0 r 1 o BESPREC HUNGEN F. M.-Fritz Müller, Dresden beging am 10. Oktober sein 30jahriges Berufsjubilaum als selbstandiger Werbefachmann und Gebrauchsgraphiker. Einer der ersten in Dresden, die den Nutzen des Zusammen- schlusses der Gebrauchsgraphiker erkannten und dem früheren Bund Deutscher Graphiker bei- traten, ist Fritz Müller, durch die werbetachliche Betreuung verschiedenster Industrieunternehmungen und durch seine Entwurfsarbeiten sowie durch seine Messe- und Ausstellungsstande für weite Kreise der Wirtschaft, für den Fremdenverkehr, für Partei- und Staatsstellen bekannt geworden. In der neueren Zeit schuf er u. a. die Plakate für die deut- schen Skimeisterschaften in Altenberg, das Gau-Plakat für Sachsen für den 1. Mai 1937, das Plakat für die jetzige Gau-Kulturwoche und für die antibolsche- wistischeWanderausstellung desGauesSachsen. Seine berufliche Anerkennung fand auch darin Ausdruck, daB er als Gaufachschaftsleiter der Reichsfachschaft Deutscher Werbeleute in Sachsen eingesetzt und als künstlerischer Mitarbeiter beim Heimatwerk Sachsen und beim Landesfremdenverkehrsverband Sachsen tatig ist. 275 Jahre Staedtler-Stifte 16621937. J. C. Staedtler, Nürnberg. Mars-Bleistiftfabrik. Der fesselnde, reich illustrierte und mit allem wissenschaftlichen Rüstzeug versehene Beitrag „Bleistifte schreiben Weltgeschichte" von Franz Maria Feldhaus bildet den Hauptteil der Jubilaumsschrift. Taktvoll hat Feldhaus die Geschichte der Firma mit der Geschichte des Bleistifts verflochten. AuBer vielen historischen Zeugnissen zeigt der Bilderteil acht farbige Abbildungen, deren Originale mit Staedtler-Farbstiften hergestellt sind. Neben den Leistungen bewahrter Künstler werden auch Schüler- arbeiten geboten, worunter die Buntstiftzeichnung einer zehniahrigen Sextanerin besonders ergötzt. An den Hauptbeitrag anschlieBend erzahlt Wigo Wei- gand „Wie der Staedtler-Stift entsteht". Diesen Auf- satz illustrieren Maschinenzeichnungen aus dem Staedtlerschen Betrieb, die beweisen, daB Staedtler- stifte vom duftigsten Hauch bis zum tiefsten Schwarz über jede Modulationsfahigkeit verfügen wenn man sie zu handhaben versteht. Das vornehm ge- bundene und prachtig ausgestattete Buch wird sich viele Freunde erwerben. Deutsches Silber. Deutsche Gesellschaft für Gold- schmiedekunsf, Berlin. Die in dem Heft abgebildeten Gegenstande edler Handwerkskunst werden begleitet von „Aphorismen zur Silberweisheit" von Dr. K. K. Eberlein. Der Umschlagentwurf von Boehland in Silber und Blau paBt sich dem Inhalt würdiq an. Tr. Sch. Vogtlandische Filztuchfabrik Weihmüller Holz, Len- genfeld i.V. 19121937. Die von Heinz Böttcher reizvoll ausgestattete Jubilaumsschrift bietet in den schonen Werkphotos von Dr. Ell eine lebendige Ge- samtschau des Unternehmens. Text: Dr. E. Hölscher. Jiu-Jitsu und Knock-out. H. Berthold A. G., Berlin, SchriftgieBerei und Messinglinienfabrik. Die beiden neuen Schriften kommen in dieser Schriftprobe über- zeugend zur Geltung. Im Zeitungsdruck frisch und Er wohnt in einer schmalen halbdunkeln Gasse von Tokio oder Osaka, wo die Kramer ihre Verkaufsstellen haben. Zu Tausenden begegnet man ihm in Japan. Er bewirtet seine Kunden als Gaste und reicht ihnen denTee. Dazwischen besingt er in blumenreichen Wendungen die Schönheit und Güte seiner Ware. Er ahmt mit der Anschaulichkeit seiner Sprache jene Mittel der Verkaufskunst nach, über die eine moderne Bildanzeige verfügt. Er gibt eine Idealbeschreibung der Ware, beutet phantasievoll jeden geringsten Effekt der Aufmachung aus. Auch die hochentwickelte, leben dige Tiefdrucktechnik der Kölnischen Jllustrierten verfügt über solche darstellerische Kraft und überzeugende Ausdrucksmittel. 61

Gebrauchsgraphik de | 1937 | | page 95