ihre sonst bewahrte Plakat* und Werbekunst ein* geführt. Aber der Buchdeckel ist schlieBlich weder eine LitfaB*Saule noch eine Kinofassade, nicht einmal eine Inseratenseite im Tageblatt, die einen Anreifier vertriigt, sondern ein vornehmer Platz, auf dem jederLarm schon aus Gründen des Taktes verboten ist. Diese grofispurigen Buchstaben und Zeichnungen, die auf schlagende Art einem Buche das Recht zum Dasein beweisen sollen, sind eigent* lich kriminell und wegen Hausfriedensbruches zu verklagen. Ein Buch, das in meinem Zimmer auf dem Tisch liegen will, darf mich nicht anrüpeln. Darum bleibt es, wenn es sich schon im Schau* fenster aufdringlich bemerkbar macht, beim Buch* handler und mag seinen Laden hiiten. Das gute Buch wirbt für sich selbst. Das wissen alle, die gute Biicher lesen. Am guten Buch ist jede Reklamekunst verfehlt. Ein Künstler, der keinen Sinn für den Geist des Buches hat, ist auch un* befugt, an demselben zu schaffen. 6 E N T W U R F PROFESSOR HUGO STEINER.PRAG. LEIPZIG

Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 15