11111111111111 ©Tann 5U bringen, inbem er entmcber bie ©igenfcf?affen bcr anberen 2Bare t^erabfc^f, ober, menn er feine 2inpreifung gut oerffef?t, bie ber feitien f?eraudffreid?t. ©er !Xaufd?miitigc, ober fagen toir ber t?eufigen Siudbruddform angepafft bcr Staufer, toirb alfo immer oor bie 2Baf?l ber (Sntfrf}cibung geffciit fein. ©iefe ($ntfcf?eibung ;»irb er in mand?en gaiien baburd? treffen tonnen, baf er bie einseinen ii?m angebotenen ©3aren feibff auf if?re ©üte erprobt. ©ied mirb[if?m aber je meniger mogüd? fein, beffo jatjtreitffer bad Singcbot einer ©3arengattung iff, unb je ffarfer fein ©cbarf an ben oer* fd?iebenartigffen ©ütern iff. 3n fotcffen gaiien muff er fid? auf bad oeriaffen, toad iffm ber löarenerseugcr ober beffen ©Titteldmann, ber ftanbler, über ©üte unb ©efd?affent?eit feiner ©3aren mitteilt. ©iefe 3Jïitteifung fann eine pcrfon* iid?e fein, unb bann ffeilt fie bie oieiieid?t feinffe gorm ber ©3erbung bar, fie tann bie unperfönlid?e ber gebrudten ©3erbung fein. ©egcn ben (Sintoanb, baf bad ©ebürfnid für ben Örtocrb einer 2Bare entfd?eibenb iff, lafft fid? aud? eintoenben, baf ed ein genau su beffimmenbed ©ebürfnid feincm ümfange nad? ba nur gibt, too bie sur ©erfügung ffeffenben ©eiber gerabe nur sur ©effreitung ber nottoenbigffen ©üter audreid?en. 2iber aud? ba toirb bad 2ingebot meffrerer ©üter ein unb ber- feiben 2frt irgenb eine gorm ber Sinpreifung ober ©3erbung notroenbig mad?cn. 3n ben oorfintffutiid?cn 3<uten, aid ed nod? feine ©roffarte gab, fannte man oerfd?iebene ©rotforten, oon benen jcber ©ader bei?auptete, baf bie feine bic fd?mad* ffaffeffe unb gefünbeffe mare. Unb menn ber gleifd?er auf feinem <5d?iibe mit groffer gotbener Êd?riff anfünbigt, baf er „ff. ©Surffmaren" unb tagiid? frifdjen 9iuffd?nitt su ocrfaufen i?at, fo bemeiff bad aud?, baf für bie nottoenbigffen Xebend* mittei ©efiamc gemad?f merben fann. ©oilenbd ba, mo ed fid? urn bad Singebot oon Xujudgütern f?anbctt, mirb oon einem engbcgrensten, gemiffermaffen sof?ienmaffig su er* faffenbcn ffaufbcbürfnid nid?t mef?r bic Jtebc fein tonnen Unb aud? f?ier mirb man mieber einfdjaitcn tonnen, baf bie ©egriffe ©ebarfdgegenffanbe unb Xujudgegenffanbe garnid?t genau oon einanberabgeffedt merbcn.fönnen, fobaff ed 3med berSinpreifung fein fann, eine ©ujudtoare aid „unentbefjrtid?" i?insuffeden. ©Tan fann barin etmad Unmoraiifd?ed ffnben; aber neben ben Ubertreibungen gibt ed bod? aud? foidjega'iie, in benen fid? für jemanben ein ©egenffanb, ben er früi?er nid?t oermifft t?at, aid fef?r miilfommen, meii s* 25- fcine ©e* guemiid?feit erf?öt?enb, ermeiff. 3d? oermeife nur auf ben ^iubfeffei. Unb bann iff ober fod unfer gansed ©afein bod? nid?t nur aufbieunentbel?rlid?en©otmenbigfeiten sugefdjnitfen fein, bann braud?t jamof?i braud?t! ber ©Tenfd? aud? fo(d?e ©inge, bie if?m neben ©ffen, Xrinfen unb Rleibung bie ©afeindfreube eri?oi?en, ein ©efülff ber ©ei?ag(id?feit unb bed 2Boi?igefaiiend audlofen. 2iud biefen ©oraudfeffungen ergibt fid? sugteid), - unb bamit mirb bie ooifdmirtfd?affiid?e ©ebeutung ber ©efiame am ein(eud?tenbffen, baf bie faufmannifd?e ©efiame für bie ©ütererseugung oermeffrenb, meii bad ^aufbebürfnid ffeigernb, unb fomit aud? oerbiiligenb mirft. ©ie ©elaffung ber ©ütererseugung, bie burd? bie boffen für bie ©efiame fdjeinbar enfffefft, ioff fid? namlid? bei nafjerem 3ufef?en in ii?r ©egenfeil auf. ©erniff fann eine ungefd?idte ©efiame oerteuernb mirfen, gemiff fann fie unooifdmirtfd?affiid? fein, menn fie trof? f?of?er boffen nur einen geringen ©rfoig ersieit. 2(ber baraud tafft fid? bod? nur foigern, baff ed 6ad?e bed ©efd?affdmanned iff, ben ooraudfid?tiid?en stuffen, ben if?m feine ©eftame einbringen mirb, oorfjer burd? faufmannifdje ffalfuiation,fomeit angangig,absumagen. Öinmirtfd?affiid?er tuffen ber ©effame mirb immer bann ba fein, menn fie sur (Srf?of?ung bed Umfaffed unb bed ©eminned beitragf. ©d ieud?tet of?ne meitered ein, menn man bef?auptet, baff bie ©eflame i?eute für oieie ©emerbesmeige überhaupt erff bie ©runbiage ber (Sjiffensmogiid?feit barffeiit, baff oieie 2Baren garnid?t unb nid?t su einem oerffaifnidmaffig niebrigen preife ijersuffeüen maren, menn fie nid?t ben burd? bie fort* maf?renbe ©efiame bemirften ©iefenabfaf? f?atten. 3(iier in* buffrieiier gortfd?ritt, bie ©Tögiidjfeit bie ©Tenfd?f?eit mit bifligen Örseugniffen su oerfef?en, beruf?t auf [ber Sirbcitd* teiiung. ©iefe aber mieberum iff nur su oerfeinern, menn ber ffeigenbe ©ebarf bie ©orbebingungen für bie ©Taffen* anfertigung fd?afft. 2Benn nun berörfoig ber faufma'nnifd?en ©cflame barin berui?t, baff eine 2Bare, für bie oorffer eine ©adjfrage oon, fagen mir, 100000 <5tüd jaf?rlid? ba mar, jeiff in einer Siuffage oon 10 ©Tiitionen 6tüd angefertigt merben fann, bann f?at bie ©eflame oerbiiligenb gemirft, meii fie bie ©runbiage für eine rationcfiegertigung überf?aupt erff fd?uf. ©ei?men mir an, baff bie £>erffeüung einer gtafd?e ©Tunbmaffer bei einer 2iuffage oon 100000 (Stüd 2 ©Tart foffet, unb baff, faild bie ©Tögiid?feit oorl?anben iff, seffn ©Tiilionen ©tüd ffersuffeiien, ffd? bie ©elbfffoffen für bie glafd?e im ungünffigffen gaite auf 1 ©Tarf ffeüen. ©ie ©e* flame, bie ben ©rfoig biefer ©Taffenf?erffeilung bemirfte, f?at oieiteid?t 1 ©Tidion ©Tarf gefoffet, bad mürbe für bie gfafd?e eine©efiamebeiaffungooniopfennigbarffeiien. ©ie©efiame f?at aifo bad (Srseugnid urn 90 oerbiiligt. 6ie i?at eine neue groffe ©Tunbmaffer*3nbuffrie ind ©eben gerufen, in ber f?un* berte oon ©Tenfd?en befd?affigt finb. ©iefe ©eifpieie iieffen ffd? beiiebig oermei?ren, fie paffen nid?t nur für bad ©ebiet ber ©3arenerseugung, fie mürben aud? auf bad 2f?eafer 2inmen* bung ffnben tonnen, meii man f?ier feffffeilen fonnfe, baff burd? 233 Mann zu bringen, indem er entweder die Eigenschasten der anderen Ware herabseht, oder, wenn er seine Anpreisung gut versieht, die der seinen heraussireicht. Der Tauschwillige, oder sagen wir der heutigen Ausdrucksform angepastt der Kaufer, wird also immer vor die Wahl der Entscheidung gestellt sein. Diese (Zntscheidung Md er in manchen Fallen dadurch treffen konnen, dast er die einzelnen ihm angebotenen Waren selbsi auf ihre Gute erprobt. Dies wird^ihm aber je weniger moglich sein, desio zahlreicher das Angebot einer Warengattung ist, und je starker sein Debars an den ver- schiedenartigsten Gutern ist. In solchen Fallen must er sich auf das verlassen, was ihm der Warenerzeuger oder dessen Mittelsmann, der Handler, uber Gute und Deschaffenheit seiner Waren mitteilt. Diese Mitteilung kann eine person- liche sein, und dann stellt fle die vielleicht feinste Form der Werbung bar, sie kann die unpersonliche der gedruckten Werbung sein. Gegen den Einwand, dast das Dedurfnis fur den Erwerb einer Ware entscheidend ist, lastt sich auch einwenden, dast es ein genau zu bestimmendes Dedurfnis seinem Umfange nach da nur gibt, wo die zur Verfugung siehenden Gelder gerade nur zur Sestreitung der notwendigsien Giiter ausreichen. Aber auch da wird das Angebot mehrerer Guter ein und der- selben Art irgend eine Form der Anpreisung oder Werbung notwendig machen. In den vorsintflutlichen Zeiten, als es noch keineDrotkarte gab, kannte man verschiedene Drotsorten, von denen jeder Darker behauptete, dast die seine die schmack- hasieste und gesundesie ware. And wenn der Fleischer auf seinem Schilde mit groster goldener Schrist ankiindigt, dast er „ff. Wursiwaren" und taglich frischen Aufschnitt zu verkaufen hat, so beweisi das auch, dast fur die notwendigsien Tebens- mittel Reklame gemacht werden kann. Vollends da, wo es sich um das Angebot von ^uxusgutern handelt, wird von einem engbegrenzten, gewissermasten zahlenmastig zu er- fassenden Kaufbedurfnis nicht mehr die Rede sein lonnen llnd auch hier wird man wieder einschalten konnen, dast die Segriffe DedarfSgegensiande und ^uxusgegensiande garnicht genau von einander abgesieckt werden.konnen, sodast es Zweck der Anpreisung sein kann, eine ^uxuSware als „unentbehrlich" hinzustellen. Man kann darin etwas Unmoralisches ftnden,- aber neben den Gertreibungen gibt es doch auch solche Falle, in denen sich fur jemanden ein Gegenstand, den er fruher nicht vermistt hat, als sehr willkommen, weil z. D. seine De- quemlichkeit erhohend, erweisi. Jch verweise nur auf den Klubsessel. Und dann ist oder soll unser ganzes Dasein doch nicht nur aufdieunentbehrlichenNotwendigkeiten zugeschnitten sein, dann braucht - jawohl braucht! - der Mensch auch solche Dinge, die ihm neben Essen, Trinken und Kleidung die Daseinsfreude erhohen, ein Gefuhl der Dehaglichkeit und des Wohlgefallens auslosen. Aus diesen Voraussehungen ergibt sich zugleich, - und damit wird die volkswirtschasiliche Dedeutung der Reclame am einleuchtendsien, - dast die kaufmannische Reklame fur die Gutererzeugung vermehrend, weil das Kaufbedurfnis sieigernd, und somit auch verbilligend wirkt. Die Delasiung der Gutererzeugung, die durch die Kosien fur die Reclame scheinbar entsieht, lost sich namlich bei naherem Zusehen in ihr Gegenteil auf. Gewist kann eine ungeschickte Reklame verteuernd wirken, gewist kann sie unvolkswirtschastlich sein, wenn sie troh hoher Kosten nur einen geringen Erfolg erzielt. Aber daraus lastt sich doch nur folgern, dast es Sache des Geschastsmannes ist, den voraussichtlichen Ruhen, den ihm seine Reklame einbringen wird, vorher durch kaufmannische Kalkulation,soweit anga'ngig,abzuwagen. Einwirtschastlicher Ruhen der Reklame wird immer dann da sein, wenn sie zur Erhohung des Umsahes und des Gewinnes beitragt. Es leuchtet ohne weiteres ein, wenn man behauptet, dast die Reklame heute fur viele Gewerbezweige uberhaupt erst die Grundlage der Exisienzmoglichkeit darsiellt, dast viele Waren garnicht und nicht zu einem verhaltnismastig niedrigen preise herzustellen waren, wenn sie nicht den durch die fort- wahrende Reklame bewirkten Riesenabsatz ha'tten. Aller in- dustrieller Fortschritt, die Moglichkeit die Menschheit mit billigen Erzeugnissen zu versehen, beruht auf cher Arbeits- teilung. Diese aber wiederum ist nur zu verfeinern, wenn der sieigende Debars die Vorbedingungen fur die Massew anfertigung schafft. Wenn nun derErfolg der kaufmannischen Reklame darin beruht, dast eine Ware, fur die vorher eine Rachfrage von, sagen wir, u'ooooo Stuck jahrlich da war, jeht in einer Auflage von Millionen Stuck angefertigt werden kann, dann hat die Reklame verbilligend gewirkt, weil sie die Grundlage fur eine rationelleFertigung uberhaupt erst schuf. Rehmen wir an, dast die Herstellung einer Flasche Mundwasser bei einer Auflage von W«o«o Stuck 2 Mark kosiet, und dast, falls die Moglichkeit vorhanden ist, zehn Millionen Stuck herzustellen, sich die Selbsikosien fur die Flasche im ungunsiigsien Falle auf Mark siellen. Die Re klame, die den Erfolg dieser Massenhersiellung bewirkte, hat vielleicht ic Million Mark gekosiet, das wurde fur die Flasche eineReklamebelastungvonWpfennigdarstellen. DieReklame hat also das ErzeugniS um 9« verbilligt. Sie hat eine neue groste Mundwasser-Jndusirie ins 2leben gerufen, in der Hun- derte von Menschen beschastigt find. Diese Deispiele liesten sich beliebig vermehren, sie passen nicht nur fur das Gebiet der Warenerzeugung, fle wurden auch auf das Theater Anwen- dung sinden konnen, weil man hier fesisiellen konnte, dast durch

Das Plakat de | 1919 | | page 143