23at>nf>red?er ber 5euffd?en pfüfaffunjï Sahnbrecher der deutschen plakatkunst Z. Edmund Edel Bstei r Vor vielen Jahren Es war einmal Wenn ich jetzt an meinem Schreibtisch sitze und zurück denke, kann ich es fast nicht glauben, daft seit den Tagen, wo ich aus einer Laune heraus zum Plakatmaler geworden, soviel Wasser und leider auch so viel Blut die Berge hinunter geflossen ist. Ueber zwanzig Jahre ist es her, dab ich, am Buffet des Wintergartens wahrend der Vor- stellung von den da- maligen Direktoren des Wintergartens scherzhaft auf das grobes Aufsehen er- regende Plakat Sütter- lins zur Berliner Ge- werbeausstellung auf- merksam gemacht, in ein paar Minuten den Grundstein meiner zukünftigen Laufbahn aufge- zeichnet habe, (im Sinne des Wortes). DieBarrisons tanzten. Die entzückendsten Beine derWelt tanzten und die silberhellen Stimmen sangen das sübe „Linger Linger Lo". Und Berlin jauchzte vor Ver- gnügen. „Man mub dieBarrisons gesehen haben!" - - - - Aber das strenge Sütterlinplakat rief in die Gewerbeaus- stellung. Mit einem Witz persiflierte ich die Monumentalitat dieses vielleicht allerersten deutschen Stiiplakates, das trotzdem noch ganz im Rahmen kunstgewerblicher Ueberlieferung gehalten war. Ich schlang die dünnen Barrisonbeinchen um die starren Saulen, ich lieb eine Manschetle und einen Winkewinke- finger aus der Silhou ette Berlins entsteigen, wo der Hammer als ernstes Symbol der Arbeit aus dem Erd- boden lugte. Eine grausame Parodie, vielleichtschnodderig, echt berlinisch. Aber ich hatte die Lacher auf meinerSeite und der Wintergarten die Besucher im Lokal (Bild 9). Darob entspann sich ein harter Streit. Im Prozebwege wurde dem Wintergarten die Verótfentlichung des Plakats verboten. Die Zeitungen schrieben entrüstete Artikel gegen dieses Ka- nonenschieben auf einen lustigen Spatz. Und ich - der lustige Spatz - war über Nacht der Witzbold Berlins geworden, dem man eine grobe Zukunft und den ublichen Zimmt pro- phezeite. Heute, wo meine Zukunft meine ziemlich lebhafte Vergangenheit ist, kann ich mit einer 17 Btrti'n iW Charlottcnsfr. ^2* 11 A Blld 1 EDMUND EDEL Pldkot 1901 Pruck Hollerboum 21 Schmidt. 5erlln

Das Plakat de | 1918 | | page 37