\ThteXIMGBJERY K, .LEIDER machen Leute, sagt das alte Sprich* wort. Wenn dasselbe Sprichwort schlieBlich genau wie beim Menschen beim Buche auch nur bedingt angewandt werden kann, so bleibt es doch eine unbestreitbare Tatsache, daB auch das Buch haufig erst durch sein Kleid »gemacht« wird. Das Kleid des Buches ist der Einband. Auf ihn wurde denn auch seit Bestehen einerBuchkunst die gröfite Sorgfalt gelegt; denken wir nur an die kostbaren Pergament* und Lederbande aus der Frühzeit des Buchgewerbes. Wie das Kleid des Menschen, so muB auch das Gewand des Buches mit der Zeit Schritt halten und sich den Bedürfnissen und dem Geschmack der Zeiten anzupassen versuchen. Bei dem Kleid des Menschen sind zahlreiche geschickte Hande immerfort am Werke, es zu verfeinern und zu vervollkommnen. Anders ist es beim Buche. Elier waren es immer nur einzelne, die wirklich die Begabung besaBen, das Kleid zu schaffen, das dem Buche der Zeit jeweils anstand. Zunachst waren es geschickte Elandwerker, alte Meister der Buchbindekunst. Sie legten den Hauptwert auf das Material und die handwerkliche solide Arbeit. In neuerer Zeit haben sich immer starker die Künstler dem Buche zugewandt. Es entstand die moderne Buchkunst, die als solche allerdings alles umfaBt, was zur Architektur eines modernen Buches gehort. Am verlockendsten für jeden Künstler mufite es natürlich sein, dem Buche ein gediegenes, wirkungs* volles, auBeres Gewand zu geben. Es ist daher nicht besonders verwunderlich, daB die Zahl der Künstler, die es mit der Einbandkunst versuchten, immer zahlreicher wurde. Nur wenigen von ihnen war aber die Begabung beschieden, allen An* sprüchen, die ein moderner Bucheinband an den Künstler stellt, voll gerecht zu werden. Zu diesen wenigen Künstlern, von denen gesagt werden kann, daB sie auf dem Gebiete der Buch* einbande festen FuB gefaBt und die die ihnen gestellten Aufgaben wirklich zu lösen verstanden haben, zahlt ohne Zweifel der Frankfurter Ge* brauchsgraphiker Albert FuB. Erst VerhaltnismaBig spat, nachdem er sich als Plakatkünstler bereits einen klangvollen Namen geschaffen hatte, wandte sich Albert FuB dem Bucheinband zu. Ungewöhn* lich rasch hat er sich auf dem schwierigen Gebiete zurechtgefunden. Wie früher als Plakatkünstler, so ging er auch jetzt als Buchkünstler von vorn* herein unbekümmert und frei von allem Traditio* nellen seine eigenen Wege.Zweijungeaufstrebende Verlage, die sich von Anfang an des groBen Wertes geschmackvoller künstlerischer Bucheinbande be* 15

Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 24