B E S P R E C H U N G E N Spritztechnik. Von Henry Ostfeld. Verlags= gesellschaft R. Mullet m. b. H., Eberswalde. Eine Anleitung für den Dekorateur zum Gebrauch dieses Verfahrens. Im Text ist so viel gesagt, wie zur praktischen Anwendung unbedingt erforder* lich ist. Es kommt eben auf Geschicklichkeit, Geschmack und Ausdauer des Lernenden an, ob er zu brauchbaren Resultaten gelangt oder nicht. Die abgedruckten Spritzvorlagen verraten sicheren Ge* schmack, treffliche Auswertung der Möglichkeiten und sind sehr dazu angetan, dem Studierenden das Beherrschen dieser dankbaren Technik erstrebens* wert zu machen. Preis 1,75 RM. De Arcangelis e figlio, Pescara. Akzidenzen. Pescara! Alte, liebe Schatten steigen auf. Dort sah ich zum erstenmal das Meer. Pescara ist heute ein bescheidenes Provinzstadtchen an der Adria. Friiher hiefi es Aternum und war die gemeinschaft* liche Hafenstadl der Vestiner, Marruciner und Peligner. Über tausend Jahre spater war die gröfite Dichterin Italiens, die berühmte Vittoria Colonna (Freundin Michelangelos) Marchesa von Pescara. Fleute freut man sich, daB dort, in der Nahe der wilden Abruzzen, eine Druckerei existiert, die ganz entzückende, moderne Drucksachen herstellt: Vermahlungskarten, Memoranden, Einladungen, Briefbogen. Das zeugt tatsachlich für ein »risor* gimento grafico« in dem klassischen Lande der Kunst. Italia fara da sè! M.J. Kolk. PI eer en- Dames Sportkleeding, Druck und Verlag: Grafische Kunstinrichting J. van Poll Suykerbuyk, Roosendaal. Holland. Eine ty* pische hollandische Drucksache: bodenstandig, sogar mit einer gewissen Erdenschwere behaftet, die die Schlacken noch nicht ganzlosgeworden ist, dabei sehr solide, aus festem Material und im Im halt ausgreifend nach alien Weltteilen. Zweifarben=Tiefdruck. Gebr. Schmidt G.m.b.H., Druckfarbenfabriken Berlin Heinersdorf. Auf grauem Karton, zweifarbig (grün und violett) ge* druckt, prasentiert sich die Titelseite in einer sob chen Skala von Übergangen und Abstufungen, daB die beiden Farben wie einSommernachtstraum aus dem neutralen Grau des Kartons hervorzu* brechen und auch wieder darin zu versinken scheinen. Offnet man den dreifaltigen Prospekt und hebt die übereinanderliegenden einzelnen Blatter hoch, so ist es wie ein reiches Farben* orchester, dessen zweifarbige Akkorde uns immer wieder von neuem freudig überraschen. Ttt.Sch. Ever=Ready. Das Zahlenpreisschild D. R. G. M- Verlag:Meyerhardt, Berlin. Eine praktischeNeue* rung für die Schaufenster*Beschriftung. Das Zah* len Preisschild »Ever*Ready« laBt sich beliebig verandern, ohne daB die geschmackliche Wirkung beeintrachtigt zu werden braucht. Die Erfindung bedeutet also Zeit* und Geldersparnis. Die Zahlen sind klar und formschön, so ist demnach bei Be* nutzung von Ever*Ready auch asthetisch ein Fort* schritt zu buchen. Denn es wird wohl niemand behaupten wollen, dafl die Preisziffern in den Schaufenstern durchweg einen erfreulichen An* bliek boten. W. Haidenhain. Metallatzerei, Berlin. Kalender für das Jahr 1931. Ein Wandkalender, aber nicht etwa ein AbreiBkalender, denn die Rückwand sowohl als die Monatsplattchen bestehen aus Metall. Die Ausführung ist auBerst prazis und sehr geschmackvoll. Die Monatsplattchen sind in bunten Farben hergestellt. Die Entwürfe (von Gerhold) kann man mit Fug und Recht als her* vorragende Gebrauchsgraphik bezeichnen. Land der Arbeit. Acker und Werkstatt in MitteU deutschland. Von Dr. Gerhard Röllig. Verlag von H. Sauermann, Kötzschenbroda. Das Buch weist auf die Wichtigkeit eines politischen Zusammen* schlusses der mitteldeutschen Staaten hin. Das Gebiet Mitteldeutschland begrenzt der Verfasser westlich mit Meiningen und Eisenach, nördlich mit Halberstadt, Magdeburg, Stendal, südlich und östlich mit der sachsischen Grenze. Dr. Röllig führt den Leser durch die Wirtschafts* und Lebens* bedingungen dieses »mitteldeutschen« Raumes. Eine grofie Anzahl von erlauternden Karten, Bild* Diagrammen und schonen Lichtbildern erganzt den kurzgefaflten, popular vorgetragenen Text. Preis 3,75 RM. Deutscher Hotelführer 1931. Verlag: Deutsche Hotelnachrichten vereinigt mit Küche und Keiler. Hamburg 3. Der Deutsche Hotelführer gibt Auskunft über die Anzahl der Bader eines Hauses, ob flieBendes Wasser vorhanden ist, führt die Preise für Einzel* und Doppelzimmer nach Qualitat und Jahreszeitan.Bedienungszuschlag, vollen Pensions* preis, die Preise für die einzelnen Mahlzeiten und gibt auBerdem Auskunft, ob ein Haus mit Zentral* heizung, Zimmertelefonen und Fahrstuhl ausge* stattetistundwelcheöffentlichen Raume vorhanden sind. Preis nur 50 Pfg. 74

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 98