FELIX B0TTCHEK LEIPZIG LO CK AU F! FABRIKEN: BERLIN 027, Blumenstr.88 FRANKFURT(MAIN)W13,KurfürstensLr.60 HAM BURG36,Fuhlentwiete55-57 HANNOVERiN,Rolandstn2-3 KÖLN-BRAUNSFELR z Stolbergerstr.351-53 MÜNCHEN2$W,Lindwurmstr.l2l -STUTTGARTGutenbergstr.ói Deutschland. SchriftgieBerei H. Berthold A.-G., Berlin. Bezaubernde Akzidenzen bringt diese Vorprobe Nr. 295. Bald geschlossen und wuchtig, bald zart und fe-in bis zur asthetischen Tandelei, dann wieder streng sachlich, lediglich Bericht, immer aber mit er- lesenstem Geschmack prasentieren sich die ver- schiedenartigsten Arbeiten. Wundervoller Kontrast, wenn die strenge „Deutschland" mit der zierlichen „Ariston" verbunden wird, oder wenn die „Deutsch land" sich auf gelblich getöntem, rauhem Papier einem alten Tabaketikett anschlieBt und auch damit zu einer Einheit verschmilzt. „Ganz Deutschland wird mit Deutschland werben!" heiBt es in einem der Pro- spekte. Das ware keine schlechte Aussicht für den Liebhaber schoner Drucksachen. WeiB-Fraktur. Bauersche GieBerei, Frankfurt a. M. Diese Schriftprobe hat in der Tat, wie es in der Ein- leitung heiBt, „ein nicht alltagliches Schicksal". Die WeiB-Fraktur wurde für den Tempel-Verlag ge- schaffen und sollte 1914 der Allgemeinheit der Buch- drucker zuganglich gemacht werden. „Der Ausbruch des Weltkrieges verhinderte die Ausführung dieses Entschlusses Diese Probe dürfte zeigen, daB zwei Jahrzehnte zwei Jahrzehnte voll unerhörter Wandlungen der Mode und des Geschmackes die Gültigkeit der WeiB-Fraktur nicht beeintrachtigen konnten". Dem kann nicht widersprochen werden. Die WeiB-Fraktur ist eine Schrift, die sich mit den besten Erzeugnissen der neuesten Zeit messen kann. Sie ist zwar nicht so absichtlich betont auf Kraft und Schneid und Unerbittlichkeit gestellt wie viele der Neuerscheinungen, dafür berührt ihre selbstverstand- liche Würde und edle Gelassenheit urn so wohl- tuender. Der vornehm gebundene und ausgestattete Band mit seinen prachtvollen Satzbeispielen lost neben vielerlei Empfindungen, die in seinem nicht alltaglichen Schicksal begründet sind, restloses Wohl- gefallen aus. ytt. Sch. Krimhilde. Eine neue Schrift deutscher Art. Schrift gieBerei Ludwig Mayer, Frankfurt a. M. „Wir haben den Grundgedanken der Groteskschrift, die gleiche Strichdicke, auch zur Grundlage dieser neuen Schrift gemacht..." heiBt es in der Ein- führung des vorliegenden Schriftmusterheftes. Eigentlich widerspricht ja dem Charakter der Fraktur dieser Grundgedanke der Groteskschrift. Das Wesen der Fraktur beruht auf dem An- und Abschwellen der Federzüge, beruht auf dem winkligen oder gewölbten Gegeneinander von Haar- und Grundstrichen. Urn so erstaunlicher ist die Wirkung der neuen Schrift, die zudem noch einzelne Buchstaben der Antiqua-Grotesk unver- andert in sich aufgenommen hat. Sie macht trotz- dem einen durchaus harmonischen Eindruck. Die Satzbilder in kleinen Graden und mit halbfetten Auszeichnungen, aber auch die ganzseitigen Anzeigen mit wenig Text und groften Typen be- weisen es. 70

Gebrauchsgraphik de | 1934 | | page 96