Jedermann die befte Leijtung 80 DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER XXX Spanien Deutschen Buch- und Steindrucker Berlin SW61 in nennenswerter Hanbelsverkehr zwisdien j Spanien unb Deutschlanb setzte erst gegen j Enbe bes vorigen Jahrhunberts ein, als in Spanien nach bem ungliicklich verlaufenen Kriege mit ben Vereinigten Staaten von Norbamerika eine neue Wirtschaftsperiobe begann. Im Jahre 1913 betrug, nach ber letzten vor Kriegsausbruch veroffentlichten Statistik, bie Einfuhr beutscher Waren nach Spanien bie statt- liche Summe von 185 Millionen Pesetas, im Vergleich zu einer Ausfuhr spanischer Waren nach Deutschlanb im Werte von 74 Millionen Pesetas. Der Krieg unter- brach biese Hanbelsbeziehungen in empfinblichster Weise. Bis zum Eintritt Italiens in ben Weltkrieg konnten zwar noch einige Hanbelsgeschafte zwischen Spanien unb Deutschlanb erlebigt werben. Dann muBten auch sie unterbleiben. Fast alle Versuche, ben Hanbelsverkehr zwischen Deutschlanb unb Spanien iiber Schweben, Danemark unb Norwegen aufrechtzuerhalten, scheiterten an ber Wachsamkeit ber Englanber. Wichtige Artikel, bie nur aus Deutschlanb bezogen werben konnten, fehlten vollkommen. Es war baher nicht verwunberlich, wenn bie Spanier mit Sehnsucht ben Tag erwarteten, an bem es wieber moglich war, mit Deutschlanb ben Hanbelsverkehr aufzunehnren. Kaum war ber Reise- unb Postverkehr zwischen beiben Lanbern wiebereroffnet, so begannen auch bie Hanbelsbeziehungen sich neu zu beleben. Leiber machten bie Spanier hierbei aber zunachst keine guten Erfahrungen. Man nahm Bestellungen entgegen unb vereinbarte Preise, ohne jeboch biese noch bie Liefer- termine einzuhalten. Das schabete berWieberaufnahme ber beutsch-spanischen Hanbelsbeziehungen sehr; war boch gerabe ber beutsche Kaufmann ben Spaniern fur piinktlich unb reell bekannt. Anberseits begingen audi bie spanischen Kaufleute Fehler. Sie reisten nach Deutschlanb, ohne bie genugenben Sprach- unb Fach- kenntnisse zu besitzen, um selbst an Ort unb Stelle ihre Einkaufe zu besorgen. Dabei gerieten sie oft in bie Hanbe von unsauberen Elementen, bie ihre mangelnben Sprach- unb Fachkenntnisse ausbeuteten. Hoffentlich ist biese erste Sturmperiobe ber Wieber- ankniipfung beutsch-spanischer Hanbelsbeziehungen nunmehr enbgultig iiberwunben. Trotz ber ungiinstigen Lage, in bie Deutschlanb burch ben Friebensvertrag gekommen, sinb gute Aus- sichten bafiir vorhanben, baB bie beutsch-spanischen Hanbelsbeziehungen sich wieber zur alten Bliite ent- falten, ja vielleidit sdion entfaltet haben. Bei ber Ausfuhr beutscher Waren nach Spanien ist zweierlei zu beachten: Die beutschen Exporteure biirfen nicht iibersehen, baB bie Preise, bie man heute in Deutschlanb fiir ben Verkauf im Inlanbe ansetzt, sich in ber Regel bereits bem Welthanbelspreise nahern. Belegt man bie Waren noch fiir bie Ausfuhr mit einem Valutaaufschlag, ber oft bas Vielfache bes Kaufpreises betragt, so wirb es fast unmoglich sein, in Spanien bafiir Abnehmer zu finben. Ferner ist nicht auBer acht zu lassen, baB ber spanische Kaufmann gern bie Waren sich ansieht, bie er kaufen soil. Es wirb beshalb notwenbig sein, in ben groBeren Stabten bes Lanbes, namentlich in Mabrib unb Barcelona, beutsche Musterlager zu errichten. Vor bem Weltkriege schickten bie groBen beutschen Hanbels- unb Exporthauser ihre eigenen Reisenben nach Spanien. Das wirb heute sehr oft unmoglich sein, weil bie Unkosten zu hoch sinb. Es gibt aber in Spanien eine ganze Reihe tiichtiger beutscher unb spanischer Kaufleute, bie gern zur Ubernahme von Vertretungen bereit unb audi bafiir besonbers geeignet sinb, weil sie bie Sprache bes Lanbes unb seine Be- wohner genau kennen. Es ist bisweilen ber Fehler gemacht worben, beutsche Vertretungen ungeeigneten Personen in Spanien zu iibertragen. Nicht allein, baB bie beutschen Kaufleute in Spanien, bie burch ben Krieg schwer gelitten haben, hierbei iibergangen wurben, beauftragten beutsche Hauser mit ihrer Ver- tretung oft solche Leute, bie wahrenb bes Weltkrieges offen gegen Deutschlanb gearbeitet haben. Eine anbere Moglidikeit, bie Hanbelsbeziehungen zwischen Deutschlanb unb Spanien aufs neue zu be leben, besteht in ber Ausfuhr unserer Intelligenz. Deutsche Techniker, Ingenieure unb Kaufleute werben in Spanien iiberall mit einer gewissen Leichtig- keit gute Stellungen finben, wenn sie fiber geniigenbe Sprachkenntnisse verfiigen unb sich ben bortigen Ge- brauchen unb Sitten anpassen konnen. Man schatzt in Spanien ben Deutschen im allgemeinen sehr unb halt viel von seiner Arbeitskraft unb seinem Organisationstalent, Man schicke also tiichtige Deutsche heraus. Auf graphischem Gebiete hat bie spanische Export- ausgabe bes Deutschen Buch- und Steindruckers einen groBen Teil bazu beigetragen, bie Hanbelsbeziehungen mit Spanien wieber zu forbern. Im Friihjahr bieses jahres traf ich bie letzte Ausgabe vom Dezember 1922 in fast alien Druckereibetrieben. Es wurbe mir iiberall gesagt, baB bieses Exportheft groBe Dienste leistet, ba fast alle Firmen, mit benen sie in Verbinbung treten mochten, barin enthalten sinb. tx. sollte sich genUgend fUr selnen Beruf Interessieren und ein Fachblatt halten. Er muli wissen, was andere Leute tun, er muB die Wirtschaftslage kennen, er muB die Mode der Zeit beobachten, er muB arbeitsparende Methoden und Maschinen kennenlernen, er muB auch seinem Personal das Fachblatt zugang- lich machen. Selbst wenn an Neu- anschaffungen nicht zu denken ist, gibt ihm das Fachblatt die Moglichkelt, aus dem vorhandenen alten Material herauszuholen, wenn er die Winke und Gebrauchsanwendungen geniigend be- achtet. Man verlange deshalb unsern Abonnementsprospekt und sende ihn ausgefullt wieder ein an den

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 8