wulk waren, erleichterten ihm neue Bahnen ein* zuschlagen. Albert FuB kommt vom Handwerk. Aus dem Handwerk hat er die Kraft geschöpft, die unbedingt erforderlich ist, um allen Ansprüchen, die ein Bucheinband an den Künstler stellt, gerecht zu werden. Nicht immer ist es Albert FuB gelungen das unbedingt Richtige zu treffen. Vergleicht man seine ersten Einbande mit seinen Schöpfungen aus der neuesten Zeit, so kann man sehr leicht die Fort* schritte erkennen, die er in wenigenjahren gemacht bat. Dabei fallt zunachst auf, daB der Künstler schon nach sehr kurzer Zeit den groBen Wert einer wirkungsvollen aber klaren Schrift für den Buch* deckel erkannt hat. Mehr als das Plakat, das dem Künstler bei der Wahl seiner Schriften gröBere Freiheit überlaBt, verlangt das Buch eine klare, jedermann lesbare Aufschrift. Eine leider oft un* beachtet gebliebene Tatsache ist es, daB zwischen dem textlichen Inhalt eines Buches und dessen auBerer Aufmachung tiefe Zusammenhange be* stehen und sich daher der Einband auch dem text* lichen Charakter des Buches anzupassen hat. Hierin dürfte darum auch eine der gröBten und schwierig* sten Aufgaben für den Buchkünstler liegen. Dieser Aufgabe war Albert FuB in den meisten Fallen gewachsen und gerade darin dürfte seine Haupt* starke liegen. Die in diesem Heft abgebildeten Einbandproben zeigen Beispiele von vortrefflichen I.ösungen dieserArt. Frei von unnötigenSchnörkeln und Verzierungen und unbelastet von schwer* falliger Ornamentik spricht aus den meisten Ein* banden von Albert FuB eine ganz von schop* ferischem Willen getragene, manchmal geradezu wuchtige Gestaltungskraft. Die Kompositionen in manchen Einbanden von Albert FuB sind, so ge* wagt sie auch manchmal erscheinen, geradezu verblüffend. Sie sind nicht zuletzt auf den groBen Ideenreichtum des Künstlers zurückzuführen. Be* sondere Mühe verwendet Albert FuB in neuerer Zeit auf die künstlerische Gestaltung der Buch* rücken. Auch hierbei ist es ihm gelungen vortreff* liche I.ösungen zu finden. Bücherliebhaber, denen die Bibliothek mehr ist als nur eine wahllose An* haufung von Büchern, werden dem Künstler für seinen mutigen VorstoB in der künstlerischen Ge* staltung des Buchrückens besonderen Dank wissen. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen nur wenige Proben von dem reichen Schaffen des Künstlers in den letzten Jahren und nur Einbande für gröBere Werke. Albert FuB erblickt seine Auf* gabe aber nicht allein darin, das bessere Buch in ein schmuckes Gewand zu kleiden, sondern er* achtet es als eine hohe künstlerische Aufgabe, auch der kleinsten und billigsten Druckschrift ein wirkungs* und geschmackvolles AuBeres zu geben. Wie bereits gesagt, kommt Albert FuB aus dem Handwerk und handwerklich genaue Arbeit zeichnet denn auch seine Schöpfungen aus. Haupt* gewicht legt der Künstler auf die exakte Aus* führung seiner Entwürfe. Die Anforderungen, die seine Entwürfe an den Stempelschneider, den Lithographen und den Drucker stellen, sind nicht immer leicht. Durch sein konsequentes Festhalten und seine Unnachgiebigkeit gegen mangelhafte Ausführung in der Wiedergabe seiner Entwürfe hat er es dahin gebracht, daB sowohl Stempel* Schneider als Lithographen bei der Ausführung seiner Arbeiten gröBte Sorgfalt verwenden. Die erzieherische Arbeit, die Albert FuB auf diese Art leistet, darf nicht unerwahnt bleiben, da sie dem gesamten graphischen Gewerbe zu Nutzen gereicht. Die starke Inanspruchnahme des Künstlers hat ihn noch keine Zeit finden lassen, sich auch der Buchillustration zuzuwenden. Sehr beachtenswert sind die zahlreichen in den beiden Jahrbüchern »DerEiserneSteg« enthaltenen Initialen und Titel* vignetten, die in ihrer Eigenart in der neueren Buch* kunst vorlaufig wohl noch einzig dastehen dürften. Obzwar hier nur von den Bucheinbanden ge* sprochen werden soil, und mit Ausnahme der wenigen Proben von Initialen und Titelvignetten im nachfolgenden nur Einbande abgebildet sind, so dürfen die Schutzumschlage, die Albert FuB in jüngster Zeit für mehrere Verlagswerke geschaffen hat, nicht unerwahnt bleiben. Albert FuB geht auch hierbei vollstandig neue Wege, indem er auf ge* schickteWeise es versucht, die künstlerische Gestal* tung des Buchumschlages mit den zweckmaBigen propagandistischen Anforderungen zu verbinden. Es ist hier absichtlich vermieden worden, auf die einzelnen Arbeiten des Künstlers einzugehen und dazu Stellung zu nehmen. Die nachfolgenden Ab* bildungen geben einen guten, wenn auch kleinen Ausschnitt aus dem Schaffen des Künstlers in den letzten Jahren und zeigen besser als alle Worte, was uns Albert FuB heute als Buchkünstler bedeutet. 16

Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 25