Jlkademie fürTonkunst "Richard Wagner Medea ^Vhen in 1900 the Hamburg painter and graphic artist Otto Eckmann added to the existing German type-faces his strikingly painted Eckmann-letters, he ushered in a new phase in the venerable history of Euro pean letter design. It had been high time for a truly novel idea, for the sample-books of the type foundries of those days (such as those kindly put at our disposal by the Bau- ersche Gieberei, Frankfort, Main) contain at first glance a rather confusing and strange ly designed collection of type-faces. This state of affairs also explains why the last decades preceding the turn of the century are generally regarded as an unproductive period characterized by the stagnation and decay of letter design. But when we subject the letters of that time to a critical and truly Mikado lm Jahre 1900 erschien auf dem deutschen Schriftenmarkt die von dem Hamburger Ma ler und Grafiker Otto Eckmann kühn mit dem Pinsel gestaltete und auch nach ihm be- nannte Eckmann-Schriftdie eine neue Epoche in der aitehrwürdigen Historie der europaischen Druckschriftengestaltung ein- leitet. Eine Erneuerung war hier auch drin gend nötig, denn wenn man einmal einen Bliek in die Musterbücher der Schriftgiebe- reien jener Tage wirft, wie etwa in die uns hier zur Verfügung gestellten Musterblatter der Bauerschen Gieberei in Frankfurt am Main, so ist man zunachst ein wenig verwirrt über jene uns heute recht abstrus anmutende Formenwelt der damaligen Schriften. So er- klart es sich auch, dab man heute im allge- meinen die letzten Jahrzehnte vor der Jahr- hundertwende als eine unproduktive Periode der Erstarrung und des Verfalls auf dem Felde der Letterngestaltung abzuwerten pflegt. Wenn man aber einmal ganz ohne Vorurteil die damals entstandenen Schriften unter die kritische Lupe nimmt, so wird man an manchen von ihnen recht interessante und aufschlubreiche Entdeckungen machen können. Man wird hier namlich nicht nur selt- sam verbildete und verschnörkelte Formen finden, sondern ebenso auch ganz lapidaren und unverkennbar japanisch beeinflubten Schriftzügen begegnen, die schon vorweg das Kommen der erst viel spater entstande nen Eckmann-Schrift ankündigen. Und man wird weiter noch im Gegensatze dazu an ganz sachlichen Formen anderer Schriften eine unverkennbare Neigung zur Bildung von jenen Groteskschriften feststellen können, wie sie ja heute eine beherrschende Rolle spielen. So will es uns denn scheinen, dab wir doch unser Urteil über diese früheren Schriften ein wenig revidieren sollten. Sie sind zwar zumeist noch keine einheitlich durchgeformten Gebilde, aber sie enthalten doch schon so viele gute und fruchtbare An- satze, denen wir spater in endgültig aus- gepragter Form wiederbegegnen, dab wir sie heute in gerechter rückschauender Bewer- tung als wertvolle Etappen einer ganz orga nisch verlaufenden Schriftentwicklung an- erkennen sollten. eberhard hölscher 1705 Corps 48 ca.8oder!2kg 2274 Corps 48 ca.8 oder 12 kg Friedrich von Schiller POESIE-DLIIIIM 2022 Corps 60 ca.10 oder 15 kg 2275 Corps 60 ca. 10 oder 15 kg 2)avidis Kcchbuch I Hotel Bristol Gent 12 Modes J5 ROM 98 EMS 2023 Corps 72i ca. 12 oder 18 kg Espianadehofel ilbendglochen 2276 Corps 72 ca. 12 oder 18 kg falkenstein RHEINGOLD J 13 J 5 37

Gebrauchsgraphik de | 1966 | | page 39