CURT SCHELLE SS colorlabor südwest Wenn graphische Grofibetriebe feiern, pflegen sie meist Festschriften herauszubringen. So hat denn auch die weithin bekannte Schweizer OFFIZIN GEBRÜDER FRETZ AG IN ZÜRICFI, die im Juni des Jahres ihr hundertjahriges Bestehen beging, einen, wie wir gleich vorweg betonen mochten, sehr schonen und kostbaren Sonderdruck in einer begrenzten Auflage herausgebracht, der aber nur für die Geschafts- freunde des Houses bestimmt ist und nicht in den Handel ge- langte. Den Geleitworten dieser Publikation entnehmen wir, dafi es durchaus kein Zufall war, wenn die Wahl des Textes für diese Festgabe gerade auf GOTTFRIED KELLERS schone Novelle «DAS FAHNLEIN DER SIEBEN AUFRECHTEN fiel, wofür neben dem Thema vornehmlich auch die Tatsache mafigebend war, da6 dieses Meisterwerk gerade vor TOO Jahren, also im Gründungsjahr der Offizin, entstand und damals seinen Siegeszug durch die Welt antrat. So hat es denn auch die Offizin Fretz an nichts fehlen lassen, urn diese köstliche Novelle in einer entsprechend würdigen Form ihren Lesern zu prasentieren. Sie hat dafür nicht nur ein unge- wöhnlich grofies Buchformat gewahlt und ein schönes edles Büttenpapier und für den Text in Buchdruck die 14 Punkt Marathon-Antiqua, sondern sie hat auch in einer echten Tradition des Houses den Maler und Graphiker OTTO BAUMBERGER als Mitarbeiter herangezogen, der schon als Lithographenlehrling bei der Firma Gebrüder Fretz begann und ihr seitdem standig als Mitarbeiter eng verbunden war. Von Otto Baumberger stammen also die vortrefFlichen ein- und mehrfarbigen lllustrationen, die den Text erlauternd be- gleiten und deren ausgezeichnete Wiedergabe in Offset- druck für das hervorragende Leistungsvermögen der Offizin Gebrüder Fretz ein ebenso beredtes Zeugnis ablegt wie die ganze typographische und buchtechnische Betreuung und Behandlung dieser wirklich noblen Jubilaumspublikation. eh «TECHNISCHE ÜBERWACHUNG» nennt sich ein aufschlufi- reiches Heft,das von der VEREINIGUNG DERTECHNISCHEN ÜBERWACHUNGSVEREINE E. V. IN ESSEN herausgege- ben wurde. Aus der Fülle des in diesem Heft sehr übersicht- lich und vor allen Dingen allgemeinverstandlich verarbeite- ten Materials sei besonders auf die von Dr.-lng. J. WOLFF, München, geschriebene Abhandlung über die Entwicklung des europaischen Seilbahnwesens hingewiesen. Ein Thema, das ja seit Jahren im Mittelpunkt des Geschehens steht. Ge rade die überwachung von Seilbahnen ist eine der wichtig- sten Spezialaufgaben im Dienste und Interesse der öffent- lichkeit. Das Heft Nr. 4, das auch eine Fülle von wirksamen und gutplazierten Inseraten aufweist, ist geschickt bebildert, bringt in knapper From wertvolle technische Zeichnungen und ist auf sehr gutem Papier gedruckt. sm Mit dem auf bestem Kunstdruckpapier vielfarbig und sehr abwechslungsreich hergestellten Heft «DER HERR VON HEUTE» ist dem Verlag WALTHER MATTHEES CO., Ber lin W 15, Schlüterstrafie 41, eine wirkliche Exklusivausgabe gelungen. Dieses Heft nennt sich mit Recht eine Sondernum- mer der Zeitschrift Herrenjournaldenn sein Inhalt liegt weit über dem Durchschnitt und dürfte jeder Kritik standhalten. Modejournale, die nicht «anecken» wollen, müssen immer darauf bedacht sein, keinen erhobenen Zeige- finger bei ihren Ratschlagen zu gebrauchen. Das ist diesem Journal gut gelungen. In den Erfolg der einzelnen, mit Pho tos, Abbildungen und Zeichnungen ausgestatteten Kapitel teilen sich (urn nur einige zu nennen): H. G. von Studnitz, Dr. med. Paul Kühne, Ursula von KardorfF, Heinz Graupner, Alexander Spoerl und Jan Herchenröder. Sie alle schrieben keine herkömmlichen «Modeartikel», sondern Essays. Man darf dieses umfangreiche Sonderheft auch als Brevier ge- pflegter Mannlichkeit bezeichnen (Heftpreis 3 DM). sm Für eine kleine, aber sehr inhaltsreiche und auch sehr ge- fallige Broschüre EIN JAHR BAYERISCHE KULTURPOLITIK» (herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium für Un- terricht und Kultus) hat Staatsminister Professor Dr. Maunz ein kurzes Vorwort geschrieben. Daraus sollen seine Worte: «...den Staatsbürgern, besonders den Jungbürgern, einen kurzen überblick über das zu verschaffen, was im Jahre 1959 in der kulturellen Arbeit Bayerns vom Siaate geleistet wer den konnte, und gleichzeitig auch eine Vorschau zu geben auf die im Jahre I960 zu bewaltigenden Aufgaben her- vorgehoben werden. Diese kleine übersicht beweist wieder einmal trefflich, daf3 es nicht dicker Bande, vielseitiger Bro- schüren oder trockener Rechenschaftsberichte bedarf, urn in sehr angenehmer, praktischer und keineswegs mit tierischem Ernst behafteter sachlicher Form Interessierte aufzuklaren. Auf den vierzig Seiten dieses Leistungsberichtes haben sogar noch aufschluBreiche Photos aus Gymnasien, Realschulen und Volksschulen ihren richtigen Platz gefunden. sm Das REISEMAGAZIN «VAGABUND» (Verlag: M. DUMONT SCHAUBERG, Köln, Pressehaus) ist bestimmt eine Delika- tesse. Die Gestalter dieses Magazins und alle Mitarbeiter haben es verstanden, ihrer Arbeit einen besonderen Schmifi zu geben. Beim Lesen hat man das Gefühl, Sekt zu trinken. Schon das Titelbild, das die Schauspielerin Ann Smyrner in einem bezaubernden Reisekleid und mit einem nicht alltag- lichen Hut (beides Münchner Erzeugnisse) in Gesellschaft ihres schwarzen Pudels, auf einem Koffer sitzend, zeigt (Photo: K. SCHRAUDENBACH), ist eine Empfehlung für das Reisemagazin. Die Idee, Reisetips von 300 DM bis 5000 DM (vom Bayrischen Wald bis an den Kongo!) den Lesern zu vermitteln, ist ein ausgezeichneter Gag! Die einzelnen Kapi tel lassen niemals Langeweile aufkommen, weil sie plastisch, bunt, amüsant und immer lehrreich sind, dabei so manche Brücken für Reiselustige bauen: Wintersport unter Sommer- sonne - Das olympische Rom - Neues Reiseziel: Irland - Nur für Damen: Bademode 1960 - Weinreise durch Deutsch- land und Sprachkurs für Autofahrer usw. usw. Die Bebilde- rung und Zeichnungen wirken gut am richtigen Platz. Gut auch die Idee aus dem historischen Bildarchiv Handke den modernen Reisenden vor Augen zu führen, wie man früher reiste. Wie schon erwahnt: eine Delikatesse, ein Leckerbis- sen (Heftpreis 2 DM). Sm STAH LSTICHPRAGUNGEN GEPRAGTE ETIKETTEN BANDEROLEN.ANHANGER.USW. BERUN-LICHTERFEIDE, MARGARETENSTR. 19 RUF" 76A709 speziallabor wir entwickeln 6x9 cm kodacolor-rollfilme für 9x12 und 13x18 cm ektacolor ektacolor und vergröBern von 13x18 bis 30x40 cm das ektacolor-iabor für den fachmann ausschnitte und entzerrungen werden berücksichtigt fordern sie preisliste an colorlabor südwest speziallabor für ektacolor heilbronn herderstraBe 8 telefon 82121 postfach48 64

Gebrauchsgraphik de | 1960 | | page 72