BESPRECHUNGEN Das Breuninger Buch. Bilder aus Württem bergs Vergangenheit und Gegenwart. Dargestellt von August Lammie. Den Freunden des Hauses (Breuninger) zum fünfzigjahrigen Jubilaum gewid met. Stuttgart 1931. Diese rhetorische Frage Uplands kann auch heute noch mit gutem Gewissen verneint werden. Die AlemannenundSchwabensind noch immersanges* frohe und sangeskundige Leute und lassen sich von Krisen, und waren es auch Weltkrisen, nicht unterkriegen. Auch August Lammie reiht aus dem reichen Schatze des schwabischen Volksliedes seinem Buche manche schone Perle ein. Auch Sprichwörter, Sagen und lustige Schnurren tischt er fröhlich auf. Die Représentanten der sogenann* ten Heimatkunst sind sonst leider allzuleicht ge* neigt, auf ihre Heimat und ihr Volk alle Tugenden zu haufen, so daft für alle anderen Heimatlander nichts mehr iibrigbleibt. In diesen Fehler verfallt Lammie nicht. Er sagt ganz schlicht: »Soviel ist gewiftDie Württemberger sind nicht besser als die anderen Deutschen und auch nicht viel schlechter.« Auf derselben Seite findet man noch ein anderes schönes Wort, das von guter Menschenkenntnis zeugt: »kenntnisreicher und geschickter sind die Studierten, aber nicht weiser, langsamer und ein* faltiger sind die Bauern, aber nicht dümmer«. Über der liebevollen Arbeit des Dichters dürfen wir die Abbildungen nicht vergessen: diese wunder* schonen alten Schwabenstadtle, Dörfer, Burgen und Landschaften! Der zweite Teil des Buches bringt Geschichte und Entwicklung der Firma Breuninger mit Abbil* dungen aus den Betrieben, dem Kaufhausund dem stattlichen Neubau. Satzgestaltung und Druck ge* reichen Chr. Scheufele in Stuttgart zur hohen Ehre. Fünfzig Jahre Graphischer Klub E. V. Stuttgart. Verlag: Graphischer K/ub, Stuttgart. Der Gra* phische Klub in Stuttgart hat mit dieser Jubilaums* schrift ein sehr geschmackvolles und aufterst vornehm wirkendes Werk herausgebracht. Sehr in* teressant auch für weitere Kreise der Aufsatz »Fünfzig Jahre Akzidenzsatz« Gesamtentwurf und Satzherstellung: Chr. Scheufele, Stuttgart. Natura. Das Naturapapier für Schrift= und Bild= druck. Verlag: Papierfabrik zum Bruderhaus, in Dettingen=Erms b. Urach. Das Naturapapier soil dem Drucker ein geeignetes Material zum Druck von Autotypien auf Naturpapier sein. Bei der Schaf* fung dieses Papiers war die Tatsache maftgebend, daft im Druckgewerbe nicht selten Arbeiten aus* zuführen sind, die auf nicht gestrichenem Papier vorteilhafter zur Geltung kommen. Das Natura* papier soil es also möglich machen, BildundSchrift in einem Druckgang geschlossen und material* gerecht zur Wiedergabe zu bringen. Die in dieser Werbeschrift vorgeführten ein* und mehrfarbigen Druckproben der Firma Chr. Scheufele in Stutt* gart zeugen dafür, daft dies schwierige Problem für einen groften Teil der vorkommenden Möglich* keiten nunmehr restlos gelost ist. Dagobert n Schriftenprobe. Gebr. Feyl, Graphische Kunst druckerei, Berlin. Die Blatter dieser Schriftenprobe sind durch einen senkrechten Strich in zwei un* gleichgrofte Teile geteilt. Rechts sind die Grade einer Schrift von Nonpareille bis Doppelmittel und 4 bis 5 Cicero aufgereiht, links befinden sich Anwendungsbeispiele. Diese Akzidenzen, so viel* gestaltig sieauch sind, sindMustertypographischer Schönheit. Auch die Einfassungen, Zierstücke und Initialen passen sich den vornehmen Schriften ausgezeichnet an bis etwa auf zwei figürliche Klischees (Seite 15 und 38), deren Zeichnung in ihrer ungeschulten Mittelmaftigkeit das Niveau des Ganzen beeintrachtigen. Der Anhang bringt ein* und mehrfarbige Abbildungen, Offset* und Tiefdruck, die die grofte Leistungsfahigkeit der Firma auch auf diesen Gebieten zeigen. Reklame Phantasie Farbe. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart. Ein sehr suggestiver Werbeprospekt, dem gewift Erfolg beschieden sein wird. Der Verlag teilt mit, daft sich die Text* fassung erst nach Fertigstellung der gesamten bild* maftigen Unterlagen undFestliegenderFormergab. Diese Arbeitsweise hat sich in dieser Werbeschrift glanzend bewahrt. Entwurf: Reiner, Stuttgart. Reklame Kalender. Katalog A5. Förster Borries, Zwickau i. Sa. Abt. Kalender ver lag. Bei der Zusammenstellung der Kalender*Rückwand* kollektionen ist die Firma (wie sie selber zugibt) von dem Bestreben ausgegangen, für jeden Ge* schmack etwas zu bringen. Berücksichtigt man jeden Geschmack, so kann für den guten Geschmack nicht viel übrig bleiben. Die Kalenderblockserien sind dagegen aufterst ansprechend in Form und Ausführung. Tr.sch. Die Werbung der Brauereien. Von Theobald Simon. Verlag F. Carl, Nürnberg. Wenn man die Reklame der Markenartikelbranchen nach 78 1st denn im Schwabenlande verschollen aller Sang, Wo einst so hell vom Staufen die Ritterharfe klang?

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 100