GQRTENSTADT NiEDEKRAMSTADT; Emil Pirchan als Graphiker 84 MITTEILUNGEN DES VEREINS DER PLAKATFREUNDE PiRCHAN MÜNCHEN Emil Pirchan, der sich durch seine Archi- tekturen, Möbel, Textil- und graphischen Arbeiten in verhaltnismabig jungen Jahren einen Namen ge- macht hat, ist ein gebiirtiger Briinner. An der Wiener Akade- mie, in derWag- nerschule, er- hielt er seine Orientierung, so- weit sich eine künstlerische In dividualist von der Schule be- einflussen labt: ihr verdankt er vielleicht einen Teil seines de- korativen Ge- schmacks. Pirchan ist der Vertreter eines neuen Künstler- typus, der ju- gendkraftig in dem wundervol- len Strome der modernen Zivili- sation schwimmt, ohne die Augen nach der roman- tischen Damme- rung der Ver- gangenheit zu- und Zivilisation, sondern er fabt die Zivilisation als einen Teil der Zeitkultur. Kein Wunder, dab Leute, die der Geist unserer Tage als niichtern anmu- tet, auch im Aus- druck dieses Zeitgeistes in der angewand- ten Kunst eine gewisse Niich- ternheit finden werden. Soli sich aber der Künstler von je- nen schwerfliis- sigen, inverflos- senen Zeiten wurzelnden In dividuen, die vielleicht nur deshalb so am Alten hangen, weil sie die Ge- genwart nicht bewaltigen; kön- nen und sich in ihr, wie Bau- ern im Getriebe der Grobstadt, zu verlieren fürchten, in sein Arbeiten drein- reden lassen? Jede Zeit hat ihren eigenen rückzurichten. Fiir diesen Typus gibt es keine dieser Ausdruck tritt keineswegs immer in dem, prinzipielle Unterscheidung zwischen Kultur was man gemeinhin unter Kunst versteld, zu ARCHiTEKT ElvliL.- Druck von Ed. Röther, Darmstadt Prospektumschlag Ausdruck Und Emil Pirchan

Das Plakat de | 1911 | | page 28