zu er- lernen. Was uns in Indien fehlt, sind facherfahrene Leute. Indiens Buchdruckerkunst steckt noch in denWindeln. Das Land, das die benotigten Maschinen liefern will, mud auch ein unternehmungslustiges Land sein. Wir haben gegen viele widrige Umstande zu kampfen. Wir wiinschen Handelsbeziehungen mit einem Lande anzukniipfen, das weid, was Leiden wirklich bedeuten, und das bereit ist, unserm Lande zu helfen, das schon seit Jahrhunderten unterdriickt wird. Ihr sehr ergebener (Name und Unterschrift). Betriebsverlegung. Die Deutsche Photogravur Aktiengesellschaft zu DiisselBorf (friiher Siegburg) hat ihren Sitz nach K&ln verlegt. Im Verlag Bes Hamburger Fremdenblatts, Broschek Co. in Hamburg, erschien ein Album Hamburgs „Ansichten von Ber Freien unB HansestaBt". Dieses Heft, ein QroBquart, verrat schon Burch seine geschmadcvolle auBere Aufmachung, ein tiefes Rot Bes Umschlagkartons mit GolBpragung, Ben geBiegenen Inhalt. Es werBen in wechselnBer Reihenfolge groBtenteils ganz- seitige Ansichten Hamburgs geboten. Die StimmungsbilBer Bes Hamburger Hafens sowie Bie nieBerBeutsche Umgebung Ber freien HansestaBt mit ihrem geschlossenen ernsten Charakter sinB so recht geeignet zur WieBergabe im Tief- Bruckverfahren. Die Firma, Bie als eine Ber ersten Ben TiefBruck aufnahm, pflegt aber auch neben ihrem Zeitungs- unB ZeitsdiriftenBruck Ben Druck von mehr AkziBenz- un& Qualitatsarbeiten in Biesem Verfahren. Eine Probe Bes Konnens liegt in Biesem Album vor. Auf 32 Seiten reiht sich Bilb an BilB unserer Beutschen HanBelsmetropole. Die Aus- stattung selbst ist mustergiiltig. Auf einem gelblich getonten TiefBruckkarton bester Qualitat heben sich Bie in einer weichen, grunschwarz abgestimmten Farbe gehaltenen Illu- strationen sehr vornehm ab. Von Ben oft in ahnlichen Werken zutage getretenen Rakelstreifen sieht man bei Bieser Druck- leistung nichts. Die Unterschriften Ber BilBer, Titel unB Bie kurze Einleitung iiber Hamburg unB seinen Hafen sinB in BuchBruck hergestellt, so BaB Bie Sorgfalt Bes TiefBruckers sich aussdilieBlich Bern BilBermaterial zuwenBen konnte unB bei Ben langjahrigen Erfahrungen Ber Firma auf Bern Gebiet Bieses vortreffliche Resultat zeitigen muBte. Die ganze Aus- fiihrung zeigt auch, BaB ein verstanBnisvolles Zusammen- arbeiten Bes Photographen, Retuscheurs unB Atzers voran- gegangen ist. Soldi gute Brucktedinische Leistung beweist immer wieBer, BaB Ber TiefBruck in Ber ReproBuktion wirklich vollwertiger Vorlagen, namentlich photographischer Auf- nahmen mit hohem Stimmungsgehalt, einfadi unerreidibar ist. Papiernormung. Unser Aufsatz im Septemberheft aus Ber FeBer Dr. Porstmanns finBet in BuchBruckerkreisen lebhafte Beaditung. UnB Bas ist gut so. Soeben erhalten wir Kenntnis von einem RunBschreiben Bes Bayrisdien Staals- ministeriums, wo Bie Durdifuhrung Ber Normung fur alleDruck- sachen verlangt wirB. Solchen Druckereien, Bie Bafiir unbillige hohere Preise berechnen, sinB Bie bisherigen Auftrage zu entziehen. Es ist also eine Notwen&igkeit fur je&e Druckerei, sich mit Ber Materie vertraut zu machen. Wir begruBen es Beshalb, BaB Bie Firma RicharB Claassen Nachfolger, Fabriklager von Papierfabriken und Papiergrodhandlung, Berlin SW61, Gitschiner Strade 13, Bern vorliegenBen Heft eine Beilage im Din-Format beilegt, BiePapierformat unB An- wenBungen bringt. Eine vollstan&ige Mustersammlung wirB von ber Firma Claassen gegen eine GolBmark pro Heft (siehe letzte Prospektseite) abgegeben. Bei eventuellen Auftragen von 50 GolBmark an werBen Biese Zahlungen gutgeschrieben. Vor 100 Jahren. Von einem GeBenktag Ber Firma Karl Krause, Leipzig, sei hier kurz Notiz genommen. Am 29. November 1923 jahrt sich zum hunBertsten Male Ber Geburlstag von Karl Krause, Bern Grun&er Ber nach ihm ge- nannten Firma. Karl Krause nahm von unten auf seinen Weg. Er entstammt einem Bauerngesdilecht unB kamin Ber vierziger Jahren nadi Leipzig, zu einer Zeit, wo Bie GroBstaBtwerBung Leipzigs zugleidi mit Ber EinBringung Ber Maschine in Bas gewerblidie Leben begann. Die Eroffnung Ber Leipzig- DresBener Eisenbahn wurBe Karl Krause zum entscheiBenBen Erlebnis. Er begann, im Jahre 1855 selbstanBig geworBen, sich alsbalB Ber PapierverarbeitungsinBustrie, speziell Bern BuchBruck- unB BuchbinBereigewerbe, zu wiBmen. Die erste Krause-SdineiBemaschine entstanb im Jahre 1859. Ein Jahr Barauf wurBe Karl Krause auf erweitertem TatigkeitsfelBe in Ber InselstraBe im Osten Leipzigs ansassig. Nadi 1870 legte er Ben GrunBstein zu Ben Werkanlagen im Leipziger Vor- ort Anger-CrottenBorf, Bie noch heute Bas Mutlerhaus Ber Firma Karl Krause bilBen. Karl Krause starbam 3.Marz 1902.

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 6