B L A U E R DUNST Zigarettenpackungen Entwurf WILHELM Aschenbecher Ash-tray Die deutsche Zigarettenindustrie hat neben der kosmetischen Industrie die höchsten Reklameauf- wendungen. Man sollte eigentlich daraus schliefJen, daft dieser Industriezweig einen besonders guten Reklamestil entwickelt hatte. Mit einer Ausnahme ist es aber leider nicht der Fall. In keiner anderen Branche haben sich die Konkurrenten gegenseitig derartig die Argumente aus der Hand gerissen, wie gerade hier. Berief sich die eine Firma auf das Ursprungsland ihres Tabaks, so taten es spatestens drei Monate spater die anderen auch. Sprach die eine Firma von der Tradition und den Erfahrungen ihres Houses, so fiel den Konkurrenten zur selben Zeit auch nichts Besseres ein. Zeigte ein Inserent seine technischen Einrichtungen, so brüllten alle hinterher: Wir haben genau dieselben Maschinen. Neuerdings ist es nun Sitte geworden, für und gegen bestimmte Eigen schaften einer Zigarette Propaganda zu machen. Für und gegen das Goldmundstück, für und gegen das Papier usw. usw. Wie mit den Argumenten, so verhielt es sich meistens auch mit den Bildern. Alles wurde mit- und nachempfunden. Der Konsument unterschied überhaupt nicht mehr zwischen den einzelnen propagierten Marken, sondern sah nur die allgemeine Reklame für die Zigarette. Diese Publikation soil erneut unter Beweis stellen, daft der selbstandige Gedanke in der Werbung immer wertvoller ist, als die Nachahmung. Die neu auf den Markt gekommene Zigarettenfabrik 4

Gebrauchsgraphik de | 1933 | | page 24