dem die Abstande der Stahlkamme geschnitten sind, erscheinen die Buchstabenscbenkel verdop* pelt, verdreifacht,vervielfacht,parallel*gIeichmaBig oder verlaufend. Dabei werden die in den letzten zehn Jahren von den Schriftkünstlern entwickelten Spalt* und Zierformen der Schrift angestrebt. Solche linearen Aufteilungen lassen bekanntlich die Buchstaben reizvoller und intimer erscheinen. Voraussetzung für die Anwendung dieser Technik ist natürlich die Beherrschung des Schriftschrei* bens mit Feder und Pinsel, die sich dann bei samtlichen Schriftcharakteren anwenden lafit. Sie kommt besonders für den Schildermaler in Frage, dürfte aber auch den Gebrauchsgraphiker, sofern er sie noch nicht kennt, interessieren und anregen. Die dem Werk beigegebenen Alphabete sind an sich nur von elementarer Bedeutung, sie können dem Wissen der Schriftkünstler nichts Neues ver* mitteln. Vom Handwerker werden die Vorlage* blatter gern aufgenommen werden. Der Preis des Werkes betragt Mk. 10.50. Max Hertwig Photo undPublizitat. Text uridBilder vonJ.Pécsi, Budapest. Verlag Josef Singer A.=G. Berlin. Der Titel ist nichtglücklich gewahlt. Unter»Publizitat« versteht der Verfasser»Reklame«, wie die englische Übersetzung erweist, wahrend man in Deutsch* land darunter nach Duden »Öffentlichkeit« ver* steht. Auch im Vorwort storen stellenweise Fremd* wörter wie das ganz ungebrauchliche »Piktur« (für Malerei). Die Reklame*Photos des Verfassers sind dagegen oft von groBer Schönheit und zeugen von feinstem Verstandnis für Reklame. Originelle Ein* falle und sichere Beherrschung der Technik zeich* nen sie vorteilhaft aus. Die Wiedergaben in Tief* druck sind sehr gelungen. Druck der Athenaum A.*G. Budapest. Das Fremdenfiihrungswesen von Dr. M. Klaf= kowski. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für den Fremdenverkehr. Fie ft 1. Haude Spenersche Buchhandlung Max Paschke, Berlin. Wieviel auf diesem Gebiete noch einer prazisen Forschung harrt, zeigt die nachfolgende Angabe des Direktors des Forschungsinstituts Prof. Dr. Glückmann: «Wahrend das deutsche Institut für Konjunktur* forschung für 1925 einen Passivsaldo des deut* schen Reiseverkehrs mit 90Millionen, eine Statistik des Völkerbundes für das gleichejahr einen Passiv* saldo von 113Millionen errechnet, kommtHeichen in einer Arbeit über die Zahlungsbilanz 1925 zu einem Aktivsaldo von 135 Millionen. Hier liegt für uns noch ein weites Feld«. Wie wichtig aber die Erforschung des Fremdenführungswesensauch (und vor allem) für unsere Wirtschaft werden kann, zeigt die Tatsache, daB die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr in Österreich 16 Proz. der Passivitat der Handelsbilanz decken, in Italien 50—60 Proz.; in der Schweiz konnte das Defizit der Handelsbilanz durch diese Einnahmen ganz ausgeglichen werden. Dr. Klafkowski stellt in seinem Werk (das »Heft« umfaBt 236 Seiten) so ziemlich alles zusammen, was über Fremdenführung bekannt ist und beschrankt sich keineswegs etwa nur auf Deutschland. Grundlagen der Fremden* fiihrung, Arten der Fremdenführung, nicht autori* tativ geregelte Fremdenführung. Autoritativ ge* regel teFremdenf ührung, Statistik,Tex te der Poli zei* verordnungen im In* und Ausland das sind nur ein paarStichworte aus dem Inhaltsverzeichnis, die einen vagen Begriff geben von dem Umfang der Arbeit. Dabei fehlt es nicht an psychologischen Ratschlagen, typischen Beobachtungen, sozial* politischen Streiflichtern. Das Werk ist eine ver* dienstvolle Leistung. Die Entwicklung des deutschen Rundfunks in Zahlen. Herausgegeben von der Reichsfunk=Ge= sellschaft Berlin. Doktor Herbert Antoine und der Graphiker Errell haben hier in vielen klar und schön ausgeführten graphischen Tabellen die Ent* wicklung des deutschen Rundfunks dargestellt. Druckstöcke von Bendix Lemke. Druck: Otto von Holten. Lehrbuch der Handvergoldung. Eine Anleitung zum Selbsterlernen von Paul Kersten. Verlag von Wilhelm Knapp, Halle a. d. Saaie. Mit gröBter Ausführlichkeit (aber nicht Weitschweifigkeit), unterstützt von vielen erklarenden Zeichnungen, schildert der bekannte Meister die Kunst der Flandvergoldung, das »höchste Ziel« des Buch* binders und »hofft stark«, daB dieser Lehrgang für jeden, der sich genau nach seinen Anweisun* gen gerichtet hat, ein voller Erfolg geworden sei. Bisweilen erfreut uns beim Studium des Heftes freiwillig unfreiwilliger Humor, z. B.: »Mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die I asche zu greifen und Messing*Handvergolde* schriften zu bestellen und zu kaufen. Das weinende Auge blickt wehmütig den alten, billigen, jahre* lang haltenden Hartbleischriften nachDas lachende Auge wird Messingschriften gern be* stellen, weil es schon lange weiB Was doch Buchbinderaugen für sonderbare Funktionen haben! Der Anhang bringt auf acht Tafeln Musterstücke der Handvergoldung. Wege zum geschaftlichen Erfolg. Herausgegeben von Otto Sartorius. Verlag von J. D. Küster. Bielefeld. So viel Köpfe, so viel Sinne, sagt das 74

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 96