m* w- ïm REGJA MARINA Fiir das Tabakmonopol. Nach verschiedenen Experimenten wurde die Propaganda ausschlieBlich auf zwei Sorten konzentriertfür die Zigarette „Macedonia Extra" und die kurze Zigarre „Sigaretto Roma". Fiir Post- und Telegraphen-DienstDringende Telegramme, Brieftelegramme, Zugtelegramme, Marconitele- gramme, Dringende Postpakete, Flugpost und Briefmarken für Sammler. Fiir die Staatsbahnen: ExpreB-Pakete. Fiir das Telephon. Staatliche Telephonverwaltung und die fünf groBen Gesellschaften, unter denen der Telepliondienst in ganz Italien verteilt ist. Fiir die staatliche Versicherungsanstalt: Versicherungen aller Art, speziell Lebensversicherungen. Weiter die Propaganda halbstaatlicher Institute, wie die: U. N. P. A. (Gasschutz und Luftschutz); Campagna Nazionale Antitubercolare (Propaganda gegen die Tuberkulose)Comitato per il Prodotto Italiano (Kauft italienische Waren). Die gröBte Werbung, die standig durchgeführt wird, ist wohl in Italien durch die E. N. I. T., das Institut für den Fremdenver- kehr, organisiert. Die faschistische Regierung bat wohl als eine der ersten erkannt, daB der Fremdenverkehr in einem sehr hohen MaBe auf die Handelsbilanz EinfluB hat. Dadurch kommen jedes Jahr Millionen auslandischer Yaluten nach Italien, die zum teil- weisen Ausgleich der passiven Handelsbilanz benutzt werden können. Die italienischen Plakatkünstler können nicht über den Mangel an reizvollen, malerischen Motiven für die Verkehrswerbung klagen. Nicht umsonst ist Italien das klassische Reiseland, und der sonnige Süden mit dem blauen Himmel ist nicht nur eine poëtische Phrase. Die italienischen Schiffahrtslinien geliören, was Schnelligkeit und Bequemlichkeit betrifft, mit zu den besten. Die italienische Verkehrs- werbung muB auf weiteste Kreise werbend wirken und auBerdem dem internationalen Geschmack Rechnung tragen. Italiens Schönheiten und auch viele Bauwerke sind dem internationalen Publikum bekannt, und die Wiederholung in neuer, moderner, teilweise stilisier- ter Form ist ein nicht unbedeutender Werbeappell. AuBerdem kann Italien auf seine Tradition und Kultur stolz sein und unterstreicht dies natürlicli auch in dieser Werbung. Das italienische Verkehrs- plakat beschrankt sich daher in vielen Fallen auf die möglichst stimmungsvolle Darstellung von Sehens- cürdigkeiten, ohne natürlich dabei auf die moderne Linie hzw. auf den internationalen Kunstgeschmack verzichten zu wollen. Eine Übergangsform von der staatlichen auf die privatwirtschaftliche Werbung sind die vielen Messen und Ausstellungen, die in allen Gegenden Italiens abgehalten werden. Ob diese nun heimatliche landwirt- schaftliche Produkte, Textilien oder Kunstgewerbe zeigen, ob es internationale Mustermessen (Mailand, Padua, Bari) oder Ausstellungen alter und moderner Kunst oder sportlicher Art sind, überall wird dies als staatliche Werbung aufgefaBt, die ja auBerdem wieder in die Fremdenverkehrswerbung übergeht, da ja zwangslaufig für den Besuch der verschiedenen Stadte Propaganda ge- macht wird. Die Propaganda für den Faschismus wird in die Staatswer- bung eingeschlossen. Dieser fordert den Aufban des Landes, in der Wirt- schaft wie im Yerkebrswesen und natürlich auch in den Schulen und Instituten, nicht zu vergessen der militarische Aufbau. Der Yolkscha- rakter und auch die Sitten und Gebrauche sind in Norditalien und Süditalien sehr verschieden, trotzdem wird das ganze Land von der Propaganda unter- schiedslos erfaBt. Wie in fast

Gebrauchsgraphik de | 1937 | | page 32