DER SOMMER AN IHREN GENIUS DIOTIMA WENN DANN VORBEI DES FRÜHLINGS BLÜTE SCHWINDET, SO 1ST DER SOMMER DA, DER UM DAS JAHR SICH WINDET, UND WIE DER BACH DAS TAL HINUNTERGLEITET, SO 1ST DER BERGE PRACHT DARUM VERBREITET. DASS SICH DAS FELD MIT PRACHT AM MEISTEN ZEIGET, 1ST WIE DER TAG, DER SICH ZUM ABEND NEIGET,- WIE SO DAS JAHR ENTEILT, SO SIND DES SOMMERS STUNDEN UND BILDER DER NATUR DEM MENSCHEN OFT VERSCHWUNDEN. SEND IHR BLUMEN UND FRÜCHT'AUS NIEVERSIEGENDER FULLE, SEND IHR, FREUNDLICHER GEIST, EWIGE JUGEND HERAB! HULL IN DEINE WONNEN SIE EIN UND LASS SIE DIE ZEIT NICHT SEHN, WO EINSAM UND FREMD SIE, DIE ATHENERIN, LEBT, BIS SIE IM LANDE DER SELIGEN EINST DIE FROHLICHEN SCHWESTERN, DIE ZU PHIDIAS' ZEIT HERRSCHTEN UND LIEBTEN, UMFANGT. DU SCHWEIGST UND DULDEST, UND SIE VERSTEHN DICH NICHT, DU HEILIG LEBEN! WELKEST HINWEG UND SCHWEIGST, DENN ACH! VERGEBENS BEI BARBAREN SUCHST DU DIE DEINEN IM SONNENLICHTE, DIE ZARTLICHGROSSEN SEELEN, DIE NIMMER SIND! DOCH EILT DIE ZEIT. NOCH SIEHET MEIN STERBLICH LIED DEN TAG, DER, DIOTIMA! NACHST DEN GOTTERN MIT HELDEN DICH NENNT UND DIR GLEICHT.

Gebrauchsgraphik de | 1940 | | page 64