AUGU MDr R S IVRkMNDS EINEZEIT RiaiARDWAGNERJAHR 5TMB0PER RI CHARD WAGNER IN DRESDEN KU NSmU^TELLUSIGSACHSE^IQ^^ OR DEN DRESDNER JUBILAUMSSOMMER 1933 AUV.THLUNC i-NZ.su:; vlfAPi ll-BlVrr StntMBLR AlftSTf UUNG1M RAIHAUSZUi'READf N-1 J llNl-FsJS I AUGUST- 15 SfWDK 3f>SCPI£Ml\FR.-lM-AnSSTr.IMtvr,4PAl^'r 1. Preis Prof. ALEXANDER BARANOWSKY Dresden Das Plakat entspricht inso- fern nicht der Ausschrei- bung, als es nicht druck- fertig ist. Die Schrift ist absolut dilettantisch. Ver langt wurde aber eine klare, gut lesbare Schrift. Ein Kunstgewerbeschüler, der eine solche Schrift im ersten Semester zeichnet, würde wahrscheinlich von der Schule verwiesen werden. Werbung aber sind sie ohne jede Erfahrung, also Dilettanten, und durch ihre Entscheidung haben sie diese Behauptung unter Beweis gestellt. Den übrigen Preisrichtern, Museumsdirektor Professor Dr. Haenel, Ministerialrat Dr. Reuter, Stadtbaurat Dr. Wolf wird man die Sachunkenntnis nicht so übelnehmen können. Von ihnen aber hatte man erwarten müssen, daft sie die juristischen Konse- quenzen einer öffentlichen Auslobung nicht aufter acht lieften. Samtliche Teilnehmer des Wett- bewerbes beteiligten sich unter den Voraussetzungen der Ausschreibung. Das Preisgericht hat die Bedingungen der Ausschreibung willkürlich verandert oder überhaupt nicht in Betracht gezogen, oder aber, was kaum anzunehmen ist, die Preisrichter waren von so exorbitanter Sachunkennt nis, daft es ihnen nicht einmal aufging, daft sie mit ihrer Entscheidung eine Situation geschaffen haben, die für die ausschreibende Stelle, die Stadt Dresden, als deren Beauftragte sie ja fungierten, unbedingt juristische Konsequenzen haben muft. Es geht nicht mehr an, daft unser Arbeitsfeld, das in jahrzehntelanger mühevoiler Arbeit fruchtbar gemacht worden ist, von jedem Ahnungslosen willkürlich zertrampelt werden darf. Die durch den Wettbewerb geschadigten Künstler werden schon aus prinzipiellen Gründen diesen Prozeft führen, damit auch den Behörden endlich einmal aufgeht, daft sie im Auftrage der Bürgerschaft ein all- gemeines Kulturgut zu verwalten haben, nicht aber nach eigenem Gutdünken die berechtigten Interessen einer Berufsgruppe schadigen und das Ansehen ihrer Leistungen herabsetzen dürfen. 49

Gebrauchsgraphik de | 1933 | | page 69