i Richthofen in durchgearbeiteter Farbnüancierung. Diese Arbeit kann nur ein grober Künstler auf der wechselvollen Welt der Bühne leisten. Keine Gestaltung des Parsifal strömt solch tiefe Weihe aus wie Pasettis Parsifaltaufe und Gralstempel der Münchener Festspiele. „Sink hernieder, Nacht der Liebe" wird in Pasettis Bühnen- bild zum Weltgeschehen ewiger Liebe und ewigen Leides. Tristans Burgturm schaut sehnsüchtig auf weites Meer. „Das Schiff, das Schiff, siehst du es nicht!" Isoldens Tod wirkt weltentrückt jenseits aller Wirkiichkeit. Pasettis Walkürenfels gibt den gewaltigen Eindruck des Felsengrates über dem steinernen Meer der Felsgebirge. Unnahbar, von Flammenwalle umlodert, harrt Brünhilde des hehren Helden. Tannhauser labt Pasetti in aller Innigkeit deutschen Waldes aufklingen „Der Mai ist da, der liebe Mai". Der Sinnenrausch des Venusberges in satter Farbtönung steht im Gegensatz zur moskowitisch steifen Pracht der Wartburghalle. Im Residenztheater Münchens, dem strahlenden Rokokojuwel Franz Cuvilliés, wo Mozart den Idomeneo dirigierte, gibt Pasetti die Mozart-Opern im Stile Watteaus und Laucrets: Entführung, Cosi fan tutte in orientalischem Rokoko, Zauberflöte, Don Giovanni im Sinne des Houses, das Mozart als Dirigenten sah. Nie stört greller Farbton den Klang der Musik, alles ist Harmonie im Ewigkeits- sinne des Salzburger Meisters. Verdi und Puccini gestaltet Pasetti ebenso meister haft. Die kleine Umwelt Balzacs, das Quartier Latin und Montparnasse ist in Pasettis „Bohème" ausgezeichnet getroffen, lm „Mantel" Puccinis spürt man unter dem Pontneuf am weiten Seineufer, Notredame im Hintergrunde, die nahende Tragödie. Bühnendekoration für Hoffmanns Erzahlungen: Bei Spalanzani PROF. LEO PASETTI Stage Setting at Spalanzani's for "Tales of Hoffmann"

Gebrauchsgraphik de | 1933 | | page 32