Sprichwort. Das bewahrheitet sich sehr oft, wenn mehrere Autoren an einem Buche schreiben und der eine Behauptungen aufstellt, denen der andere widerspricht. Noch schlimmer ist es freilich, wenn ein Schriftsteller auf der 15. Seite das lobt, was er auf der ersten mit Verachtung gestraft hat. So macht es namlich der Herausgeber dieses Buches, der auf der ersten Seite in abfalligem Tone von den Aushangezeichen, den Gildenzeichen spricht, die er auf Seite 15 als künstlerisch wertvolle Erzeug; nisse preist. Auf dieser Seite finden wir auch fob genden Satz: »Sowohl in der Plakatkunst wie auch in der sogenannten Gebrauchsgraphik hat die Entwicklung neue Kiinstlerberufe geschaffen.« Was sind denn das für neue Berufe, und worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen der Plakatkunst und der »sogenannten« Gebrauchs= graphik? Plakatkunst ist doch ein Teil der Ge; brauchsgraphik. Das sollte sich in Fachkreisen schon herumgesprochen haben. Berühren schon die Widersprüche peinlich, so ist es für den Leser noch unangenehmer, wenn die Herren Verfasser ihm immer wieder dasselbe sagen. GewiB ist dies schwer zu vermeiden, wenn die betreffenden Bei; trage Vortrage eines Lehrkurses sind wie im vor; liegenden Falie. Im Lehrkurs können Wieder; holungen sogar sehr angebracht sein, aber in einem Buch (von 111 Seiten) sind sie ein Fehler. Die Aufsatze hatten mehr aufeinander abgestimmt werden müssen und Sache des Herausgebers ware es gewesen, sich die Frage vorzulegen, ob das Buch für Anfanger oder für Vorgeschrittene ge; dacht ist. Für Anfanger ist es stellenweise zu schwierig und zu weit ausgreifend, für Vor; geschrittene bietet es in anderen Teilen wieder zu wenig. Auch der alte Nachteil so vieler Reklame; bücher tritt hier wieder unangenehm in Erscheb nung: Es ist Werbung für die Werbung, d. h. für die »sogenannten« Werbefachleute. Das moderne Lichtpausverfahren. Von Direktov Prof. Hans Spörl. 5. Auflage. E. Liesegangs Ver= lag M. Eger, Leipzig. Die letzte Ausgabe dieses Werkes liegt 20 Jahre zurück. Das sieht man an den Abbildungen, deren Entstehung wohl zum Teil noch weiter zurück liegt. Eine Auffrischung in etwas neuzeitlicherer Form und Qualitat hatte nichts geschadet. Im übrigen verdient das Werk jedoch warm empfohlen zu werden. Die modernen Lichtpausverfahren sind darin mit gröBter Sach; kenntnis behandelt. Les divertissements typographiques. Verlag: Deberny et Peignot, Paris. Neue Folge. Manche der Geschaftsdrucksachen, die hier in einem ge; ZEICHENSTIFT Nr. 6300 DER VORZÜGLICHE MUTTER PAUS STIFT! LYRA-ORLOW-BLEIST1FT-FABRIK, NEJRNBERG. schmackvollen Mappchen vereinigt sind, könnten ebenso gut in Deutschland entstanden sein, z. B. die Prospekte der Maschinen;Industrie. Vielleicht ist dies eine Folge der Internationalist der Technik. Die französische Eigenart spricht sich besonders in den Briefköpfen und Rechnungs; formularen aus und in den schonen Schmuck; stücken von Bernard Naudin. Ausstattung und Druck fast durchweg sehr exklusiv. Dagobert i. Die Zurichtungvon Schrift=, Plattenund Bilder= formen. Verlag des Bildungsverbandes der Deut- schen Buchdrucker G. m. b. H. Berlin. Es ist ein alter und berechtigter Wunsch, dafi es endlich einmal gelingen möge, eine einheitliche Zurichte; methode zur Anerkennung und Durchführung zu bringen. Ein Vergleich von Zurichtungen aus den verschiedensten DruckstadtenDeutschlandshat die Notwendigkeit einer Lösung dieses Problems ganz besonders dringend gemacht. Mit der Neubear; beitung vorliegenden Büchleins ist der Versuch gewagt worden, im Dienste dieser Idee zu wirken. Der Buchdrucker wird darin viel beherzigenswerte praktische Winke finden und auch an dem typo; graphisch musterhaften Hefte seine Freude haben. 75 Der Architekt, der Graphiker, der Künstler, der Techniker, alle wissen es. Lang- jahrige Erfahrung lehrt, datë der Orlow-Zeichenstift sich dank seiner vorzüglichen Qualitat bei zeichnerischen Arbeiten aller Art bestens bewahrt hat. Die besondere Zusammensetzung des Orlow-Stiftes gibt ihm eine vielseitige Ver- wendungsmöglichkeit. Als Zeichenstift stabil, geschmeidig, tiefschwarz, fein diffe- renziert in lö versch. Hartegraden ist der Orlow-itift erstklassig und weltbekannt. Als Pausstift tiefschwarz, lichtundurchlassig liefert der Orlow-Stift bei samtlichen Methoden saubere und exakte Pausen mit deutlichen Schattierungsunterschieden der 16 Hartegrade.

Gebrauchsgraphik de | 1931 | | page 97