DES VEREINS DER PLAKATFREUNDE Martin Jacoby-Boy Mmm BRI'JHT ,1 Dépöï: 3. Jahrgang 1912 Nummer 3 i von Georg Hermann gibt Sympathien, die einem ïürs ganze Leben bleiben. So ist mancher z. B. Won Hause her oder durch frühe Ge- Dt ^3) j) wöhnung ein Waldlaufer, das heisst hin Vw^^tJ^und wieder einmal, ob Sommer oder (Winter, packt ihn die Lust, und er muss hinaus in den Wald und sich ein bischen müde laufen. Ich zum Beispiel bin ein rich- tiger Ausstellungslaufer. Wenn ich einmal ein paar Wochen keine Bilder und keine Kunst gesehen habe, dann packt mich wieder die Lust, einmal mich zu über- zeugen, was da draussen in der Welt jetzt eigentlich gemacht wird, und ich beginne die Aus- stellung der Salons zu durch- wandern ja, ich versteige mich sogar soweit, dass ich mich all- jahrlich ein- oder mehreremal in die Grosse Kunstausstellung verirre. Diesesmal ware mir urn ein Haar die Sache sehr übel bekommen, denn eine solche An- sammlung trostlosester Langweile halt auf die Dauer auch ein starker Organismus nicht aus. Bei einer Lotterie muss doch zum mindesten auf zehn oder zwan- zig Nieten ein Gewinn kommen, und sei er auch noch so klein. Wenn aber auf zweihundert Nie ten immer ein Gewinn nur kommt, so grenzt das schon ans an Esprit, mit dem von unseren Durchschnitts-Ma- lern oder -Plastikern Kunst produziert wird. Es ist alles so gleichgiiltig, so kleinlich, so unsagbar stumpfsinnig. Wirklich, es hatte wenig gefehlt, und ich hatte ein für allemal den Besuch der Grossen Kunstausstellung verschworen, hatte ich nicht in all der gedankenarmen Trübsal, die sich in den meisten Haupt- undNebensalen breit macht, irgend ein Fleckchen gefunden, das mich erfreut hatte, das mich plötzlich lebhaft machte, begeisterte, inter- essierte, das mich beschaftigte, das mich nicht losliess und das mich noch jetzt erfreut, wenn ich daran zurückdenke. Und seltsam: von diesen Dingen, die ich dort sah, waren ja an drei Viertel mir gut bekannt. Ich hatte sie oft und immer wieder gesehen, war zehnmal vor ihnen stehen geblieben, und war hundertmal mit einem flüchtigen, aber er- fassenden Bliek an ihnen vorbei- gelaufen. Man wird schon wissen, wo- von ich spreche: es waren das die drei, vier Nebensale im Um- gang, die die Berliner Plakate vereinigen. Arbeiten von Bern- hard -von Scheurich, von L e n i von K 1 i n g e r von Leonhard und von dem und jenem noch. Da ist mehr künst- Knmmelle. Was mich jedoch am meisten degou- Geist und Esprit, mehr Farbensinn und mehr Ge- tierte, war der Mangel an Geist und Geschmack, schmack in der Fleckenverteilung, mehr Grazie Die eC^arVeSariferiri tragt dciê parjurrüerte cArmbtaiï "D'ORêy^y M.3 Leïpzigerlïrt Tauentzlenflr iiiM 1 MITTEILUNGEN m •'•p.*** mm* w u J Jacoby-Boy Geschaftskarte lerische Ueberraschung, mehr 6: 50 HM tyl

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