ffiambattista Palatino war ein Zeitgenosse Claude Garamonds and einer der bedeutendsten SchreibmeF ster in Italien. Nach ihm and um din zu ehren wurde die von H. Zapf 1950 and in den folgenden Jahren geschajfene Schrift Palatino genannt. Sie ist eine mo= derne Schrift aus alter Tradition, aus dem Geist der Renaissance, an deren Schriften Palatino mitgeformt hat. Spürbar ist die Breitfeder in den Iftaren, festge= fügten Schriftziigen. Die bequemeLesbarkeit bis in die kleinsten Grade hin mag teils an der sicheren Hand habungdes alten Schreibgerdts liegen, da von dessen Eigenart und Ausdruckskraft auch diese Drucktypen Gewinn ziehen. Die Palatino-Kursiv betont als eine Brief- und Zitatschrift das Flieftende, den intimen Schreibcharakter.Alle Grade, die für Maschinensatz notwendig sind, stehen auch in Linotype-Matrizen zur Verfügung. Die Garnituren der Maschinen- und ÏHMi liSllllSii Handsatztypen der Palatino sind ausgestattet mit allem,was zumguten Werk;- und Werbesatz gehort, namlich mit Logotypen, langen Unterlangen, Kapi= talchen und mit Sdiwungbuchstaben zurBelebung von Titeln, Namen und Schlagzeilen. Wirsehen die nach und nach zu einer vielgliedrigen, reich abgetönten Familie ausgebaute Palatino in Büchern und Zeitschriften, in Anzeigen, Katalogen, Prospekten und privaten Drucksachen. Wie kommt es, daft die Schriftenfamilie so vielen, verschieden gearteten Zwecken dienlich ist? Der Grand liegt wohl in der Natürlichkeit der Strichführung. Sie wirkt ruhig und zurückhaltend. Unter der klaren Oberflache aber ist jene Lebendigkeit gut spürbar, die uns in den schönsten Fr ühdruckerschriften Italiens so angenehm anmutet.

Gebrauchsgraphik de | 1954 | | page 68