KONFECTION ALBERTBAUR SCHWEIZER PLAKATSAULEN Mochten sie immer so anziehend und am regend bleiben, wie sie gerade jetzt sind, die Schweizer Plakatsaulen. Weniger vielleicht Auss stellungen graphischer Kunstwerke, wie sie es in den blühenden Jahren vor dem Kriege waren, aber um so mehr brauchbare Diener des wirtschafts lichen Lebens, Erfüller der Notwendigkeiten des Tages. Denn die Zeiten haben sich geandert, und da muBten sich auch die Plakate andern. Friiher hatte man dieZeit, zu zweien oder dreien an einer Plakats saule stehen zu bleiben und von Feinheiten der Zeichnung, von seltenen Farbwerten, von poes tischen oder humorvollen Plakatgedanken zu sprechen. Heutehat das Leben ein anderes Tempo angeschlagen; hatten wir die Schritte des FuBs gangers auf die Minute vor zehn Jahren gezahlt und taten wir das heute wieder, mit der Stoppuhr in derHand könntenwirfeststellen,wievieltreibens der und aufreibender unser Wandel geworden ist. Vor Plakatwanden steht heute kaum mehr einer still, und doch müssen wir auf sie alle einwirken, soil das Plakat seine werbende Kraft behalten, und jene, die im Automobil voriiberrattern, diirfen wir auch nicht vergessen, denn auf sie kommt es oft noch mehr an als auf die andern. Sollen wir darum das Plakat lassiger und flüchs tiger behandeln als früher, weil ihm niemand mehr Zeit schenkt? Keineswegs. um so eher müssen wir den Plakatgedanken scharf und überzeugend fassen und die Ausführung muB von jener ges sammelten Kraft, von jener sichern Herrschaft über die Mittel zeugen, die nur bei einem echten und erfahrenen Künstler zu finden sind. Die beste Reklameidee verpufft wirkungslos, wenn die tech* nische AusführunghinterdenPlakaten,diedaneben hangen, zurücksteht. So ist das Plakat von H.Blaser für die Konfektion Merkur durchaus dazu ges schaffen, die Kauflust anzureizen. Der etwas fade elegante junge Mann bedeutet wohl für manchen eineWunscherfüllung, und er ist auch recht gut und maBvoll gezeichnet, die Stimmung kühler grüner, grauer und lila Töne ist recht zart, und es ist durch* aus nicht ausgeschlossen, daB solche zarte Hars monien je nach der Umgebung eine nachhaltige Wirkung auszuüben vermogen. Auch die flachige und korrekte Darstellungsart ist gewiB zu loben; es fehlt dem Plakat eigentlich nichts als ein ges 73 jm E n t w u r f H BLASER D r u c k Atar Genf HTM ATAR GENEVE Wir Bringett diese ABBandfiwg mit freunddcBer ELrlauBnis der ausgezeicBneten BaseBer Zeitsdirift„Der Kaufmann

Gebrauchsgraphik de | 1924 | | page 97