LlCcl} &LLcl Lat cL-lattuncj^ Charakterooll unb fchön 3ugleich - mit einem tDorte: fotmoollenbet! Uer[alien unb 3nitialen geben bem Safjbilb ben intereffanten, fchroungnollen Rhgthmus, jene Docbebingung einbtucksooller Tgpographie Cuötoig töagnet AG Schtiftgiepetei uttö meffinglinienfabtik Ceip3ig 05 „Deutscher Garten" ihr fünfzigjahriges Bestehen und die Firma Trowitzsch Sohn das 225jahrige Bestehen ihrer Druckerei. Die reichhaltige Beilage „125 Jahre Oder-Zeitung" bringt Dokumente und reiches Bild- material zur Geschichte der Stadt, unter anderm ein Preislied von dem jungen Ulrich v. Hutten, der 1506/07 an der damals neu begründeten Universiteit Frankfurt studierte. Das Musik- und Theaterleben findet in reich illustrierten Beitragen seine Würdi- gung. Zum 225jahrigen Bestehen ihrer Druckerei gibt die Firma Trowitzsch Sohn eine bemerkenswerte Festschrift heraus, „Frankfurt an der Oder als Druckerstadt" von Dr. Walter Maushake. Der Ver- fasser beginnt mit dem Jahre 1502. Dies ist das alteste Datum eines Frankfurter Druckerzeugnisses. Der erste Frankfurter Drucker hieB Martin Tretter. Mehrere typische Erzeugnisse seiner Kunst sind in dem Buche abgebildet. Nach der Errichtung der Uni versiteit Frankfurt nimmt die Schwarze Kunst begreif- licherweise einen groBen Aufschwung, und die Ab- bildungen damaliger Frankfurter Druckerzeugnisse können sich neben den besten Leistungen der Zeit sehen lassen. Schritt für Schritt verfolgen wir die Ereignisse und die Drucke der Stadt Frankfurt durch die Jahrhunderte, bis der Strom der allgemeinen Ge schichte im vorliegenden Buche in die Familien- geschichte Trowitzsch einmündet. Man darf aber nicht glauben, daB es sich urn eine nüchterne Auf- zahlung von Namen, Werken und Daten handle. Das Buch greift ins volle Menschenleben, das ja bekanntlich, wo man's packt, interessant ist. Zwei markante Proben: Die akademische Preisfrage von König Friedrich II. vom Jahre 1780 lautet: „Darf man das Volk betrügen?", wobei eine Ja- und eine Nein- Anfwort preisgekrönt wurde. Und den Gesangbuch- streit entscheidet derselbe König mit den Worten: „Ein jeder kann bei mi.r glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist. Was die Gesangbücher angehet, so stehet einem jeden frei, zu singen: Nun ruhen alle Walder oder dergleichen dummes und törichtes Zeug mehr." Das mustergültig ausgestattete und vorzüglich gedruckte Buch zeugt von der Leistungs- fahigkeit und dem hohen Idealismus der Erzeuger. Modern Publicity 19361937. The Studio Ltd. London. Das Werk ist in sieben Abteilungen ge- gliedert: Plakate, Anzeigen, Zweifarben-Werbe- drucke, Prospekte und Broschüren, Packungen, Brief- köpfe, Schutzmarken. Vertreten sind folgende Lander: Amerika, österreich, England, Katalonien, Dane- mark, Holland, Frankreich, Deutschland, Griechen- land, Ungarn, Norwegen, Polen, RuBland, Spanien, Schweden, Kanada, Italien, Schweiz. Schon aus dieser Aufzahlung geht hervor, daB viel geboten wird. Vielleicht ware weniger mehr gewesen. Der Raum ist bisweilen fast angstlich und gelegentlich bedrückend ausgenutzt. Davon abgesehen, muB man jedoch zugeben, daB eine sehr abwechslungs- reiche Fülle interessanter und prachtvoller Arbeiten geboten wird. Das Traditionelle wiegt vor, doch sind auch die neueren Richtungen gut vertreten. Acht Tafeln in Vierfarbendruck zeigen die koloristische Seite moderner Reklame. th. Sch. Karl Heinz Krengel: Die Reklame in der Lehre von der Marktwirtschaft. Heft 57 der „Nürnberger Bei- trage zu den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften", Nürnberg 1936, Verlag der Hochschulbuchhandlung Krische Co., 54 Seiten, Preis 1,60 RM. Wieder wird aus der Vershofen'schen Schule eine Arbeit über Probleme der Marktwirtschaft veröffentlicht, und zwar diesmal eine Arbeit, die sich mit der Frage der Werbung direkt befaBt. Das Büchlein ist der Be- achtung wert, auch wenn man seinem Verfasser nicht überall folgen kann. Krengel untersucht jede Stufe der Volkswirtschaft darauf, ob in ihr die Notwendig- keit oder die Möglichkeit für das Auftreten der Reklame gegeben ist. Das Resultat dieser Unter- suchung ist, daB in der geschlossenen Gruppe, der ersten Wirtschaftsstufe, kein Raum für die Reklame vorhanden ist, daB sie in der zweiten Stufe, der be- ginnenden Entfaltung, eine Informationsfunktion zu erfüllen hat, und daB in der driften Stufe, der Markt wirtschaft, zu dieser Informationsfunktion die Kon- kurrenzfunktion tritt. Soweit stimmt alles. Weniger kann man den Ausblick auf die vierte Stufe für richtig ansehen, wo in der „standischen Wirtschaft der Zu- kunft" eine „Zurückdrangung" der Reklame prophe- zeit wird. Ein Bliek ins Wirtschaftsleben dürfte zeigen, daB weder Kartelle noch Marktregelungsorganisatio- nen, selbst behördlich überwachte nicht, auf den Ein- satz der Werbung verzichten können. Die Form der Werbung muBte sich andern, ihr Wesen und ihre Notwendigkeit blieben bestehen. w. p. Druckproben stehen zur VerfügungArabella und Deutschmeister-Schriften (Ges. gesch.) 753 XI. 36 68

Gebrauchsgraphik de | 1936 | | page 100