zliracH AlJSèTUrXING bltfJSOO ZENTRALBIBLIOTHDC angebracht sind, wo einer für guten Ges schmack reprasentie* ren will, das stehtfrei* lich auf einem andern Blatt. Um hier einen Rest von kiinstle* rischer Wirkung zu bewahren, ist die vers stiindige Einordnung von etwas Gegens standlichem fast uns erlaBlich. Diesem neuenPrinzip zuliebe hat das Konfektionss haus P. K.Z. seine Serie flotter figiirs licher Darstellungen unterbrochenwas dem Plakat von Wollenweber mit den drei Buchs staben und dem schief dariiber gestellten grofi kas rierten Mantel den Wert verleiht, ist die nicht ohne Reiz zusammengestimmte Harmonie. Zum Schlusse noch einige Plakate, denen aus verschiedenen Griinden eine besondere werbende oder kiinstlerische Wirkung innewohnt. Von Otto Baumberger, diesem Tausendkiinstler des Plakats, der alle Stile und alle Darstellungss möglichkeit beherrscht, der immer weiB, welche Mode gerade vorherrscht und daB man dann ges nau das Gegenteil tun muB, um Wirkungen zu erreichen, bringen wir das Plakat Durol mit den komisch erregten, gespenstischen Autofahrern, ein Maskenscherz fast mit den verzerrten, flachig dargestellten Gesichtern. Es sieht gar nicht wie ein Schweizer Plakat aus und mutet uns eher amerikanisch an, aber die Amerikaner haben nichts so Amerikanisches. Es ist ihm hier auch gelungen, was sonst immer ins Kitschige gerat: eine Warens 4r~2<&. OKTOBER 1QÖ4- G edffnetrWerktcips, 1CMS uJ42r5Uhi Sonntap,1CH2d£ U.2-4-L Eint.ri.Tt <5D Cts. Samstag uMlttwoch 2-OCts. packung auf dem Plas kat abzubilden. Sie hat ihm hier, glaube ich, den Stil diktiert. Otto Morach, der selten aber dann mit groBem Verstandnis und unverleugneter Künstlerschaft Plas kate entwirft, die Mits teilung, daB die Sihls talbahn nun eleks trisch fahrt. Zwei Worte und zwei Szes nen, diese in auffals liger schiefer Ans ordnung; eine gerade hatte ihm natürlich das Bild zerrissen. Die eine Szene fliehende Tiere vor qualmendem Rauch fliehend, die andere eine Frühlingsau mit asenden Rehen; die Farbe in sattester Tönung; ein Plakat, das jeder bemerkt haben muB, so sehr fallt es aus den gewohnten Kompositionsregeln heraus und soviel Vergnügen empfindet man, wenn man es anschaut. Schief angeordnet ist auch das Linoleumplakat für Hettinger, bei Wolfensberger gedruckt. Mit starkem Rhythmus wiederholt sich das Motiv; alles BildmaBige, alles Plaudernde ist unterdrückt. Die Schrift so stark und ruhig wie das Teppichs muster. Auch wieder eine jener Arbeiten, die mit der guten Ausführung im Drucke steht oder fallt; und diese Technik ist es letzten Endes doch, was den Schweizer Plakaten gegenüber den auslans dischen den Vorzug gibt. Gute Gedanken haben die Plakatkünstler überallnach guten Litographen, die sie zur Wirkung bringen, dürfen sie an manchen Orten lange suchen. 78 '►APOLOGIA COM -ll-rtlSSU ZURICH Art. Inst. Orell Fiissli, Ziirich

Gebrauchsgraphik de | 1924 | | page 102