DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER xxx 172 licher Maschinenkonstruktionen hanbelt, wirb von ber Firma J. G. Schelter Sc Giesecke bie Pflege ihrer Halt- zylindermaschine keineswegs vernachlassigt. Schon ber gebrungene Unterbau laBt barauf schlieBen, bafi bei bieser Druckpresse mit Eisen nicht gespart wirb, unb finbet bieses Material auch bie zweckentsprechenbste Verwenbung, hauptsachlich unterhalb bes Druck- zylinbers, um bie Druckfahigkeit auf bas benkbar hochste MaB zu unterstiitzen. Das sinb bie hervor- stechenbsten Merkmale bes Druckmaschinenbauesbieser altbekannten Firma. In jahrzehntelanger Arbeit hatte sich bie Leipziger Schnellpressenfabrik A.-G. vormals Schmiers, Werner St Stein in Leipzig bie Aufgabe gestellt, ben Bau von Schnelipressen fur bas Steinbruckgewerbe zu pflegen unb zu forbern. Es war bies kein leichtes Beginnen, benn gegeniiber bem alteren unb auf vielseitigerer Grunblage beruhenben Buchbruck war bie Erfinbung Senefelbers, ber Steinbruck, in mancherlei Hinsidit im Nachteil. Unb wenn es ihm schon gelang, kraft ber Giite unb Eigenart seiner Erzeugnisse sich burch- zusetzen, so waren es both immer wieber altiiber- lieferte Vorurteile in ben Kreisen ber Buchbrucker- welt, bie bem Steinbruck bie Anerkennung als gleich- berechtigtes Vervielfaltigungsverfahren versagten. Ein- gangs genannte Firma hat mit solchen Vorurteilen wieberholt rechnen miissen, aber unbeirrt ist sie ihres Weges geschritten in ber Erkenntnis, baB bas chemische Druckverfahren, ber Steinbruck, bem Buchbruck boch einmal ernsthafte Konkurrenz bereiten miisse, sofern es gelange, ihn in vollkommener Weise auszubauen unb alle Fortschritte ber Technik unb Wissenschaft in seinen Dienst zu stellen. In zielbewuBtem Nach- streben ber von ben Griinbern vorgezeichneten Auf gabe hat genannte Firma bann in neuerer Zeit jenem graphischen Vervielfaltigungsverfahren ihre besonbere Aufmerksamkeit geschenkt, bas berufen war, ber Er finbung Senefelbers bie vollkommensfe Gestalt unb Anwenbungsmoglichkeit zu sichern unb ihr bamit zugleich zum enbgiiltigen Siege zu verhelfen: bem Gummi-(Offset-)Druck. Es eriibrigt sich fast, ber Fach- welt hier nochmals bie Fabrikate ber Firma vor- zufiihren. Unsere Zeitschrift hat immer reditzeitig fiber alles berichtet. Es sollen beshalb hier nur bie Kennworte ber Leipziger Maschinen folgen. Gummi- bruckpresse „Leipzig", „Kleinod", „Kleine", Flach- gummibruckpresse „Rubens", bie selbsttatige Schleif- unb Kornmaschine, Doppelumbruckpresse Janus", Steinbruckschnellpresse ,,Sachsen", Blechbrudcschnell- pressen, Blechlackiermaschinen unb Zylinber-Bronzier- unb Abstaubmaschinen. Hochbruck unb Flachbruck befinben sich in fort- gesetzterWechselwirkung, unb man braucht nicht gerabe ein Prophet zu sein, wenn man sich einbilbet, baB beibe Verfahren in jeber Beziehung noch ausbaufahig erscheinen, soweit bie Prazision bes Druckprozesses babei in Frage kommt. Auch bie Buchbruckmaschinen wurben von biesem Geiste ergriffen: man strebt nach immer groBerer Vervollkommnung auf bem Gebiete bes Schnellpressenbaues. Unter ben Neukonstruktionen, bie in ben letzten Jahren bie besonbere Aufmerksamkeit ber Fachwelt erregten, steht mit an erster Stelle bie Hochbruck- Flachformschnellpresse „Record" ber Firma Bohn St Herber in Wiirzburg. Es wurbe eine Maschine geschaffen, bie, kurz gesagt, als bas Ibeal bes Buch- bruckers bezeichnet werben barf, unb zwar aus bem Grunbe, weil bei ihr alle konstruktiven unb praktischen Erfahrungen, bie in ben vorangegangenen Jahren gemacht wurben, zur Anwenbung gelangten unter bem einen Gesichtspunkt, eine Druckmaschine fur alle Zwecke zu schaffen. Man sagt zwar gemeinhin, bas ginge nicht. Aber wo alle hierzu notwenbigen Voraus- setzungen gegeben sinb unb zusammenwirken, bann lafit sich bas gesteckte Ziel auch erreichen. Die Firma Bohn Herber hat ihre Probuktionsmittel vor einigen Jahren burch Umstellungen unb Neubauten ganz neu belebt. Die erste Record" konnte im April 1921 bie Werkstatten verlassen, unb heute haben bereits mehr als 250 „Recorb"-Maschinen ihren Weg in alle Welt- teile gefunben, was als Beweis fur bie Giite bes Fabrikats gelten mag. Die „Recorb" kommt sowohl als Schnellaufer besonbers in Verbinbung mit einem Anlegeapparat wie auch als vollenbete Qualitats- maschine in Betracht, wozu bie muStergiiltige Aus- fiihrung bes Farbwerks ganz wesentlich beitragt. Die im Weihnachtsheft enthaltene Beilage ber Actiengesellschaft fiir SchriftgieBerei und Maschinen- bau in Offenbach a. M. enthalt eine Abbilbung vom Schnellaufertyp „Fortsdiritt" unb riickseitig bie gut gelungene Aufmachung ber zugkraftigen Reklame- schrift „Messe-Grotesk". Die maschinelle Entwicklung ber letzten Jahre ging auch an ben Erzeugnissen bigger Firma nicht spurlos voriiber, was ber Bau ber „Fortschritt"-Maschinen unschwer erkennen lafit. Hier bleibt bie Ibee lebenbig, auf einer Schnellpresse moglichst alle Arbeiten her- zustellen, soweit bie Formatverhaltnisse bieser Mog- lichkeit nicht entgegenstehen. Den vereinfachten An- spruchen ber Gegenwart biirfte mit einigen gangbaren Formaten, angefangen von 50X70 unb enbigenb mit 60X90 cm, hinreichenb gebient sein, ba fiir Sonber- wiinsche eigentlich kein Raum mehr verbleibt. Statt bessen wurben bie einzelnen Konstruktionen burch- weg mit alien erprobten unb ben Erfolg sichernben Neuerungen versehen, bie eine kurz gefaBte Erlaute- rung finben sollen. Je nach GroBe unb Bestimmung werben bie „Fortschritt"-Maschinen mit zwei ober brei Auftragwalzen ausgestattet. Dem Farbwerk sinb ganz besonbere Vorziige eigen. Die tabellose Verreibung unb Einfarbung wirb burch bie verschiebene seitliche Wechselwirkung ber einzelnen Verreibwalzen garan- tiert. Das abgebilbete Farbwerk ber ,,Fortschritt" lafit seine praktische Anorbnung ohne weiteres erkennen: Die schraffierten Walzen sinb mit Masse versehen, unb bie bazwischen liegenben Stahlwalzen besitzen samtlich seitliche Verreibung, womit selbst hohen An- spriichen geniigt sein mag. Eine eigenartig gestaltete Schaltvorrichtung an der Duktorwalze ermoglicht die genaueste Farbe- regulierung durch Einstelien der Farbentnahme der- gestalt, dab sich der fieber an der Duktorwalze durch zwolf Einstellungsmoglichkeiten von 0 bis 45 mm ab- wickelt, ebenso ganz abgestellt werden kann. Die Auftrag- unb Verreibwalzen ruhen in offenen, breit gehaltenen Lagern; burch einfaches Losen berselben konnen bie Walzen sehr schnell herausgenommen unb wieber eingesetzt werben. Die Rollenbahnen sowie bie Gleitrollen sinb sehr breit gehalten unb garan- tieren in Verbinbung mit ber seitlichen zwanglaufigen Rollenbewegung einen sicheren Gang bes Druckfunba- ments ohne bas geringste Durchfebern. Der boppelt ubersetzte breite Kurbelrabantrieb gewahrleistet eine ruhige stoBfreie Umkehr bes Karrens. Der gesamte

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 68