Friscb undfröhlich Gaily Score a Bull's Eye Un but allêgrement Uas Nachklingen der Stilepochen im Volkstümlichen ist wie ein Echo, das erst zu horen ist, wenn vom Schöpferischen her langst schon wieder neue Töne angeschlagen sind. Dafür aber kommt die Volkskunst auf uns in eigener Klangfarbung und in Modulierungen von höchstem Reiz. Der Brauch, alle im Volksleben bedeutsamen Ereignisse und Stimmungen auf gemalten SchieBscheiben festzuhalten, geht wahrscheinlich noch über das Jahr 1600 hinaus, da die altesten bekannten Scheiben, die aus die- sem Zeitraum stammen, uns schon durch ihre oft souverane (Composition in das Rund der Scheibe auf frühere Traditionen schlieBen lassen. Wir haben in den Schützengesellschaften die ersten bürgerlichen Organisa- tionen überhaupt vor uns, von denen einige nachweislich aus dem Mit- telalter bis zum heutigen Tage bestehen. In den Schützengilden und Bru- derschaften schuf sich das Bürgertum der Stadte eigene Starke, urn sich und ihre Privilegiën gegen die Herrschaftsansprüche von Adel und Für- sten durchzusetzen und verteidigen zu können. Die Wichtigkeit dieser Eigenhilfe und das stolze Selbstgefühl eines erwachenden Standes zei gen sich deutlich in den KunstauBerungen des Schützentums, von denen die SchieBscheibe die weitaus popularste und einpragsamste ist. Da in diesen Vereinigungen und Zünften das gesamte Leben, die kirchlichen und weltlichen Feste mit eingebaut waren, deren Ablauf einem strengen Reglement unterlag, lassen die gemalten Scheiben das ganze bürger- liche Dasein vergangener Jahrhunderte vor unseren Augen abrollen. Die Vielseitigkeit der Anlasse zur Stiftung von Scheiben überrascht uns immer wieder: politische, heimatliche und familiare Ereignisse, das Bil- dungsstreben und ganz besonders auch der Volkswitz, der in allen Schat- tierungen bis zum heute Unmöglichen hier paradiert: alle sinn- und herz- bewegenden Empfindungen wurden auf die Scheibe gebracht. Aus der reichen Fülle haben sich in einigen Museen und auch bei Schützengesell schaften - vorwiegend im süddeutschen, österreichischen und Schweizer Raum - prachtige Scheibensammlungen erhalten, die uns in ihrer Ge- schlossenheit wichtige Einblicke in das damalige gesellschaftliche Leben ermöglichen. Die Barockscheiben prunken mit dem seit der Renaissance 12

Gebrauchsgraphik de | 1961 | | page 20