B D G Ci^axeftes ERNST DEUTSCII (1912) Lebens nidits mehr zu bieten vermogen. „Man bilde sich nicht ein, Moderniteit sei ein Nadrteil eines Werkes der Literatur (oder Kunst), lm Gegenteil. Es gibt nur das Recht der Moderniteit eines Werkes. Diese mufi unbedingt sein; cl. h. das Werk mufi den Geist der Zeil ausclriicken. Indem es ihn vollkommen ausclriicktroird es eroig roerden." (Rudolf G. Binding.) Audi mir leben in einer Zeit des Uebergangs, unci mie oor 1500 Jahren werden die Taf ein unci Statuen der alten Götter zerschlagen. Nidi I durch das „Wort" stiirzt unsere alte Welt, aber durch viele, viele Worte gerat sie allmahlidi ins Wanken. Gut, dafi die Photographie erfunden ist! Sie ist ein Berveis des Bestehenden. Das gezeidinete oder gemalte Bild ist kein Berveis, aber ein Bekenntnis. Das Photo ist ein Tatsadienbericht (oft allerdings der Tatsadienbericht eines Bekenntnisses, mie mir noch sehen merden). Die Stiirke des Kiinstlers bildet neben seinem Können seine Persönhdikeit. Das Photo ist an sich immer unpersönlich, das ist seine Stiirke unci seine Schmache. Die Vorliebe fiir Photos in unserer Zeil ist oielleicht haupt- sachlich darauf zurückzuführen, dafl die heutige Welt auf Tatsachenberidite mehr 63 ManoK. Abbildung 1 ANZEIGE von

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 85