deren Farben, Stoffe und Muster er selber aussuchte. Reifröcke waren nicht mehr Mode. Die neuen Modelle waren reizend. Die Röcke waren vorn straff gezogen und hinten über eine Turnüre drapiert und mit Blumenkranzen, Schleifen Spitzenfalten garniert. Sie dachte an die diskreten Reifröcke der Kriegsjahre und geniert sich ein bifichen die neumodischen Röcke zu tragen, weil sich unleugbar der Bauch darin abzeichnete. Die niedlichen kleinen Hlite, die in Wirklichkeit gar keine Hüte waren, sondern nur ein winziges flaches Etwas, mit Früchten, Blumen, wippenden Federn und flatternden Bandchen überladen, und tief über dem einen Auge getragen wurden. Ware Rhett doch nur nicht so töricht gewesen und hatte die falschen Löckchen verbrannt, mit denen sie ihren Knoten aus dem indianerhaft glatten Haar, der hinten aus den kleinen Hüten hervorsah, etwas nachhelfen wollte! Und die feine Wasche, die in Klöstern genaht wurde! Bezaubernd war sie, und Scarlett hatte eine ganze Reihe von Garnituren davon, Unterröcke, Nachthemden und Hemden aus feinstem Leinenbatist mit zierlicher Stickerei und winzigen Saumen. Und die Seidenschuhe, die Rhett ihr kaufte. Drei Zoll hohe Hacken hatten sie und riesige, glitzernde Schnallen. Und seidene Strümpfe, ein Dutzend Paare und keins davon mit baumwollenem Rand. Was für Reichtümer! 84

Gebrauchsgraphik de | 1940 | | page 66