f f I f I f T DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx Die Linotype in NordameriKa 06 in 'Javbendonen, (Stein wir das Get/one pffegen, die G&egeiftevung allein gibt )uin °Z&evh den Gegen. 0COex ausgeleznt fein wilt, der tnnf) im (3tabe liegen. isDie gvofjte Jtlavljeit iff immer die gvofjte Gdjonljeit. effing. 168 Im Auguslhefl Bes Deutschen Buch- und Seindruckers be- fin&et sich ein Artikel „Die Mergenthaler Linotype Company und die Intertype", Ber in bezug auf einige Ber Bort ange- fuhrten Dehauptungen Bie nachstehenBen Zeilen veranlaBt hat. Die reBaktionelle Bemerkung, alle Angaben Bes Artikels bezogen sich nur auf Bie amerikanisdie LinotYpefirma, ist wohl gutgemeint unB wirB bei einem kleinen Teil Ber Fach- genossen, Bie genau iiber Bie Lage im Setzmaschinengeschaft unterrichtet sinB, VerstanBnis finBen, aber Both Ber weitaus groBteTeil Ber Leser wirB sdiwerlich Biese feinen UnterschieBe madien, sonBern einfach Bie Ausfiihrungen auf Bie Berliner Firma beziehen. Der in mancher Hinsicht, namentlich was Bie Vorgeschichte ber RiBBersdien GrunBung anbetrifft, be- merkenswerte Artikel ist offenbar von einer unterriditeten Personlichkeit geschrieben, jeboch laBt sidi eine gewisse Ein- seitigkeit Bes Urteils nidit verkennen. Da nun Biese auch zu unriditigen Schlilssen gefiihrt hat unB aus Ben vorerwahnten GrunBen audi Bie Mergenthaler Setzmaschinen-Fabrik G. m. b. H. in Berlin getroffen werBen konnte, so sei kurz auf folgenbes hingewiesen: Es Biirfte bekannt sein, BaB bie Neuyorker unB Bie Berliner Firma von einem bestimmten Zeitpunkt ab jebe selbstanBig an ihren Linotypemo&ellen gearbeitet haben un& Biese sidi zum Teil wesentlich voneinanBer untersdieiben. Der GrunB Bafur ist in erster Linie, BaB Bie Ansprudie Ber Beutschen BudiBrudcereibesitzer anBere sinB als Bie Ber amerikanischen unB infolge&essen sdion gewisse MoBifikationen, namentlich bei Ber Doppelmagazin- unB Ber Viermagazin-Linotype, er- forberten. Wenn nun in Bern Artikel behauptet wirB, BaB Bie Linotypefabrikation von Anfang an sidi auf ihrem „Monopol" bequem ausgeruht unB nidits getan hatte, um ihre Maschinen zu vervollkommnen, so ist Bas fiir beiBe Fabriken vollkommen unriditig. Es liegt auf Ber HanB, BaB eine Maschine, Bie einen so langjahrigen EntwicklungsprozeB Burdigemadit hat wie Bie Linotype unB Burch Bie unermUBliche ErfinBertatigkeit Mergenthalers unB anBerer immer mehr BurchgebilBet wurbe, eine gewisse Ruhezeit gebraudit, um Burch Herausbringen eines StanBarBmo&ells erst einmal eine Basis fur Ben weiteren Ausbau zu sdiaffen. Das ist selbstverstanblidi audi bei Ber amerikanischen Linotype Co. Ber Fall gewesen, unB wenn infolgeBessen in Ben ersten ]ahren vielleidit weniger Neue- rungen an bie ©ffentlichkeit gekommen sinB, so ist Bas nidit weiter verwunBerlidi. Aber selbst Bas stimmt nidit ganz; es sei hier hingewiesen auf einen Artikel in Ber neuesten Nummer Bes Modernen Buchdruckers, in Bern gelegentlidi Bes jubilaums von Carl Miihleisen, Bes ehemaligen Leiters Ber OttmarMergenlhalersdien Fabrik in Baltimore, eine sdion im jahre 1898 konstruierte Mehrmagazin-Linotype abgebilbet wurbe. Die Patentsdiriften jener jahre sinB voll von Er- finbungen, Bie sidi auf Neuerungen unB Verbesserungen an Ber Linotype beziehen. Ein vollgultiges Zeugnis Bafiir bietet z. B. ein Blick in Bas Patentverzeidinis aus jenen jahren, Bas Bie vortrefflidie „Geschidite ber Setzmasdiine" von Thompson anfuhrt. Der Verfasser Bes Artikels wiberspricht sich aber audi selbst; Benn wahrenB er einerseits sagt, BaB erst Bas Auftreten einer Konkurrenz in Amerika Bie Mergenthaler Linotype Co. in Neuyork Bazu veranlaBt habe, ihre Maschine zu „moBernisieren", sagt er, BaB sdion vom jahre 1906 an, also sieben jahre vor Bern Auftreten Ber Intertype, Bie Ein- ftihrung zweier neuer Mo&elle gesdiehen sei. Ferner ist es unrichtig, BaB, wie Ber Verfasser ausfuhrt, nur Bas Mo&ell 4 (Doppelmagazin-Linotype) unB 5 (Einmagazin-Linotype) in Bieser Zeit von Ben Amerikanern herausgebradit seien. Es sinB aufler&em noch MoBell 8 (Dreimagazin-Linolype) unB MoBell 9 (Viermagazin-Linolype) ersdiienen, wohlbemerkt also, ehe an Bie Intertype geBadit wur&e! AuBer Biesen MoBellen sinB nun aber bis zu Bern genannten Zeitpunkt stanbig anBere Neukonstruktionen von Einzelteilen Ber Linotype Ber Mergenthaler Linotype Co. in Neuyork patentiert worben. Wie sorgfaltig unB wie griinblidi hier vorgegangen wirB, BafUr ist ein Beweis, BaB in Ber Neuyorker Fabrik zwei groBere Abteilungen fur Neukonstruktionen sdion seit Bern jahre 1900 eingeriditet sinB. Diese beiben Abteilungen arbeiten voneinanBer vollstanbig unabhangig, unB man will Burch Bieses System erreichen, BaB Burdi Vergleichung Ber IBeen unB Entwurfe beiber Abteilungen Bas Benkbar Beste gesdiaffen wirB. Bei einer solchen Organisation ist es ganz unmoglidi, BaB Bie Behauptungen Bes Artikels, eine groBe Anzahl Ber von Neuyork auf Ben Markt gebraditen Linotypes hatte Konstruktionsfehler, Bie fur „alle Zukunft ein Teil Ber Linotypefabrikation blieben", riditig sinB. Wenn als Beispiel Bafur „&ie Linolype-Arretierung" angefilhrt wirB, so ist Bies zunadist schon sehr unklar ausgeBrudctBenn wenn etwa automatische Arretierungen zur Verhiitung von Storungen Bamit gemeint sein sollten, so besitzt Bie Linotype Beren Brei, unB es muB Bern entgegengehalten werBen, BaB alle Brei sict) von Anfang an bewahrt haben unB nodi heute mit geringen Vereinfachungen wie zuerst arbeiten. Was ferner Ben UniversalausstoBer betrifft, Ber in Bern Artikel als Ver- besserung angefuhrt wirB, so ist Baruber zu sagen, BaB Biese „Verbesserung" sehr fragwiirBiger Natur ist unB audi hier aus Ber Not eine TugenB gemadit wur&e, Beren Quelle Bie Umgehung von Linotypepatenten war. Wenn also einerseits aus Bern VorstehenBen klar hervor- geht, BaB Bie Neuyorker Linotype-Gesellsdiaft keineswegs erst auf Bie Konkurrenz wartete, um Verbesserungen an ihrer Maschine anzubringen, so muB anberseits immer wieBer Barauf hingewiesen werBen, BaB viele sogenannten Ver besserungen an jungeren Maschinen immer nur unter Bern Gesichtswinkel zu verstehen sinB, BaB es sidi Barum hanbelte, gesdiutzte Konstruklionen Ber alten Maschinen zu umgehen. Wer Bie Entwicklung Ber Setzmasdiine verfolgt hat unB namentlich Biejenige Ber jungsten Zeit kennt, Bern wirB Bas ohne weiteres verstanblidi sein. Es zeigt sich eben audi hier wie&er, BaB man sidi hiiten muB, einseitige Urteile zu fallen, unB wenn in Bern Artikel behauptet wirB, BaB Bie bei&en genannten Maschinen sidi in NorBamerika jetzt al pari stanBen, so gewinnt biese Behauptung ein etwas an&eres Lidit Burch Bie Feststellung folgenber Tatsache: Die Intertypefabrik be- hauptete z. B., sie habe je etwa 50 Linotypes aus Brei groBen ZeitungsBruckereien, The World, New York Times unB New York Journal, herausgebradit unB ihre Maschinen Bort auf- gestellt. In Wirklidikeit verhalt sich Bie Sadie so: Die Inter type madite Ben Brei Zeitungen Ben Vorschlag, funfzig ihrer Linotypes, Bie zum Teil iiber 16 jahre Bort gearbeitet hatten, gegen Intertypes auszutausdien unB pro Maschine nur 1000 Dollars zuzuzahlen. NadiBem nun eine entspredienbe ForBerung Ber Brei Druckereien an Bie Mergenthaler Lino type Co. in Neuyork von Bieser abgelehnt war, konnten selbstverstanblidi Bie genannten Zeitungen sidi Biese giinstige Offerte nidit entgehen lassen. Viel beBeutsamer aber ist Ber UmstanB, BaB Biese Brei Zeitungen naditraglidi Bie ent spredienbe Anzahl Linotypes bei Ber Mergenthaler Linotype Co. in Neuyork nadibestellt haben trotz ber vorher au.- gestellten Konkurrenzmasdiinen! Damit ist wohl ein voll gultiges Urteil iiber Ben Wert Ber beiBen Maschinen abgegeben, zu Bern ein weiterer Kommentar iiberflussig ist. H-s. yotjannes ffJroelf).

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 60