Die Einführung zu Heft 1 unseres 10. Jahrganges hat zu vielen Meinungsaufierungen Ver- anlassung gegeben. Es ist das Erfreulichste für jeden Herausgeber und Schriftleiter einer Zeitschrift, wenn seine Behauptungen zu Entgegnungen führen. Es ist nicht möglich, auf alle Aufterungen einzeln einzugehen. Wir fassen daher im Folgen- den zusammen: Die tatkraftige Jugend will es nicht glauben, daft sich, seitdem die Menschen in Gruppen neben- einander leben, sei es nun als Familie, als Gemeinde oder als Nation, in ihren Beziehungen zueinander wenig verandert hat. Die Organisationsformen sind andere geworden; ihr Sinn ist aber der gleiche geblieben. Ob der Neanderthaler gegen eine Barenkeule einen gut geschliffenen Stein eintauschte oder ob wir uns heute bei Müller und Schulze einen Pelz für unser gutes Geld kaufen, der Sinn der Funktion ist derselbe: wir-tauschen unseren eigenen Leistungsüberschuft gegen den Leistungsüberschuft des anderen, den wir brauchen können. Es mag sonderbar erscheinen, wenn in einer Zeitschrift wie der unsrigen, plötzlich in einem Stil argumentiert wird, als ob man dem kleinen Moritz etwas klarzumachen versuche. Aber gerade das ist ja notwendig. Wir müssen einmal alles abstreifen, wir müssen auf die primitivste Form zurückgreifen, urn von dort aus den neuen Weg zu finden. Interessant für den andern ist, was ihm begehrenswert erscheint. Interessant ist nur, was Interesse erweckt. Was einmal Interesse erweckt hat, kann aber nicht dauernd interessant bleiben; und damit kommen wir nun wieder zur Reklame. Es kann durchaus interessant sein, wenn ein Inserent ein schönes Madchen zeigt und behauptet, daft diesem schonen Menschen sein Produkt besonders begehrenswert erscheine. Es wird aber uninteressant, wenn tausend Menschen das gleiche behaupten, obwohl besonders Frauenschön- heit die^meist gefragte Wr— VA/:-1 genau, aaft wir taglich sec bleiben. Diese Ermüdungs mehmen. Deshalb ist das Erwachtes herauszustellen, schützende Hand gern vor sagen: Gehen Sie von der gewordenen Stil abzuwar sich aufgenommen haben, Wir können den neuen Wc es zeigen, ist^die halbe AknTuui vciuiuuum. Was hat nun der Neanderthaler damit zu tun: Er und ermunternd; aber es muft gesagt werden, damit die Phantasie wieder lebendig wird. Was hat nun der Neandertaler damit zu tun: Er liefert uns den Beweis, daft der Bildbericht immer das interessanteste und kürzeste und schnellste Ausdruckmittel ist. Die Schrift ist eine viel spatere Er- findung. Sie wendet sich viel mehr an den Intellekt als an das Gefühl. Wir müssen aber zunachst immer das Gefühl wachrufen, das wir durch den Intellekt kontrollieren lassen. H. K. Frenzel.

Gebrauchsgraphik de | 1933 | | page 22