B E S P R E C H U N G E N 63 Lehrplan für Vollstudierende der Meisterschule für das graphische Gewerbe zu Leipzig. Meisterschule für das graphische Gewerbe zu Leipzig. AuBer dem Lehrplan und dem Vorwort von Oberbürgermeister Dr. Goerdeler enthalt das Heft den Beitrag „Ein Gang durch Leipzig", der hauptsachlich in der Er- klarung der photographischen Abbildungen besteht, die das Heft schmücken. An Druck und Ausstattung ist nichts auszusetzen. Originell und zugleich vor- nehm wirkt der Umschlag. Warum K&E Samen-Tüten? I. C. König Ebhardt. Hannover. Warum? Nun, weil die Tüten peinlich genau geklebt sind, weil dazu wetterfestes Papier verwendet wurde, und weil der farbige Aufdruck die betreffende Pflanzengattung sofort erkennen laBt. Besonders schön finden wir das Bild „WeiBkohl". Der Goldene Born. 1. Heft. 1. Jahrgang 1936 37. Herausgeber: Heinrich Zerkaulen. Leipzig. Otto Janke, Verlag. „Die freudige Zustimmung, mit der diese neue Romanzeitung vom Reichsministerium für Volksaufklarung und Propaganda und von der Reichsschrifttumsstelle begrüBt wurde, ist der beste Beweis dafür, wie sehr auch von seiten der Regie- rung das Erscheinen und die Verbreitung einer solchen Zeitschrift gewünscht wird." Die Nummer enthalt die Anfange zweier Romane, ein Gedicht von Heinz Steguweit und eine psychologisch feine Skizze von Max Barthel, eine Zeichnung von Friedrich Kallmorgen und zwei Bildnisse der beiden Roman- autoren. Romane nach den ersten Druckseiten zu beurteilen, fühlen wir uns nicht berufen. Nur soviel sei gesagt: Der Anfang des ersten Romans „In Rothenberg geht's urn" von Hans Christoph Kaergel hat uns eine vergnügte halbe Stunde bereitet. Die Ausstattung des Heftes ist einfach, aber ansprechend. Der „Goldene Born" erscheint wöchentlich, das Heft kostet 30 Pfg. Norske Volkevisor. Forlagt av Kirstes Boktrykkeri. Oslo 1936. Ein kostbar ausgestattetes Werk mit 38 Holzschnitten von Olaf Willums. Die Norwegi- schen Volksweisen sind in der Thannhauser-Antiqua gedruckt. Diese Type paBt vorzüglich zu dem Legendencharakter von Bild und Lied. Die Holz- schnitte von Willums muten fast traumhaft an. Gele- gentlich wird man in der Formgebung, die derb und kraftig auf SchwarzweiBwirkung angelegt ist, an den Jugendstil erinnert. Ritter, Meerjungfrauen, seltsame Blumen und Vögel heben sich bald weiB, bald schwarz aus dem krausen Flachengewirr. Wenn Willums im Anfang seiner künstlerischen Entwicklung steht, laBt sich von ihm noch Ausgereifteres erhoffen. Man nehme. Deutsche Libby Ges. m. b. H., Leer- Ostfriesland/Hamburg. Ein kleines Kochbuch. Der Witz davon ist der, daB bei allen Speisen-Zuberei- tungen Libby-Milch verwendet werden soil. Die Aus stattung des Büchleins ist reizvoll, besonders sym pathisch berührt auch der Umschlag. Der hat's in sich. Vorwerk Co., Wuppertal-Barmen. Eine gefallige Drucksache. Der Hauptanziehungs- punkt ist wie es sein soli das prachtvolle farbige Teppichmuster. Twenty-seven Chicago Designers 1936. Typography by W. A. Kittredge, the Lakeside Press, Chicago. Der eine und andere der 27 zeigt treu und brav, was er kann. Aber so sind nicht alle. Da gibt es Leute, die durch eine Idee verbluffen, andere gehen mehr wissenschaftlich vor. Mc. Cabe erzahlt sogar eine Fabel und illustriert sie. Man ist ja bei ameri- kanischen Gebrauchsgraphikern an ein hohes Niveau gewöhnt, doch ebenso an eine gewisse Gleichför- migkeit. Darin wird man in dieser Publikation gründ- lich eines andern belehrt. Die akkurate Gelecktheit, die sonst ein Kennzeichen amerikanischer Gebrauchs- graphik ist, wird in diesem Buch nicht seiten zu- gunsten frischer künstlerischer Laune durchbrochen. Fast jedes Blatt ist eine Uberraschung. Die Vielfal- tigkeit der Individualitaten wirkt erstaunlich. Es sind vor allem die eigentlichen Gebrauchsgraphiker, die in Erscheinung treten: Schriftkünstler, Photographiker, Spezialisten für Packungen, aber auch Werbe-Kari- katuristen, Innenarchitekten. Die Ausstattung ist auBerst eindrucksvoll, dabei geschmacklich auf der Höhe der Zeit. Ufa 1936/37. Ufa-Filmverleih GmbH., Berlin. Der vorliegende Ufaleih-Katalog enthalt 18 „Original- Star-Photos". Als erster Held prangt Hans Albers, halb Breitenstrater, halb Goethe, eine Mischung, die sich noch immer groBer Beliebtheit erfreut. Es folgen Lilian Harvey, Willy Fritsch, Johannes Heesters, Martha Eggert und andere schone Manner und Damen, alle auBerst kunstvoll hergerichtet. Zwi- schen diesen Photoseiten befinden sich Filmanzeigen und illustrierte Beschreibungen der Filme. Der Katalog ist pompös aufgemacht. Format 30,5 X 29 cm, in Halbleinen gebunden. Was ist los in Berlin? Herausgegeben von der Aschingers A. G., Berlin. Für den Berliner oder den, der schon einige Ewigkeiten in dieser Stadt seBhaft ist, bietet dieser Führer erklariicherweise nicht viel Neues. Aber vermutlich für die andern, für die er auch gedacht ist. Dafür hat jedoch der Berliner oder Wahl-Berliner den ungeheuren Vorteil, daff er als Kenner der Sache kritisieren kann. Na, und? Der Text ist nett und kurzweilig geschrieben,- wir konn- ten's auch nicht besser. Die Photos wechseln zwischen Grün und Rot; die Federzeichnungen von der„auBer- halbschen" Familie sind immer rot und lustig, wenn auch nicht gerade sehr schmeichelhaft, doch auch nicht verletzend. Also haben wir eigentlich nichts daran auszusetzen. Text: Harry. Gesamtausstattung Neubauer. Kupfertiefdruck: Rotophot A. G., Berlin. Die Dresdner Bank gab auf der Deutschland-Aus- stellung 1936 einen Einblick in die Organisation und Leistungen einer deutschen Grofibank. Dresdner Bank, Propaganda-Abt., Berlin. Es ist das erstemal, daB eine GroBbank sich an einer derartigen Aus- stellung beteiligt und sich die Aufgabe stellt, mit den Mitteln moderner Ausstellungstechnik einen Einblick in ein Kreditinstitut zu geben. Der Entwurf des Stan- des stammt von Walter Riemer. Die verschiedenen

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