MITTEI LUNGEN DES BUNDES DEUTSCHER GEBRAUCHSGRAPHIKER <s> GEORG HARTMANN f Am 27. Oktober ist Georg Hartmann im 85. Lebensjahr ge- storben. Mit dem Seniorchef der Bauerschen GieBerei ver- liert das deutsche Druckgewerbe eine seiner bedeutend- sten Persönlichkeiten, einen Mann, der mehr als ein halbes Jahrhundert lang die Entwicklung unserer Schriftkunst in weitem MaBe mitbestimmt hat. Als Sohn einer alten Frank furter Burgerfamilie hatte er 1898 die seit dem Jahre 1837 bestehende Bauersche GieBerei erworben, und er konnte den unter seiner Leitung aufblühenden Betrieb durch An- kauf der SchriftgieBereien A. Numrich Co. in Leipzig, Flinsch in Frankfurt a. M., Otto Weisert in Stuttgart und der Chemigraphischen Anstalt Gustav HeB in Frankfurt a. M. vergröBern. lm Jahre 1927 wurde unter der Firma «The Bauer Type Foundry, Inc.,» eine eigene Niederlassung in New York gegründet, durch die zum erstenmal in groBem und standig wachsendem Umfang deutsche Druckschriften nach Nordamerika eingeführt wurden. Seinen ersten schriftkünstlerischen Erfolg hatte Georg Hart mann mit der von Heinrich Wieynck gezeichneten «Tria non errungen, die im Jahre 1905 erschien. Von groBer Bedeutung wurde in der folgenden Zeit die Zusammen- arbeit mit dem Maler und Schriftkünstler Emil Rudolf WeiB, der Georg Hartmann bis zu seinem Tode im Jahre 1942 in enger persönlicher Freundschaft verbunden blieb. Es wird an dieser Stelle genügen, Namen wie Friedrich Wilhelm Kleukens, Lucian Bernhard, Paul Renner, Heinrich Jost, Ernst Schneidler, Howard Trafton und Imre Reiner zu nen- nen, urn anzudeuten, wie weit Georg Hartmanns Wirken als Anreger und Förderer der Schriftkunst reichte. Am geistigen und kulturellen Leben seiner Vaterstadt nahm Georg Hartmann intensiv Anteil. Als Administrator des Stadelschen Kunstinstituts und als Vorsitzender des Freien Deutschen Hochstiftes trug er in hervorragendem MaBe zur Erhaltung einer der bedeutendsten deutschen Kunstsamm- lungen und zum Wiederaufbau des Goethehauses bei. Die Stadt Frankfurt ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger, die Johann-Wolfgang-Goethe-Universitat verlieh ihm die Wür- den eines Ehrenbürgers und Ehrensenators, und der Bun- desprasident zeichnete ihn mit dem GroBen Verdienstkreuz aus. Georg Hartmann ist nach einem von Arbeit und Erfolg erfüllten Leben von uns gegangen. Sein Werk wird in sei nem Geiste weiterwirken. AUSSCHUSS FÜR DIE K N ST L E RI S C H E FORMGEBUNG DER AMTLICHEN GRAPHIK DER DEUTSCHEN BUNDESPOST «Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, Dr. S. Balke, hat vor kurzem einen AusschuB ins Leben ge- rufen, der die Deutsche Bundespost in Zukunft bei der künstlerischen Formgebung der amtlichen Graphik beraten wird. Dieser AusschuB hat die verantwortungsvolle Auf- gabe, den Postwertzeichen und den Telegramm-Schmuck- blattern ein künstlerisches Niveau zu geben, das mit der hochentwickelten Kultur mancher anderer Lander Schritt halten kann. Dem AusschuB gehören als künstlerische Ex- perten folgende Persönlichkeiten an: Professor Dr. Dr. h.c. Emil Preetorius, Prasident der Akade- mie der Schonen Künste, München, Professor F. H. Ehmcke, Dr. Eberhard Hölscher, Prasident des Bundes Deutscher Ge- brauchsgraphiker e.V., Professor Karl Róssing, Rektor der Staatlichen Akademie der bildenden Künste, Stuttgart, Gra- phiker Kurt Kranz, Dozent an der Landeskunstschule Ham burg und Oberpostdirektor Dipl.-lng. Rudolf NieB. AuBer- dem entsenden der AusschuB für Kulturpolitik und der Aus schuB für Post- und Fernmeldewesen im Deutschen Bundes tag sowie der Verwaltungsrat der Deutschen Bundespost je einen Vertreter. Dieses Gremium hat am 28. Oktober seine erste Sitzung in Frankfurt a. M. abgehalten.» Diese amtliche Verlautbarung, die am 29. Oktober an die Presse und den Rundfunk hinausging, ist das Ergebnis einer Vorbesprechung, die auf Anregung der Bundesleitung des BDG vor einigen Wochen in Frankfurt a. M. stattfand. Thema dieser Vorbesprechung, in der der Bundesvorsit- zende Dr. Eberhard Hölscher ausführlich über die Notwen- 59

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