Die typographischen Mitteilungen, Hauszeitschrift der „Typograph G. m. 1). H., Setzmaschinen- fabrik in Berlin", mit der Typograph-Setz- maschine in der neugesehnittenen Ünger-Fraktur geselzt. Selir gut. Sehr gut. Werben und OrdnenMonatsbeilage des Manu- fakturisten fur den Geschaftserfolg, Hannover. Yiele Tages- und Fachzeitschriften sind dazu iibergegangen, dem Werbewesen besondere Bei- lagen zu widmen. Das ist gut, denn es gibt eine ganze Reihe Kauffeute, die sich zwar berufen fiihlen, ilire Reklame selbst zu machen, aber von der Notwendigkeit des Lesens einer Re- klamefachzeitschrift sind sie trotzdem nocb nicht überzeugt. Durch diese Beilagen erfahren sie dann wenigstens auf den selbstgefiilRgen Flöhen ihres Wissens, dab hinter ihrem Berge auch noch Leute wohnen, die von der Sache etwas ver stellen, und diese Aufgabe erfiillt die Monats beilage „Werben und Ordnen" in ausgezeich- neter Weise. ,,Internationaler Pelzmarenhandel"ebenfalls eine Zeitschrift im I. Jahrgang, lierausgegeben vom W eltroerbeverlag Grol1 Co. in Leipzig. Vom Pelzhandel verstehe ich nichts, aber vom In- seratenteil etwas. Und da geht's für meine Be- griffe noch etwas zu wild zu. Weniger ware hier manchmal bedeutend mehr. Drucktechnisch wird die Zeitschrift von August Ludroig Stof1 in Crimmitschau sehr gut hergestellt. EDEKA, Deutsche Handels-Rundschau, Organ des Edeka-Verbands Deutscher Kaufmannischer Ge- nossenschaften e. V., Redaktion und Verlag Ber- lin-Wilmersdorf, Badensche Str. 43/44. AnlaR- lich des 17. Verbandstages des Edeka-Verbands gibt diese Zeitschrift eine Festnummer heraus, deren umfangreicher Anzeigenteil mich als Her- ausgeber in bittersten Neid versetzt. Aber nicht nur der Anzeigenteil ist interessant, diese Num mer bringt eine Reihe hochinteressanter Abhand- lungen für jeden Kaufmann. Da sind z. B. neben (Iem Festartikel und dem Jahresbericht cles Ver bands, der reich illustiert ist mit Bildern aus dem erwaltungsbetriebe, interessante Abhandlungen iiber Zeitfragen: Genossenschaften und Politik von Prof. Dr. Grünfeld, Ethik und Genossen- schaftswesen von Dr. August Müller, Staats- sekretar a. D., 1st das Margarinegesetz vom 15. Juni 1897 reformbedürftig? von Geh. Regie- rungsrat Prof. Dr. A. Juckenak, Selbsthilfe oder Staatshilfe von Rechtsanwalt Dr. von Köpke, Berlin, Der Einzelhandler und die Gemeinde- vertretung von Walter Kleesaat. Rostock, Finan- zierung durch Selbsthilfe von Fritz Godau und noch eine ganze Anzahl weiterer interessanter Abhandlungen. Gedruckt wird die Zeitschrift von der Firma Sawade Co, G. m. b. H., Berlin. Die drucktechnische Ausführung ist recht gut, aber welcher Unglücksrabe von Schriftsetzer mag 1)1 off einmal auf die Idee gekoinmen sein, über und unter Text- und Bildseiten schwarze Balken langlaufen zu lassen? Neben Schrift und Bild gibt es doch eigentlich nichts Angenehmeres als eine weide Flache. Sie er- leichtert das Betrachten der Bilder und das Lesen der Schrift. Aber diese schwarzen Balken, die von so vielen Zeitschriften als auRerst originell empfunden wurden, haben schon manches Satzbild unschön gemacht. Wenn man in der oberen Half te der Seite Rest, schwimmt einem der obere Balken vor den Augen, und Rest man nach unten, so stört der untere Balken. Es wird wirklich Zeit, daR dieser typographisehe Unsinn endlich einmal verschwindet, und die Zeitschrift ware sicher noch besser, wenn dieses chronische Leiden der deutschen Typographic auch nicht hier wieder aufgetreten ware. lm Rahmen der 1000-Jahr-Feier am Rhein brachte auch die Rhein- und Ruhrzeitung in Duisburg eine Festausgabe, deren graphischen Kopf ich mir allerdings bei den aufgewanclten Mitteln viel besser denken könnte. Die Ausgabe ist aber sehr interessant. Sie gibt gewissermaRen einen kurzen geschichtlichen AbriR des Ruhrgebietes und in der Behandlung der Geschichte der eigenen Zei- tung die Entwicklung unserer Zeitungen über haupt. Regierungsrat Hofbauer, Duisburg, bringt unterstützt durch graphische Tafeln und Stadtplane eine interessante Abhandlung über ,.1000 Jahre an der Ruhr". Die Bedeutung der Duisburger Universitat behandelt Dr. Walter Ring, Duisburg. Neben vielen anderen Abhand lungen ist auch ein Beitrag dem in Duisburg geborenen, so früh verstorbenen Bildhauer Wil helm Lehmbruck gewidmet. Zeitungstechnisch ist die Ausgabe auRerordentlic-h interessant und gut gemacht, aber auch sie tragt dieselben schwarzen AbschluRbalken auf den Seiten oben und unten, die schon in der Besprechung der Edeka-Zeitschrift erwahnt wurden, und sie wir- ken an dieser Stelle genau nicht anders als dort. Das Wort in der Reklame ist, wie alle Eingeweihten wissen, in der deutschen Reklame so ziemlich der schwachste Teil. fch empfehle jedem: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Werbepraktiker belehren, und lesen Sie das von Hermann Behr- mann herausgegebene Büchlein „Das Wort in der Reklamemit Proben von Reklametexten, Ver lag von Gebrüder Fretz A.-G. in Zürich. Nun noch etwas für die Herren Buchdrucker und Schriftsetzer zur Erholung: W ilhelm Eule liat die Erfalirungen eines fahrenden Buchgesellen in einem sehr ansprechenden Büchlein zusammen- getragen. Es tragt den Titel „Wanderschaft" und ist im Verlag des Bildungsverbandes der Deut schen Buchdrucker in Leipzig erschienen. Ein amüsantes Bucli für die Feierstunden jedes Zunftgenossen. Im gleichen Verlage laRt A. Jtzen, Düsseldorf, ein Lehrbuch über den Bleischnitt erscheinen. Wer dieses typographisehe Hilfsmittel kennenlernen will, besorge sich das Büchlein. Der Graphiker Toni Lommer, Miinchen-Pasing. schickt uns ein Büchlein mit 20 Schutzmarken von seiner ff and, darunter befindet sich eine Reihe recht bekanntgewordener Marken. Sie ge- nügen den Forderungen, die man lieute an eine Schutzmarke stellen muR. Nun sei es des Lobens genug. Alle die Einsender, die hier noch nicht erwahnt sind, kommen das nachste Mal dran. F r e n z e 1. 80

Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 98