"V^er sich auf den groBen italienischen Bahnhöfen oder in den HauptverkehrsstraGen von Mailand, Venedig, Florenz, Rom oder Neapel den Zeitungsstanden nahert, wird immer wieder nicht nur über das verwirrende Durcheinander knallbunter Titelseiten von Zeitschriften staunen, sondern auch über die unübersehbar groBe Zahl der aushangenden und ausliegenden Zeitschriften. Wieviel gröBer aber mag erst das Staunen über die groBe Zeitschriftenzalil werden, wenn man hört, daB alles, was an Zeitschriften in Italien vor die Offentlichkeit hintritt, in seiner zahlenmaBigen Gesaintheit erst etwa ein Viertel der rund 3500 verschiedenen Zeitschriften des faschistischen Italiens darstellt. Drei Viertel dieser Gesamtsumme kommen schon deswegen nicht vor den Bliek der Offentlichkeit auf StraBen und Platzen, weil sie, etwa als religiose, wissenschaftliche oder wirtschaft- liche Zeitschriften, festen Leserkreisen, und diesen meist im laufenden Festbezug, zugefiihrt werden. Alle diese Zeitschriften haben, sofern sie nur einem Bedürfnis der Leserschaft entgegenzukommen wissen und ihre Kaufkraft nicht überschatzen, ein verhaltnismaBig gesichertes Bestehen. Viele unter ihnen brauchen sich über Absatz und Rentabilitat sogar kaum Sorgen zu inachen, weil sie überhaupt nicht unter solchen Gesichtspunkten geschaffen worden sind. Anders aber ist die Lage für das restliche Viertel, für jene Zeitschriften, die zu einem wesentlichen Teil ihres Bestehens mit jeder Nummer über Zeitungskioske und Schaufenster, in denen sie ausgelegt werden, ihren Leserkreis neu erobern oder mindestens erhalten müssen. Hierher geliören, um nur einige Stoffgruppen zu nennen, Zeitschriften für Flaus und Mode, Kino, Rundfunk oder Autos ebenso wie für Frauen und Kinder und ganz besonders das weite Feld der Unterhaltungszeitschriften. Die gegenwartig teuerste unter ihnen, die für 20 Lire je*Nummer erhaltliche Florentiner „Critica d'Arte", wirbt in den Auslagen der führenden Buchhand- lungen ebenso um Widerhall und Absatz in breiteren als nur Festbezieherkreisen wie in den abertausend Zeitungskiosken des Landes etwa die reichbebilderten illustrierten Wochenunterhaltungsblatter der groBen italienischen Zeitungen von Neapel bis Turin, die heute bei einem Umfang von durchschnittlich vierzehn bis «R6ZZQ Ei SBC Zeitsch riften-U msch lage

Gebrauchsgraphik de | 1937 | | page 64