OIAIJIOY1 HANSHEINRICH PALITZSCH Theaterwerbung Theater advertising Hansheinrich Palitzsch ist ein AuBenseiter auf dem weiten Felde der angewandten Graphik: als Bühnenbildner, der dem Theater ver- haftet ist, sind folgerichtig auch das Theaterplakat und die dem Theater dienenden werblichen Ankündigungen seine gebrauchs- graphische Spezialdomane. Solche von einer ganz anderen künst- lerischen Sparte herkommenden AuBenseiter - man möchte fast sagen Einzelgangerdie sich auf ein sonst wenig gepflegtes Sondergebiet der angewandten Graphik spezialisieren, sind wichtig und bedeutungsvoll, weil sie, meist nicht durch die üblichen werb lichen Ressentiments belastet, in die zünftige Gebrauchsgraphik eine ganz neue Note und frische Impulse hineintragen, die sich wei ter fruchtbar auswirken können. Man wird sich vielleicht auch in die- sem Zusammenhang an eine verwandte künstlerische Persönlichkeit wie den Bühnenbildner Helmut Jürgens erinnern, dessen heute schon zu einer stattlichen Plakatreihe ausgebauten Arbeiten für die «Mu- sica Viva» in München als Sonderfall und Leistungen eines ge- brauchsgraphischen AuBenseiters einen wertvollen Beitrag zum zeitgenössischen deutschen Plakatschaffen darstellen, über die An- fange von Hansheinrich Palitzsch, der nach AbschluB seines künst- lerischen Studiums in Dresden seit 1949 als Ausstattungschef am Neuen Theater in Stuttgart und am Stadttheater in Bremerhaven und dann auch neben einer Lehrtatigkeit in Mannheim am dortigen National-Theater als Gast-Bühnenbildner wirkte, haben wir bereits in Heft 7/1952 und Heft 5/1954 kurz berichtet und auch Arbeiten aus dieser ersten Schaffensperiode gezeigt. Er hat nun inzwischen an dem Landestheater in Linz an der Donau und den Stadtischen Büh- nen in Ulm an der Donau ein fruchtbares Betatigungsfeld gefunden und für diese beiden Theater eine reiche Folge von szenischen Ent- würfen geschaffen, deren Veröffentlichung wir uns für einen spateren Zeitpunkt vorbehalten. Hier interessieren uns heute zunachst seine Theaterplakate und Programmhefte, die in der Tat den gewohnten Rahmen der hier sonst üblichen werblichen Verlautbarungen spren- 10

Gebrauchsgraphik de | 1958 | | page 14