B E S P R E C H U N G E N Die mangelnde Mithilfe der Aus den sonstigen mannigfaltigen und interes* santen Feststellungen, die der Bericht über die En* quete gibt, sei nur noch hervorgehoben, daB von den Handlern keinerlei exakte statistische Unter* lagen zu erlangen waren. Dieser Mangel ist gerade deshalb so fühlbar, weil ja der Handler viel mehr in unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum steht als der Fabrikant. Was den Vertrieb selbst anlangt, so wird festgestellt, daB etwa die Halfte der Produk* tion über den GroBhandlergeht,wahrend ein Drittel direkt vom Fabrikanten an den Kleinhandler ver* kauft wird. Der direkte Postversand an die Konsu* menten geht immer mehr zurück, dagegen hat sich der Verkauf durch eigene Kleinverkaufsladen der Fabrikanten von 10,78 Proz. der Gesamtproduktion in 1925 auf 11,27 Proz. in 1926 gehoben. andler bei der Untersuchung Das Gesamtergebnis der Untersuchungen des Department of Commerce ist sonach, daB in Amerika ebensowenig wie in Deutschland oder sonstwo in Europa bereits die Hauptschwierig* keiten, die sich jeder Marktuntersuchung in den Weg stellen, behoben sind, namlich das mangelnde Interesse der Konsumenten selbst und die unzu* reichende Geschaftsstatistik bei Produzenten und besonders bei Handlern. Woran uns aber Amerika überlegen ist, ist der Wille der Interessenten zur gemeinschaftlichen Erforschung des Marktes und der Absatzmethoden und die Bereitschaft, hieran mitzuarbeiten und wenigstens das Material und die Erfahrungen, die sich, wenn auch in spar* lichem Umfange bereits angesammelt haben, zur Verwertung zur Verfügung zu stellen. Die Illustrationsverfahren. Von Otto Krüger. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. An Werken über die Illustrationsverfahren ist kein Mangel. Otto Krügers Buchwill kein Lehrbuch im engeren Sinne sein sondern ein Führer und Ratgeber durch die Reproduktionsverfahren, vor allem der Gegen* wart. Ein sofort in die Augen springender Vorteil des Werkes gegenüber andern, die dieselbe Ma* terie behandeln, ist das auBerst reichhaltige Illu* strationsmaterial. Am SchluB des Bandes befinden sich 90 Tafeln, zum groBen Teil mehrfarbig und was besonders wertvoll ist in den betreffen* den OriginalverfahrenDreifarbendruck, Vierfar* benbuchdruck, Radierung, Chromolithographie, Pragung, Lichtdruck usw. Aufierdem enthalt das Buch aber noch 265 Abbildungen im Text. Viel höhere Ansprüche in dieser Hinsicht kann man wohl kaum stellen. Storend wirkt allerdings dabei wenigstens auf Kunstverstandige daB die ab* gebildeten Zeichnungen, Ölgemalde und Aqua* relle, zu einem betrachtlichen 1 eil an den künst* lerischen Ansprüchen der Gegenwart gemessen, doch etwas zu kitschig und belanglos sind. Man kann die Vorzüge der Illustrationsverfahren an guten Originalen doch schlieBlich besser aufzeigen als an solch grafilichen Dilettantismen, wie sie die Tafeln 42, 55 und 70 darstellen. Das im übrigen so gut ausgestattete und auch inhaltlich so ge* wissenhafte Werk wird durch diese Beilagen in seinem Ausstattungswert etwas herabgemindert. Denn sonst kann man über das Buch nur Gutes sagen. Der Verfasser ist Direktor der graphischen Abteilung von F. A. Brockhaus und beherrscht seine Materie gründlich. Und bei den fast unauf* hörlichen Neuerungen auf dem Gebiete der Bild* verfahren, die oft so raffmiert ineinandergreifen, ist es tatsachlich manchmal selbst dem geübten Eachmann kaum noch möglich, sich mit Sicherheit auszukennen. Es ist dem Verfasser auch gelungen, den machtigen Stoff klar zu gliedern, die einzelnen Verfahren, ihre Vorzüge und Nachteile allgemein* verstandlich zu erklaren und dem Leser nahezu* bringen. So ist das Buch ein kaum versagender Ratgeber, ein treffliches Handbuch und Nach* schlagewerk für Graphiker, Werbeleiter und alle, die mit dieser vielverzweigten Materie sich beruf* lich auseinander zu setzen haben. Der Preis betragt (in Leinen gebunden) 33 Mark. Dagobert n 81

Gebrauchsgraphik de | 1929 | | page 107