MÏTTEILUNGEN des BUNDES DEUTSCHER GEBRAIJCHSGRAPHIKER E.V. 1ST ZEICHNEN UNMODERN? SCIIRIFTLEITUNG DER B D G - MÏTTEILUNGEN GERHARD MARGGRAFF GESCHAFTSSTELLE DER BUNDESLEITUNG BERLIN SW48, WILHELMSTRASSE 37-38 VON TRAUGOTT SCHALCHER Sagt ein Bilcl wirklich mehr als tausend Worte? I erallgemeinern lapt sidi die so billige Sentenz jedenfalls nicht. Ein Wort sagt unter Umstanden mehr als tausend Bilder. Man braucht etma blofl an die Anfange des Christentums zu denken, mo das „Wort" in nicht allzu langer Zeit Tausende der schönsten Bihhverke iiber- munden hat. Man könnte mit Nutzen bei cliesem Vergleich einen Augenblick ver meden. Warum gingen clamals unersetzliche Kunstschatze verloren? Man legte eben keinen Wert mehr auf sie, ja man hapte und verachtete sie geradezu. Das „Wort" hatte den Wert der Bilder untergraben. An den Bildern fehlte es nicht, sie maren gut, sogar klassisch, und man grub Jahrhunderte spater die sparlichen Ueberreste mieder aus unci verehrte sie als Muster eines nunmehr mieder neuen Stils (Renaissance). Die Antike mar mieder modern gemorden. Die grdpte Kunst und das höchste Können sind mirkungslos, menu sie der Geltung der Zeit und des 62 B D G

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 84