BE5PRECHUNG E N 68 Bruno E. Werner: Vom bleibenden Gesicht der deutschen Kunst. (In der Reihe „Verpflichtung und Aufbruch Schriften zur Gegenwart". Heraus- geber Gerhard Bahlsen.) Mit 22 Abbildungen. Verlag Die Runde, G. m. b. H., Berlin, 1934. 133 Seiten. Preis 3,50 RM. Der Verfasser, Kunst- kritiker der „DAZ." und Herausgeber der „Neuen Linie", gibt in dem schmalen Bandchen mehr als einen Essay, auf den der Titel eigentlich schlieben liebe. Das Buch ist eine kurze, aber sehr gehalt- volle Einführung in die Geschichte der deutschen bildenden Kunst von den altnordischen Anfangen bis zu Barlach und bis zur neuen Architektur. Der Zweck des Buches ist, dabei das Wesen der spezifisch deutschen Züge in den Kunstwerken und bei den Künstlern aufzuzeigen, ohne dab was unmöglich ist der Begriff des „Deutschen" irgendwie definiert und damit begrenzt wird. Werners Buch ist ais Grundlage für eine Dis- kussion dieser Probleme und darüber hinaus als knappe Anleitung zur Kunstbetrachtung ausge- gezeichnet, und es ware zu wünschen, dab es besonders von allen denen gelesen wird, die gerade in der neuen Kunst allzurasch und allzu- oberflachlich vieles als undeutsch abstempeln móchten. Der Verlag und der Drucker, die Officin Haag-Drugulin, haben das Buch mit all dem Geschmack und all der Gediegenheit her- ausgebracht, die seinem Inhalt entsprechen. Dr. P. „Deutschland" Eine Zeitschrift. Heraus- gegeben vom Reichsausschub für Fremden- verkehr. Verkehrsverlag Deutschland G.m.b.H., Berlin. Erscheint monatlich. Auflage des August-Heftes 45 000, davon deutsche Ausgabe 16 000. Die Auf- gabe, die sich diese Zeitschrift gestel It hat, ist eine der dankbarsten, die sich denken lassen: Für den Besuch Deutschlands und für seine Land schaften und Stadte zu werben. Eine solche re presentative Werbezeitschrift für den Fremden- verkehr war schon lange nötig, und es ist ver- dienstvoll vom Reichsausschub, sie nun endlich verwirklicht zu haben. Man kann die Ansprüche an eine solche Representation nicht hoch genug stellen, und daher sei gesagt, dab manches noch verbesserungsfahig ist. Einen Umschlag z. B. wie den des 3. Heftes hatte man vermeiden sollen, und auch die Auswahl der Fotos könnte noch sorgfaltiger sein, obwohl sich einige sehr schóne darunter befinden. Ausgezeichnet ist dagegen der Bildschnitt und der Druck. lm übrigen: warum nur immer Fotos? Gerade eine solche Zeitschrift könnte durch Auftrage an Zeichner, Radierer und Maler kunstfördernd und gleich- zeitig zur Kunst erziehend wirken und würde dabei an Werbewert und Representation nur gewinnen. Und noch eins: ist es nötig, dab das Heft einer solchen Werbezeitschrift eine Reichsmark kostet? Eine Mark ist sehr viel Geld, und gerade in Deutschland sollen doch nicht nur die Leute mit sehr vielem Geld für das Reisen gewonnen werden. Zum Schlub einen Dank: namlich für das Titelbild des Heftes 5, eine feine, schön gedruckte, kolorierte Heidelberg- Radierung von J. J. Stuett aus der Zeit kurz nach 1800. Druck der Hefte: Gebr. Feyl, Klischees: Meisenbach, Riffahrt Co. A.-G. Dr. W. P. „Deutschland" Landschaft und Baukunst. Orbis Terrarum-Band. Einleitung von Ricarda Huch. Herausgegeben von Martin Hürli- mann. Atlantis Verlag, Berlin, 320 Seiten, Preis 9,60 RM. Ueber die Orbis Terrarum-Bande des Atlantis- Verlages, insbesondere über das im 27. Tausend mit dem Copyright 1934 vorliegendeDeutschland- Werk ist kaum etwas Neues zu sagen. Dab Hürlimann mit gröbter Sorgfalt die schönsten Auf- nahmen deutscher Bauten und deutscher Land schaften ausgewahlt hat, dab Ricarda Huch wirk- lich berufen ist, in ein solches Werk einzuführen, dab Meisenbach, Riffahrt Co. die Bilder aus gezeichnet gedruckt haben, das sind schon Selbst- verstandlichkeiten. 272 ganzseitige Aufnahmen werben für Deutschland, für das bekannte, repre sentative wie für das unbekannte, versteckte. Dab sie, jede einzelne, wirklich und zwingend werben, das ist die gröbte Anerkennung, die man dem Werk sagen kann. Dr. W. P. Kleine Zeichenlehre für Werbefachleute. Von Uli Huber. Band 2 der Bücherei von Scherls Informationen. Verlag August Scherl GmbH., Berlin. „Es ist nicht die Aufgabe dieses Büch- leins, künftige Graphiker heranbilden zu wollen, wie nachdrücklich betont werden soli, genau so wenig, wie es einem mibverstandenen Dilettan- tismus das Wort reden soli. Seine Zweckbestim- mung liegt in anderer Richtung Die „Kleine Zeichenlehre" bemüht sich, dem Werbefachmann gewissermaben den Zeichenstift in die Hand zu

Gebrauchsgraphik de | 1934 | | page 90